Mit Franchise von der lokalen zur nationalen Marke

Veröffentlicht am 11. Januar 2009 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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In den letzten Jahren hat die Bedeutung von Franchise bei Mittelstand und Kleinunternehmern zugenommen. Nicht nur, um international aufgestellten Riesen auf Dauer nicht zu unterliegen, müssen Unternehmen ihre Vertriebspower deutlich ausbauen. Auch der heimische Wettbewerb schläft nicht. Um ein langfristiges Unternehmenswachstum zu sichern, sind neue Konzepte gefragt.

Das Konzept Markenfranchise

Jochen Ewald, Initiator des Franchise Business Club, einer der führenden Communities der deutschen Franchisewirtschaft, empfiehlt das Konzept Markenfranchise, welches sowohl Konzernen als auch dem Mittelständler zukunftsweisende Perspektiven bietet. Franchise-Systeme sind heute branchenübergreifend und in nahezu jeder Unternehmensgröße zu finden. Über 900 Unternehmen sind derzeit mit 95.000 Franchise-Partnern am deutschen Markt aktiv.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Im Vergleich zum klassischen Filialsystem schont Franchise zum einen das Budget des Franchise-Gebers. Zum anderen ermöglicht es eine vergleichsweise schnelle Markterschließung.

Markenwelten lokal umsetzen

Das Prinzip von Markenfranchise ist einfach und durch eine klare Aufgabenteilung gekennzeichnet:

Klare Strukturen

Der Franchise-Geber führt, koordiniert und entwickelt das System mit einer zentralisierten Organisation kontinuierlich weiter. Er baut die Markenwelt auf und aus. Mit zentralem Marketing, einheitlicher Werbung, einem Großhandel, sowie kaufmännischen Beratung stellt er das notwendige Knowhow für den lokalen Markterfolg. Außerdem sorgt er für professionelle Aus- und Weiterbildung.

Der Franchise-Partner setzt die Markenwelt und damit die Geschäftsidee um. Er versteht sich als lokaler und regionaler Marktbearbeiter, der für seine Kunden und damit vor allem für den Vertrieb und dessen Organisation zuständig ist.  Dazu baut er die ihm vorgegebene Markenwelt im Sinne des Franchise-Systems auf.

Merkmal Markenwelt

Die von allen Franchise-Partnern einheitlich umgesetzte Markenwelt wird dabei zum wesentlichen Merkmal und zugleich Erfolgsfaktor von Franchise. „Wer Franchise-Systeme nur unter dem Vertriebsaspekt betrachtet, liegt falsch“, erklärt Jochen Ewald, Gründer des Franchisesystem McDATA und einer der Kommunikatoren der Franchise-Wirtschaft. Das Konzept Markenfranchise zeigt, dass der Franchise-Partner vor allem bereit sein muss, die Markenwelt des Systems zu leben. Um dies zu ermöglichen, stellt das Konzept eine zielführende Systemarchitektur mit vier Bereichen zur Verfügung:

  • Großhandel,
  • Informationszentrum,
  • Entwicklungszentrum für den Betriebstyp/die Geschäftsidee und
  • Franchise-Zentrale mit Vertriebs und Betreuungsabteilung.

Das Konzept lenkt das Zusammenspiel der Bereiche so, dass die Zentrale schlank und effektiv bleibt, aber die Partner dennoch aktiv an ihren lokalen Marktplätzen unterstützt werden.  Ziel ist es, durch ein Mehr an Umsatz auf beiden Seiten die Marktpräsenz beider Seiten nachhaltig zu sichern. Dazu gehört auch, dass durch das schnelle Wachstum die Franchise-Systeme ihre Marktpräsenz stetig verbreitern können. „Markenfranchise steht für einen lokalen Marketingansatz, der eine nationale Marke kostengünstig und für alle erfolgreich aus den vielen lokalen Standorten der Franchise-Partner heraus aufbaut“, so Peckert, Erfinder des Konzepts.

Erfolgsfaktor Markenfranchise

Die vom Franchise-Nehmer umzusetzende Markenwelt umfasst dabei die weitgehend vorgegebene Lieferantenwelt, genauso wie die im Hintergrund wirkende Partner bzw. Unternehmerwelt und die für den Verbraucher sofort ersichtliche Kundenwelt.

Die Multiplikation des Geschäftskonzeptes am lokalen Markt gelingt dabei umso besser, je höher der Standardisierungsgrad des Systems und je einfacher die Umsetzung der Standards an den unterschiedlichen Standorten ist. Dabei besteht die Kunst darin, nicht nur die Vertriebs und Ablaufprozesse zu standardisieren, sondern bundesweit ein einheitliches Markenversprechen zu vermitteln.

Voraussetzung für den erfolgreichen Aufbau eines Franchise-Systems sind insbesondere ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen. Denn die Vorteile von Franchise zahlen sich erst in der Wachstumsphase aus. Allein die Vorlaufkosten bis zur Marktreife des Franchise-Konzepts mit dem zu vermarktenden Betriebstyp belaufen sich schnell auf 150.000 bis zwei Millionen Euro.

Lokales Marketing ist Erfolgs entscheidend

„Think global – create national – act local“ lautet hier die Erfolgsformel für Franchise-Systeme.

Viele weltweit erfolgreiche Unternehmen  wie McDonald’s,  Burger King & Co. machen es  vor. Auch erfolgreiche deutsche  Systeme, wie BabyOne,  Joey’s Pizza, Town & Country  oder Morgengold Frühstücksdienste,  die in ihren Branchen  zu den Marktführern  gehören, zeigen wie es geht.

Denn Franchise entfaltet seine  Stärken vor allem im lokalen  und regionalen Markenaufbau.

„Das Konzept Markenfranchise  hat mir vor Augen geführt, dass  ich viel Zeit und Geld gespart  hätte, wenn ich schon bei der  Gründung von McDATA im Jahr  1995 von dem Know-how hätte  profitieren können. Trotz meiner 15 Jahre Branchenkenntnis  habe ich viel Neues gelernt und außerdem nützliche Tipps an  die Hand bekommen, wie ich  mein bestehendes System zu  mehr Erfolg führe“, so Ewald.

Die Kunst besteht darin, mehrere  hundert inhabergeführte Unternehmen an unterschiedlichen,  lokalen Marktplätzen  einheitlich aufzustellen. Wichtig  ist dabei, den Unternehmer  mit der einheitlichen Markenwelt  vor Ort erfolgreich zu machen.  Gelingt dies an den Zielmärkten  einer Region, bildet  sich eine Regionalmarke. Alle  Regionalmarken können dann  zur bundesweiten und später  europaweiten Marke werden.

Markenfranchise zeigt, dass  die von allen Partnern einheitlich  umgesetzte Markenwelt  das wichtigste Merkmal und  zugleich der entscheidende Erfolgsfaktor von Franchise ist.

(Bild: © Pakhnyushchyy - Fotolia.de)