Social Stories schreiben: Interview mit Samuel Teuber von chapchop.net

Veröffentlicht am 2. April 2013 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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Social Stories schreiben: Interview mit Samuel Teuber von chapchop.netAuch vor der Literatur macht die Revolution der sozialen Netzwerke keinen Halt mehr - auf der Internetseite www.chapchop.net ist es nun möglich, mit Freunden wie Fremden gemeinsam Geschichten zu schreiben. Ganz im Sinne des Social Media trägt jeder Stück für Stück ein Kapitel bei, so dass eine gemeinsame Geschichte entsteht. Wir von unternehmer.de haben nun mit Samuel Teuber, dem Geschäftsführer und Mitbegründer dieses brandneuen Startups, gesprochen.

unternehmer.de: Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Samuel Teuber: Wir sind das Gründer-Team von Chapchop, einer Plattform für Geschichtenschreiber. Eine Person beginnt eine Geschichte mit den ersten paar Sätzen und Andere können diese Geschichte dann weiterschreiben.

unternehmer.de: Was bedeutet „Chapchop“?

Samuel Teuber: Chapchop ist ein Kunstwort, welches ich mal an einem Wochenende aus „Chapter“ und „Chopping“ zusammengebastelt habe. Wenn man es wörtlich übersetzt, kommt dabei "Kapitel Hacken" heraus – wir dachten es wäre eine passende Bezeichnung für unsere Idee.

Von der Idee zum Startup

unternehmer.de: Wie seid Ihr auf Eure Geschäftsidee gekommen und wann kam es zum Entschluss, tatsächlich ein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen?

Samuel Teuber: Nun ja, wir kamen auf die Idee als Ole mit einer Freundin eine Geschichte auf Facebook Chat schrieb: Jeder von Ihnen schrieb abwechselnd ein neues Kapitel. Arndt hatte dann die Idee eine Website zu erstellen, auf der man dies machen könnte und ich fing noch am gleichen Abend damit an, eine Alpha-Version auf die Beine zu stellen. Zwei Wochen später gingen wir mit dieser dann online und bekamen schon in den ersten Stunden jede Menge positives Feedback. Somit entschieden wir uns, damit weiter zu machen und mit dieser Website ein Start-Up auf die Beine zu stellen.

unternehmer.de: Was habt Ihr vorher gemacht und wie habt Ihr zueinander gefunden?

Samuel Teuber: Ich hatte davor schon an verschiedenen anderen Webprojekten gearbeitet, Arndt hatte sich schon immer für Computer, Websites und Server interessiert, Philipp beschäftigte sich schon länger mit Photographie und Marketing. Ole war mehr der Konsumenten Typ, der allerdings immer viele gute Ideen einbringt. Wir (Ole, Arndt und Samuel) trafen uns in Irland, als wir dort zum Englischlernen auf einem Internat waren (Ole und Arndt sind auch noch dort) und Philipp war ein Schulfreund von mir, der sofort von der Idee begeistert war und dem ich dann anbot, das Marketing für Chapchop zu übernehmen.

unternehmer.de: Wie schafft Ihr es, Euch von der Konkurrenz abzuheben? Was macht Ihr anders?

Samuel Teuber: Wir haben im Internet bis jetzt noch nicht viele Websites gefunden, welche einen ähnlichen Dienst anbieten, langfristig wollen wir das Ganze allerdings viel sozialer gestalten als andere Seiten: Wir wollen es möglich machen anderen Benutzern zu folgen, sodass man immer auf deren Geschichten hingewiesen wird, wir wollen es ermöglichen Geschichten „privat“ nur mit einer bestimmten Anzahl von anderen Personen zu schreiben und lauter solche Dinge, die die einzelnen Geschichtenschreiber miteinander verbinden.

unternehmer.de: Wenn Ihr heute zurückblickt: Was waren die größten Fehler, die Ihr vor oder während Eurer Gründung begangen habt?

Samuel Teuber: Unser Gründung liegt momentan 1 ½ Monate zurück. So viele Fehler konnten wir zum Glück noch nicht begehen und wir hoffen, zukünftig auch nicht zu viele Fehler zu machen.

Samuel Teuber

Samuel Teuber ist Geschäftsführer und einer der Gründer von chapchop.net

unternehmer.de: Jetzt zum Positiven! Worauf seid Ihr im Rückblick besonders stolz, was waren Eure größten Erfolge?

Samuel Teuber: Wir waren äußerst Stolz als wir nach dem Alpha-Launch so viel positives Feedback gekriegt haben. Und wir sind natürlich auch sehr stolz, dass unser Start-Up nun schon einem Interview würdig ist.

unternehmer.de: Gibt es irgendeine lustige Anekdote oder kuriose Begebenheit aus Eurer Geschichte zu erzählen?

Samuel Teuber: Als ich es nach zwei Wochen der Entwicklung von Chapchop so weit hatte, dass es möglich war, es zu veröffentlichen (es war Freitag, der 1. Februar), änderte ich an diesem Tag jede Stunde meine Meinung darüber, ob wir launchen sollten oder nicht – ich war mir einfach nicht sicher, ob wir es früh veröffentlichen oder erst ganz fertig entwickeln sollten – Gott sei Dank habe ich mich jetzt endlich für den Launch entschieden.

unternehmer.de: Welche Tipps würdet Ihr angehenden Existenzgründern geben? Was ist vor allem in der Gründungsphase und kurz danach besonders wichtig?

Samuel Teuber: Nun wir sind momentan noch mehr oder weniger in der Gründungsphase, allerdings würde ich sagen, dass man auf jeden Fall versuchen sollte, sein Produkt so früh wie möglich zu veröffentlichen – egal wie unfertig es zu diesem Zeitpunkt eigentlich ist – einfach nur um die Meinung von potentiellen Konsumenten zu bekommen und frühzeitig sehen zu können, ob es sinnvoll ist, weiter zu machen oder nicht.

Zukunftspläne

unternehmer.de: Wie finanziert Ihr Euch?

Samuel Teuber: Momentan finanzieren wir uns noch aus eigener Tasche, wir diskutieren allerdings schon über andere Wege, welche wir in der Finanzierung gehen könnten (z.B.: Investoren, Crowdfunding, Start-Up Inkubatoren etc.)

unternehmer.de: Eure Seite bietet die Möglichkeit zugleich deutsche und englische Geschichten zu schreiben. Plant Ihr, auch auf dem internationalen Markt Fuß zu fassen?

Samuel Teuber: Chapchop war ursprünglich in englischer Sprache und wir haben es dann nach ein paar Wochen so umgestellt, dass man es nun in Englisch und Deutsch benutzen kann. Tatsächlich hoffen wir so zuerst in Irland und Deutschland und anschließend mehr und mehr international Fuß zu fassen.

unternehmer.de: Was fehlt Euch noch zum Glück (ein Mitarbeiter, ein Investor, ...)?

Samuel Teuber: Zu unserem Glück fehlen uns momentan noch eine Finanzierung und mehr Benutzer.

unternehmer.de: Wo steht Ihr heute in einem Jahr?

Samuel Teuber: Heute in einem Jahr stehen wir hoffentlich in unseren eigenen Büros in München und sehen die Benutzerstatistik auf die 1.000.000 zusteuern.

unternehmer.de: Kurze Frage - kurze Antwort: Der Exit als Ziel. Ja? Nein? Vielleicht?

Samuel Teuber: Vielleicht

unternehmer.de: Wenn Ihr Euch für ein Geschäftsessen einen Gesprächspartner aussuchen könntet, egal ob real oder fiktional, lebend oder tot. Wen würdet Ihr wählen? Worüber würdet Ihr reden?

Samuel Teuber: Nun ja, über Bill Gates gibt es inzwischen schon so viele Informationen, dass man von Ihm selbst vermutlich nicht sehr viel Neues erfahren könnte. Tatsächlich wäre ein Abendessen mit Oliver Samwer (Jamba und Rocket Internet Gründer) vermutlich sehr Interessant. Ich würde gerne etwas über seine Erfahrungen in der Start-Up Gründung und Leitung erfahren, da er wohl einer der erfahrensten Start-Up Gründer Deutschlands ist.

(Artikelbild: © Petr Vaclavek - fotolia.de)