Checkliste: So gestalten Sie als Existenzgründer Ihren Finanzierungsplan!

Veröffentlicht am 1. September 2009 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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iStock_000003899164MediumKnallhart kalkulieren nicht nur in krisengeschüttelten Zeiten: Vor allem Existenzgründer und Unternehmer, die gerade den Weg in die Selbstständigkeit gewagt haben, müssen haushalten können. Diese Experten-Checkliste soll Ihnen helfen, als Existenzgründer und Selbstständiger Ihr Unternehmen finanziell auf festem Fundament fußen zu lassen.

Von Diplom-Kaufmann Carl-Dietrich Sander

1. Finanzierung der Investitionen

  • Listen Sie Investitionen mit Kaufpreis inklusive Nebenkosten auf, sowie Kosten für Anlauf-/Umbauzeit inklusive Umsatzausfälle.
  • Geben Sie  den Eigenkapitalanteil an und treffen Sie eine Aussage zur Finanzierungsdauer.
  • Bereits bestehende Unternehmen müssen gegebenenfalls Ab- oder Umbaukosten angeben.
  • Bedenken Sie, dass Banken Sicherheiten nach Erlös bei Zwangsverwertung (ca. 20 – 50% des Buchwertes) bewerten. Errechnen Sie, ob die Planbilanz die „Goldene Bilanzregel“ (langfristiges Vermögen langfristig finanziert) erfüllt. Eigenkapital + langfristige Kredite (Laufzeit > 4 Jahre) / Anlagevermögen muss größer 1,0 ergeben!

2. Finanzierung der Betriebsmittel

  • Betriebsmittelbedarf besteht aus Lagerbestand für ausreichende Lieferfähigkeit, Bezahlung der Lieferanten, durchschnittlich zu finanzierenden Forderungsbestand, monatlich zu zahlende Kosten und „Reserve“ für Unvorhergesehenes.
  • Er finanziert sich aus dem Überhang der „Goldenen Bilanzregel“, Lieferantenverbindlichkeiten, Kontokorrentkredit der Banken und Eigenkapital.
  • Faustregel: zahlen Kunden mit Bargeld oder ec-Karte, sollte die Kontokorrentkreditlinie einen Monatsumsatz betragen und alle monatlichen Kosten, durchschnittliche monatliche Wareneinkäufe mit Skonto und Gewinn/Entnahmen decken. Zahlen Kunden mit 30 Tagen Ziel, werden überschlägig zwei Monatsumsätze KK-Kredit benötigt. Dieser Bedarf ist mit der Bank zu besprechen, da deren Berechnungen genauer als die Faustregel sind. Überlegen Sie auch hier, wie dieser abgesichert wird.

3. Kapitaldienstfähigkeit

  • Die Bank errechnet aus dem Businessplan die Kapitaldienstfähigkeit, ob der Kunde Zins und Tilgung dauerhaft aufbringen kann. Es empfiehlt sich, dies überschlägig selber zu tun, um nicht von Bankaussagen überrascht zu werden.
  • Das Grundschema auf Basis der Jahres-Ertragsplanung lautet: Betriebsergebnis + Abschreibungen = Cashflow. Aus diesem werden Privatentnahmen, Privatsteuern, regelmäßige Ersatzinvestitionen, sowie Zins und Tilgung auf die Unternehmenskredite gezahlt.
  • Der Saldo sollte positiv sein – bei einem negativen kann davon ausgegangen werden, dass ein Kredit nicht gegeben wird.

(Bild: © iStockphoto.com)