Frisch gegründet – wie geht’s jetzt weiter?

Veröffentlicht am 30. Januar 2012 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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Juhu – endlich ist der entscheidende Schritt gemacht und das Gewerbe angemeldet bzw. die Tätigkeit beim Finanzamt angezeigt. Jetzt sind Sie ganz offiziell selbständig. Der Weg bis dahin war zweifellos anstrengend mit Informationsrecherchen, Businessplan schreiben usw. Aber das war nur der Anfang - jetzt geht’s erst richtig los! Wir zeigen Ihnen, wie Sie effizient vorwärtskommen im Aufbau Ihrer Selbständigkeit.

Das Drumherum: Selbständigkeit will organisiert sein

Am Anfang müssen viele administrative und organisatorische Angelegenheiten, die eine Selbständigkeit mit sich bringt, geregelt werden, damit sie zukünftig „rundlaufen“. Buchhaltung, Steuern, Versicherungen, Kundendatenbank, Dokumentenvorlagen, z.B. für Rechnungen und Angebote, Büromaterial, EDV und noch manches andere. Zögern Sie nicht, sich hier frühzeitig von Profis (also z.B. Steuerberater, IT-Spezialist) Unterstützung zu holen und sich damit eine Menge Zeit und Ärger zu sparen. Ganz zu schweigen vom Geld, das Sie möglicherweise sonst für eine schlechte Lösung ausgeben, die Sie später aufwendig ersetzen müssen. Informieren Sie sich in Gründerforen und auf Existenzgründungswebseiten, fragen Sie im Bekanntenkreis nach guten Empfehlungen und arbeiten Sie all diese unangenehmen Verwaltungs- und Organisationsaufgaben strukturiert und zeitnah am Beginn Ihrer Selbständigkeit ab. So haben Sie das gute Gefühl, dass das Drumherum passt und Sie sich auf Ihre eigentliche Arbeit und die Neukundenakquise konzentrieren können.

Ich bin einzigartig: Positionierung und USP

Damit ein Unternehmen erfolgreich sein kann, braucht es eine klare Markenpositionierung. Und das gilt nicht nur für die Großen wie Coca-Cola, Mercedes und Co., sondern auch für jeden Einzelselbständigen. Was macht Sie einzigartig, was unterscheidet sie von den Wettbewerbern? Haben Sie Mut, sich zu positionieren, Ihre Spezialgebiete herauszustellen und so gezielt Kunden zu akquirieren, die genau dort Bedarf haben. Der „Ich-mach-alles-und-noch-mehr“-Bauchladen lässt Sie als konturloses Etwas in der großen Masse verschwinden – eine schlechte Basis für erfolgreiche Kundengewinnung.

Zur Erarbeitung der Positionierung gehört auch eine klare Struktur Ihres Leistungsangebots, die Definition Ihrer Zielgruppen und das Herausarbeiten des Nutzens für Ihre Kunden. Weil das vielen Gründern schwerfällt, empfiehlt es sich, diese Themen gemeinsam mit einem Marketingberater/Marketingcoach zu erarbeiten, der die richtigen, kritischen Fragen stellt, mit Ideen weiterhilft und Sie auf dem Weg zu Ihrer Einzigartigkeit begleitet.

Ihr Image: Professionell von Anfang an

Sie haben ein gutes Produkt bzw. eine gute Dienstleistung, Sie haben Ihre klare Positionierung vor Augen – jetzt müssen Sie all das nur noch gut verkaufen. Ganz entscheidend ist dabei der erste Eindruck, den ein potentieller Kunde von Ihnen bekommt. Daher sollten Sie von Anfang professionell nach außen auftreten. Also kein „selfmade-Logo“ und am heimischen Drucker ausgedruckter Flyer, kein handgeschusterter Internetauftritt mit dem Baukastenangebot Ihres Hostinganbieters, sondern Qualität vom Profi. Für Logo, Visitenkarten, Briefpapier und Flyer geht’s zum Grafiker, für den Internetauftritt zur Internetagentur. Oder, weil das Internet ja auch nicht ohne Design auskommt, auch hier gleich den Grafiker fragen, ob er mit einer Internetagentur zusammenarbeitet. Nicht zuletzt gehört bei der Erstellung all dieser Werbemedien auch ein Texter mit ins Boot. Wer einmal einen Profitext mit einem Text von Lieschen Müller vergleicht, fragt nicht mehr, ob das denn wirklich nötig ist.

Klar muss für diese Marketinggrundausstattung am Anfang etwas Geld investiert werden, aber eins ist sicher: Die Investition lohnt sich! Übrigens bieten Grafiker und Internetagenturen oft günstige Existenzgründerpakete an. Auch hier am besten im Bekanntenkreis oder im persönlichen Netzwerk nach Empfehlungen fragen.

Vertrieb: Wie bring‘ ich mein Angebot an die Kunden?

Von den wenigsten Unternehmern wirklich geliebt – die Akquise. Aber Kundengewinnung ist gar nicht so schlimm, wenn man mal das Bild der Telefon-Kaltakquise oder des Klinkenputzens zur Seite schiebt und über für das eigene Unternehmen wirkungsvolle Vertriebswege nachdenkt. Netzwerken und persönlicher Kontaktaufbau anstatt Anzeigenwerbung, individuelle, am Bedarf des potentiellen Kunden orientierte Briefe anstatt Massenmailings erfordern zwar mehr Zeit pro Kontakt, haben dafür aber auch wesentlich höhere Erfolgsaussichten.

Gut beraten: Fördergelder und Zuschüsse

Existenzgründungsberatung vor und nach der Gründung lässt sich aus verschiedenen Fördertöpfen bezuschussen. Eine Möglichkeit ist z.B. das Gründercoaching Deutschland der KfW-Mittelstandsbank, das je nach Rahmenbedingungen bis zu 90% des Beraterhonorars fördert. So können Sie auch mit kleinem Budget große Sprünge machen.

(Bild: © unternehmer.de – erstellt mit wordle.net)