DIHK prognostiziert weniger Gründungen für 2012

Veröffentlicht am 23. Dezember 2011 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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2012 wird es voraussichtlich erstmals seit vier Jahren wieder weniger als 400.000 Existenzgründungen geben. Zudem könnte sich die Kreditversorgung für Gründer verschlechtern.

Die Industrie- und Handelskammern (IHK) rechnen mit deutlich weniger Gründungen im kommenden Jahr. Nur zwei Prozent der Gründerberater in den IHKs glauben laut einer Umfrage zufolge an mehr Gründungen in 2012. 47 Prozent dagegen erwarteten weniger Gründungen, 51 Prozent gleichbleibendes Interesse.

Grund für die rückläufige Prognose sei die sinkende Arbeitslosigkeit in Deutschland. Ein bekanntes Muster, meint Marc Evers, Gründungsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK): In wirtschaftlich schlechten Zeiten neigten die Deutschen aus Angst vor Arbeitslosigkeit zur Selbständigkeit, in besseren Zeiten zögen sie dagegen ein sicheres Angestelltenverhältnis vor. Hinzu komme, dass Hochqualifizierte wegen des Fachkräftemangels eine gute Verhandlungsposition haben und so lukrative Gehälter herausholen können.

Chancen für Gründer sieht Evers vor allem bei Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit und Informationstechnologie. Zukunftsträchtig seien auch Gründungen im Geschäftsfeld der Umwelttechnik, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien.

Schlecht sieht die Prognose des DIHK auch für Kredite aus. Zwar gebe es in Deutschland noch keine Kreditklemme. Im kommenden Jahr könne das Geld aber vor allem für Innovationen und Gründungen eng werden.

Laut DIHK hat das zwei Gründe: die Probleme in der Eurozone und die Probleme der Banken im Inland. So könne der deutsche Export ins europäische Ausland sinken. Zudem sei es für in Deutschland tätige Banken nicht leicht, an frische Mittel zu kommen. (uqrl)

(Quelle: www.dihk.de)

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