Die wichtigsten steuerrechtlichen Änderungen für Firmen 2011

Veröffentlicht am 14. Dezember 2010 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Der Bundesrat hat dem Jahressteuergesetz 2010 zugestimmt. Was sich für Unternehmen ändert, lesen Sie hier.

Die Financial Times Deutschland (FTD) gibt einen Überblick über die wichtigsten Korrekturen für Unternehmen und Firmenbesitzer durch das Jahressteuergesetz 2010.

Umzug ins Ausland

Ein Umzug ins Ausland kann für Unternehmen teuer werden. Das Finanzamt behandelt diese steuerlich, als stellten sie ihren Betrieb ein. Deshalb müssen die Unternehmen ihre stillen Reserven versteuern – also die Differenz von Buch- und Marktwert von Maschinen und Grundstücken. Das bleibt auch im nächsten Jahr so – obwohl sich der Bundesfinanzhof im Januar 2010 gegen diese Praxis ausgesprochen hat.

Steuerrechtliche Änderungen: Stille Reserven

Erwirbt ein Investor mehr als 25 Prozent der Anteile oder Stimmrechte einer GmbH oder AG, verfallen die von der Altgesellschaft nicht ausgenutzten Verlustvorträge. Ab 2011 können die aufgelaufenen Verluste mit allen steuerpflichtigen stillen Reserven verrechnet werden, auch mit ausländischem Betriebsvermögen.

Umkehr der Schuldnerschaft

Ab 2011 kommt es zu einer Umkehr der Steuerschuldnerschaft für Unternehmer, die Industrieschrott, Altmetalle oder sonstige Abfallstoffe erhalten und die Gebäude-Reinigungsfirmen beschäftigen. Sie müssen dann die Umsatzsteuer aus diesen Geschäften errechnen, anmelden und an ihr Finanzamt abführen – nicht wie sonst der Leistungserbringer. Bislang schulden nur Bauunternehmer die Umsatzsteuer aus Bauleistungen, die etwa von Sub-Unternehmern an sie erbracht werden.

Steuerrechtliche Änderungen: Seeling-Modell

Ab 2011 ist es mit dem nach dem Gartenbau-Unternehmer Wolfgang Seeling benanntem Modell vorbei: Demnach gab es für sowohl betrieblich als auch privat genutzte Immobilien den vollen Vorsteuerabzug, wenn der Firmenchef den gesamten Bau dem Unternehmen zuordnete. Er musste dann nur Umsatzsteuer für die private Nutzung zahlen. Künftig gibt es die Vorsteuer nur noch in dem Umfang, in dem das Gebäude betrieblich genutzt wird.

Umsatzsteuererklärung

Ab 2011 müssen Unternehmer ihre Umsatzsteuer-Jahreserklärung elektronisch abgeben. Zur Vermeidung unbilliger Härten kann die Finanzverwaltung aber Ausnahmen machen – etwa bei Kleinunternehmern.

Steuerrechtliche Änderungen: Verlagerung der Buchführung

Künftig können Unternehmer ihre elektronische Buchführung in einem Land ihrer Wahl erledigen lassen. Seit 2009 gilt das schon für die EU und den europäischen Wirtschaftsraum.

Erbschaftssteuer

Das Verschenken oder Vererben von Kapitalgesellschaften mit Tochterfirmen kann teurer werden: Verwaltungsvermögen wie vermietete Grundstücke oder Beteiligungen kann nur dann steuergünstig in der Familie weitergereicht werden, wenn es weniger als 50 Prozent des Unternehmenswertes ausmacht.

Künftig rechnet das Finanzamt diejenigen Teile des Verwaltungsvermögens der Muttergesellschaft zu, die noch nicht mindestens zwei Jahre in der Firma liegen. Für diesen Teil wird bei der Übertragung der Tochterfirma auf den Nachwuchs dann die volle Erbschaftssteuer fällig. (uqrl)

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