Wohin könnte sich der Goldpreis entwickeln?

Veröffentlicht am 21. Juli 2009 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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iStock_000000740200Medium Um diese Frage beantworten zu können, gestatten Sie mir zunächst eine kurze aktuelle Betrachtung der Finanz- und Wirtschaftssituation. Im Ergebnis der Globalisierung lässt sich feststellen, dass China heute auf einem riesigen Dollar-Berg sitzt und die Vereinigten Staaten auf einem noch höheren Schuldenberg. Hier stellt sich jedoch die Frage, wie hoch diese „beiden Berge“ noch wachsen können, ohne dass sie zusammenstürzen.

So stand Mitte Juni 2009 nichts Geringeres als die Neuordnung des globalen Währungs- und Finanzsystems auf der Tagesordnung des Doppelgipfels der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) und der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indiens und China) im russischen Jekaterinburg.

Auf diesem Zusammentreffen stellten die Staats- und Regierungschefs Brasiliens, Russlands, Indiens und Chinas die Rolle des US-Dollar als Weltleitwährung infrage. So erwägen die BRIC-Staaten, gegenseitig Staatsanleihen zu erwerben und Währungen auszutauschen.

Sie diskutierten, einen Teil ihrer Devisenreserven in Yuan oder Rubel zu konvertieren und so im bilateralen Handel den Dollar als Zahlungsmittel langsam zu ersetzen. Angestrebt wird eine „geordnete“ Ablösung des Dollars.

Erkennbar war aber auch, dass keiner der Staaten an einem Absturz des Dollars und damit an „Erschütterungen der Währungsmärkte“ interessiert ist. So sitzen China und Russland auf einem riesigen Berg von Dollar als Devisenreserven.

Insgesamt sollten die BRIC-Staaten mit 2,8 Billionen wohl fast die Hälfte der globalen Dollarreserven halten. Die Dollarberge in den Tresoren der BRIC-Staaten haben ihren Ursprung zum Großteil in der schuldenfinanzierten Aufnahmefähigkeit des US-Binnenmarktes. Dafür zahlten die USA mit Papiergeld (Dollar) und „Wertpapieren“ (US-Staatsanleihen). Das hat zu einer Symbiose zwischen China und den USA geführt. Jede ernsthafte Abkehr Pekings vom US-Dollar würde automatisch zur Abwertung der eigenen Devisenreserven führen.

Es ist abzuwarten, ob China und die Vereinigten Staaten noch in diesem Jahr intensivere Verhandlungen als bisher führen werden, um ein Zusammenfallen dieser beiden o. g. Dollar- und Schuldenberge zu vermeiden. Aus unserer Sicht befinden wir uns erst am Anfang eines langwierigen Prozesses. An dessen Ende wird in einigen Jahren - und dann auch nur unter erheblichem Druck (durch die Folgen der jetzigen Weltwirtschaftskrise) - ein neues Währungssystem stehen.

Viel Potenzial in Sachen Goldpreis

So gesehen, ergibt sich für die Goldspekulation noch viel Potenzial, sei es wegen der zu erwartenden Unsicherheit auf dem Weg zum kommenden Währungssystem, sei es aufgrund der im Umlauf gebrachten immensen Geldmengen, die im Zuge der expansiven Politik der Notenbanken ein sicheres Zuhause suchen und unter anderem im Gold finden.

Wann könnte in diesem Umfeld nun der Goldpreis sich extrem nach oben bewegen? Ausgehend von den oben aufgeführten Betrachtungen kann man eine Preisexplosion des Goldes erwarten, wobei eine Aussage zum konkreten Zeitpunkt sehr spekulativ ist. Wer in Gold investiert hat, sollte sich aus unserer Sicht in Geduld üben und sich stets vor Augen halten, dass eine Investition in Gold vordergründig der Vermögenssicherung dient und nicht der Erzielung einer Rendite.

Nach einem Hin und Her des Goldpreises (und noch mehr des Silberpreises) werden Sie in absehbarer Zeit auch von einem steigenden Goldpreis profitieren können, sofern Sie sich nicht von der Hektik zwischenzeitlich ganz nervös machen lassen. Wenn Sie auf eine weitere Rendite bei Ihrer bereits in früheren Jahren getätigten Goldinvestition setzen sollten, so raten wir Ihnen, einfach die ganze Hektik um das „liebe“ Metall (ob Gold oder Silber) zu ignorieren.

(Bild: © iStockphoto.com)