So verhalten Sie sich gegenüber Steuerfahndern im Betrieb

Veröffentlicht am 2. Juli 2009 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Ein Albtraum für jeden Unternehmer: Die Steuerfahndung steht vor der Tür. Wissen Sie, wie Sie gekonnt mit den Ermittlern des Finanzamtes umgehen können? Das Unternehmer-Magazin impulse hat zehn Tipps für den Umgang mit Steuerfahndern im Betrieb zusammengestellt.

1. Die Steuerfahndung im Haus: Bewahren Sie Ruhe

Leisten Sie keinesfalls Widerstand und lassen Sie sich nicht zu emotionalen Äußerungen hinreißen.

2. Kontrollieren Sie die Personen der Steuerfahndung

Stellen Sie Namen, Dienststellung und Behörde der Fahnder fest. Kopieren Sie deren Ausweise.

3. Lesen Sie den Beschluss der Steuerfahndung

Lassen Sie sich den Durchsuchungsbeschluss zeigen. Aus ihm ergeben sich die Befugnisse der Fahnder: Gilt die Fahndung Ihnen selbst - oder einem Kunden oder Lieferanten? Welche Steuerarten und Jahre sind betroffen?

4. Sichern Sie sich Beistand

Rufen Sie unverzüglich Ihren Steuerberater an oder einen auf Steuerstrafrecht spezialisierten Anwalt. Bitten Sie die Fahnder, bis zu seinem Eintreffen mit der Durchsuchung zu warten. Entbinden Sie den Beistand nicht von seiner Verschwiegenheitspflicht. So kann er unangenehme Fragen abblocken.

5. Bieten Sie Hilfe an

Stellen Sie einen Raum zur Verfügung, und Hilfsmittel für die organisatorische Abwicklung, falls erforderlich.

6. Verweigern Sie die Aussage gegenüber der Steuerfahndung

Äußern Sie sich nicht spontan zur Sache. Konsultieren Sie vor jeder Stellungnahme den Berater.

7. Instruieren Sie Ihre Mitarbeiter

Untersagen Sie Ihren Angestellten strikt, Angaben zur Sache zu machen, Unterlagen herauszugeben oder beiseite zu schaffen. Reden Sie nicht über die Aktion.

8. Wahren Sie Ihre Rechte

Geben Sie nichts freiwillig heraus: Akten oder Festplatten müssen förmlich beschlagnahmt werden. Versiegeln Sie Unterlagen bis zur Klärung vor Gericht in einem Umschlag, wenn Sie Zweifel haben, ob die Fahnder sie mitnehmen dürfen. Übergeben Sie bestimmte Materialien in Absprache mit dem Berater an die Ermittler, wenn der Durchsuchungsbeschluss nur diese Materialien betrifft.

9. Sichern Sie die Unterlagen

Kopieren Sie alles, was die Fahnder mitnehmen wollen, auch Festplatten. Verlangen Sie ein Verzeichnis aller beschlagnahmten Unterlagen.

10. Arbeiten Sie nach

Sprechen Sie die Ereignisse mit Ihrem Rechtsbeistand durch, sobald die Beamten weg sind. Haben sich die Fahnder korrekt verhalten und nur das mitgenommen, was sie durften? Legen Sie eine Beschwerde ein, falls das nicht der Fall ist: Das verschafft Ihnen einen Zeitgewinn - und führt eventuell dazu, dass bestimmte Unterlagen vom Finanzamt nicht eingesehen werden dürfen.

(uqrl)

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(Bild: © Gina Sanders - Fotolia.de)