Raus aus der Kreditklemme: Die Auswirkungen von Factoring auf die Bilanz

Veröffentlicht am 19. März 2009 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Startup: 3 Gründe, warum Sie auf Privatkredite verzichten sollten!Nach dem aktuellen Wirtschaftsindikator der Creditreform haben sich die Finanzierungsbedingungen für kleine und mittelständische Unternehmen weiter verschärft und drei von zehn Unternehmen haben einen erschwerten Zugang zu Wachstumskrediten und Refinanzierung. Jedem fünften Unternehmen werden Kredite momentan ganz verweigert, die Anderen rechnen mit höheren Kosten und müssen mehr Sicherheiten hinterlegen.

Da viele  Mittelständler bei der Sicherung ihrer Finanzierung bisher einseitig auf Bankkredite gesetzt haben, geraten sie schnell in eine Liquiditätsklemme. Factoring greift hier als alternative Finanzierungsart und sichert die Liquidität ohne zusätzliche Stellung von Sicherheiten.

Dabei verkauft der Unternehmer seine Forderungen an eine Factoringgesellschaft und erhält sofort Geld, in der Regel rund 80 Prozent. Die restliche Summe erhält er, abzüglich einer Gebühr, wenn sein Debitor bezahlt hat. Factoring vereint mit Finanzierung, Ausfallschutz und Übernahme des Debitorenmanagements drei Leistungen in einem Produkt.

Auswirkungen auf die Eigenkapitalquote

Mit dem Verkauf der Forderungen aus Lieferung und Leistung an einen Factor scheiden diese aus der Bilanz des Unternehmens aus, diese wird somit verkürzt. So erhöht sich die Eigenkapitalquote, was einen Einfluss auf die Kreditkonditionen haben kann.

Die Eigenkapitalquote ist eine entscheidende Kenngröße bei der Erstellung des Ratings, welches Banken im Rahmen der Kreditvergabe erstellen. Das Rating eines Unternehmens gibt Aufschluss darüber, wie das Verhältnis von Risiko zu Sicherheit ist und ist ausschlaggebend für die Kreditkonditionen.

Banken berücksichtigen beim Rating verschiedene qualitative und quantitative Faktoren. Je höher dabei die Eigenkapitalquote ist, desto geringer ist für die Bank die Gefahr, dass unerwartete Verluste oder Liquiditätsengpässe zu existenzbedrohenden Krisen führen können.

Ein geringeres Risiko für die Bank bedeutet für den Unternehmer auch meist günstigere Konditionen beim Kredit. Setzt ein Unternehmer die Erlöse aus dem Verkauf der Forderungen gekonnt ein, kann er weitere Bilanzkennzahlen positiv beeinflussen. Er kann zum Beispiel seine Lieferantenverbindlichkeiten senken oder auch Kredite ablösen.

Weitere Vorteile von Factoring

Neben diesen Auswirkungen auf die Bilanz haben Unternehmer mit Factoring weitere Vorteile. Die Forderungen sind zum Beispiel gegen Ausfall versichert. Factoringgesellschaften sichern sich durch eine Warenkreditversicherung im Hinblick auf den jeweiligen Debitor ab.

Wird tatsächlich ein Debitor insolvent, so trägt der Factor das Risiko. Mittelständler minimieren so das Risiko einer Existenzgefährdung durch den Ausfall einer oder mehrerer Forderungen.
Durch die Auslagerung des Debitorenmanagements sparen Factoringkunden Zeit und Geld.

Sie erhalten eine taggenaue Abrechnung und die Factoringgesellschaft übernimmt das zeitintensive Mahnwesen. Factoringkunden sind zudem zahlungsfähig und damit stärkere Partner, können Einkaufsvorteile wie Skonti nutzen oder ihren Kunden längere Zahlungsziele gewähren.

(Bild: © Falko Matte - Fotolia.de)