Umsatzsteuer im Wandel: Wo ist der Ort der sonstigen Leistung?

Veröffentlicht am 14. März 2010 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Steuererklärung 2009In der unternehmerischen Praxis spielt die Beurteilung umsatzsteuerlicher Sachverhalte eine wichtige Rolle. Gravierende Änderungen haben sich dabei durch das EU-Mehrwertsteuerpaket ergeben, das zum 01.01.2010 in Kraft getreten ist.

Einschneidenste Änderung ist dabei, dass die B2B- und B2C-Sichtweise erstmals in der steuerlichen Gesetzgebung Fuß gefasst hat und als primäres Unterscheidungsmerkmal zur Bestimmung eines Leistungsortes herangezogen wird. Zweifelsfreie Bestimmung ist nur über eine Gültigkeitsprüfung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer möglich.

Im Bereich B2B wird das sogenannte Empfängerortprinzip zum allgemeinen Grundsatz. Im Zusammenspiel mit der Erweiterung des Reverse-Charge-Verfahrens schuldet der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer in seinem Land.

  • Ein kleines Beispiel dazu: Schreibt ein deutscher Unternehmensberater für ein österreichisches Unternehmen einen Businessplan, so muss er eine Netto-Rechnung erstellen. Der österreichische Unternehmer schuldet als Empfänger der Leistung die Umsatzsteuer in Österreich.

Ebenfalls neu ist, dass Umsätze dieser Art in die Zusammenfassende Meldung (ZM) mit einbezogen werden müssen. Kritisch dabei ist die verkürzte Frist zur Abgabe der ZM und die Abschaffung der Dauerfristverlängerung.

So könnte die bisher zeitgleich mögliche Abgabe der ZM mit der Umsatzsteuervoranmeldung auseinanderfallen und Mehraufwand im Unternehmen entstehen. Diese Regelung gilt jedoch nicht für den B2C-Bereich. Hier schuldet weiterhin der Leistungserbringer die Umsatzsteuer.

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