Steuern 2010: Worauf Sie jetzt achten müssen!

Veröffentlicht am 16. März 2010 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Karte mit SteuernDas Experten-Interview: Welche steuerrechtlichen Themen sind 2010 bedeutsam? Wie finde ich den passenden Steuerberater? Welche Fehler gilt es in steuerlichen Dingen zu vermeiden?

Steuerexpertin Sonja Riehm steht in unserem Interview Rede und Antwort.

Frau Riehm, welche steuerrechtlichen Themen sollten kleine und mittelständische Unternehmen 2010 besonderes beachten?

Sonja Riehm: Das Jahr 2010 hat einige Veränderungen zu bieten: Wachstumsbeschleunigungsgesetz, Bürgerentlastungsgesetz, EU-Mehrwertsteuerpaket und Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG). Für die persönliche Ebene des Unternehmers ist z.B. die geänderte Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen ein Thema.

Für das Unternehmen selber haben sich gravierende Änderungen in der Umsatzsteuer, z.B. bei dem Ort der sonstigen Leistung, ergeben. Ebenso gibt es neuerdings ein Wahlrecht zur Verpoolung bei Geringwertigen Wirtschaftsgütern und ein neues Vorsteuervergütungsverfahren.

Welche Fehler begehen kleine und mittelständische Unternehmen in der steuerlichen Praxis immer wieder?

Sonja Riehm: Der größte Fehler, der sich durch alle Lebensphasen eines Unternehmens hinzieht, ist der, zu spät den steuerlichen Berater zu Rate zu ziehen. Ein schwerwiegender Fehler ist auch die fehlerhafte Festsetzung bzw. die fehlende Festsetzung von Steuervorauszahlungen. Meist dauert es zwei Jahre bis der junge Unternehmer vom Finanzamt den ersten Steuerbescheid erhält.

Wenn sich nun nachträgliche Vorauszahlungen und laufende Vorauszahlungen unglücklich kumulieren, führt dies schnell zu einer unvorhergesehenen Insolvenz. Der Grund hierfür sind dann lediglich die zu niedrig kalkulierten Steuervorauszahlungen. Hier kann eine freiwillige Anpassung durchaus sinnvoll sein, um später keine bösen Überraschungen zu erleben.

Zu welchen Steuerangelegenheiten sollte ich mich als Unternehmer auf jeden Fall durch einen Experten beraten lassen?

Steuerexpertin Sonja RiehmSonja Riehm: Das Unternehmerdasein umfasst zwei Sphären: Die rein unternehmensbezogene Sphäre und die private Sphäre. Beide kann man nicht scharf trennen. Nicht zuletzt stellt das Unternehmen den größten Wert für die Altersvorsorge dar. Für das Unternehmen sollte man ein gutes Rund-um-sorglos-Paket haben, das anlassbezogen erweiterbar ist. Beispielsweise bei Expansion, Nachfolgeplanung, Gesellschafterein-/austritte, Rechtsformänderungen, Krise.

Im privaten Bereich spielt die Altersvorsorge und damit die private Vermögensplanung eine große Rolle.

Worauf sollte ich als Unternehmer bei der Wahl des Steuerberaters achten?

Sonja Riehm: Der Unternehmer sollte sich gut aufgehoben fühlen und die Gewissheit haben, dass er sich jederzeit auch mit vermeintlich unangenehmen Fragen an seinen Steuerberater wenden kann. Der Steuerberater selber sollte zusätzliche Qualifizierungen und Spezialisierungen aufweisen, gut vernetzt sein, um fachübergreifende Aufgabenstellungen lösen zu können, und offen und transparent kommunizieren.

Frau Riehm, wir bedanken uns für dieses Gespräch!

Dipl.-Kff. Sonja Riehm ist Steuerberaterin der RIEHM Steuerberatungskanzlei, Berlin.

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