Frankreich fordert Digitalsteuer: Sind deutsche Konzerne betroffen?

Veröffentlicht am 25. Oktober 2018 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Heute gibt es eine Steuerungerechtigkeit, die inakzeptabel ist.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire fordert höhere Steuern für Digitalriesen, wie Google, Apple und Co.. Im Zuge dessen besuchte er das EU-Parlament, um bei Bürgen und Abgeordneten Zustimmung für die Digitalsteuerpläne der Europäischen Union zu gewinnen.

Wenn diejenigen, die die größten Gewinne erwirtschaften, am wenigsten Steuern zahlen, werden wir morgen Schwierigkeiten haben, unsere öffentlichen Aufgaben zu finanzieren.

Wer zahlt wie viel?

  • Traditionelle EU-Wirtschaftsunternehmen: 23 Prozent
  • Digitalkonzerne: 8 bis 9 Prozent

Die EU-Kommission hat daher vorgeschlagen, für Digitalkonzerne ab einem internationalen Jahresumsatz von 750 Mio. Euro sowie einem Online-Umsatz von 50 Mio. Euro in Europa drei Prozent Umsatzsteuer zu erheben.

Wir sind ganz nah an einer Einigung.

Nur wenige Länder sind noch nicht überzeugt. Hierzu gehört z.B. Irland, wo auch das europäische Facebook seinen Sitz hat.

EXTRA: Gilt das neue Jugendschutzgesetz auch für Facebook & Co.?

Der Fokus: Globale Steuerlösungen

Ziel aller EU-Finanzminister ist es, bis Ende 2018 sichtbare und vor allem greifbare Ergebnisse vorweisen zu können. Le Maire setzt sich besonders für die Ablösung einer EU-weiten Steuer ein. Dies soll geschehen, sobald es eine weltweite Einigung im Rahmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gibt.

Auch Finanzminister Scholz (SPD) tritt für globale Lösungen ein. Er fordert eine Mindestbesteuerung von Unternehmensgewinnen auf internationaler Ebene. Le Maire unterstützte natürlich den Wunsch.

Quelle: dpa


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