Gaspreis: Deshalb steigt er 2019

Veröffentlicht am 18. Oktober 2018 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Gaspreis: Deshalb steigt er 2019

Der Gaspreis wird 2019 für private Haushatlte in Deutschland voraussichtlich angehoben. Grund dafür sind die steigenden Gebühren für die Nutzung der Gasnetze: durchschnittlich steigen sie um etwa ein Prozent. Unabhängig voneinander haben dies die Vergleichportale Verivox und Check24 verkündet und die Verbraucher vorgewarnt. Regional gibt es hier deutliche Unterschiede, sodass Verbraucher nicht vom durchschnittlichen Prozentwert ausgehen dürfen.

Der obere Preisrahmen wird vor allem in den westlichen Bundesländern und in Mecklenburg-Vorpommern ausgeschöpft. Niedrigere Preise gibt es hingegen überwiegend in den Bundesländern im Osten, aber auch in Bayern und im Saarland.

Inzwischen haben über 30 regionale Gasversorger Preissteigerungen von im Durchschnitt sieben Prozent verkündet. Es wird jedoch sehr wahrscheinlich nicht nur bei den 30 Gasversorgern bleiben. Andere Anbieter werden nachziehen und ihre Preise ebenfalls anheben, so ein Energieexperte von Verivox.

Beispielrechnung: So wirkt sich die Erhöhung des Gaspreises aus

Ein Durchschnittshaushalt mit einer Fläche von ca. 150 Quadratmetern hat etwa einen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr. Die Preissteigerung würde dann ein Plus von 80 Euro jährlich bedeuten.

Etwa 25 Prozent des Gaspreises werden durch die Netzgebühren bestimmt. Die Gasversorger selbst können etwa 50 Prozent des Preises bestimmen. Dieser Anteil hängt natürlich von den Beschaffungskosten ab, den die Versorger zahlen müssen.

Die stärkste Auswirkung wird in Bremen zu spüren sein: Dort steigt die Netzgebühr um ganze 27 Prozent. In Hamburg und Schleswig-Holstein ist die Auswirkung mit immerhin acht Prozent ebenfalls stark. In Mecklenburg-Vorpommern fallen mit 514 Euro durchschnittlich die höchsten Gebühren an die Netzbetreiber an. Das liegt daran, dass dort der Aufwand für das Betreiben der Netze aufgrund der großen und dünn besiedelten Fläche sehr hoch ist. 314 Euro fallen in Hamburg für das Netz an und in Berlin sind es 285 Euro.

Hier sinken die Preise

Aber nicht überall steigen die Netzgebühren: In den östlichen Bundesländern sinken sie sogar. In Sachsen fallen vier Prozent weniger Entgelte an, in Thüringen sind es etwa drei und in Berlin zwei Prozent. In Leipzig dürfen sich die Verbraucher über ein Minus von 22 Prozent freuen. Für einen Durchschnittshaushalt bedeutet das etwa 97 Euro netto.

In Deutschland sind etwa 50 Prozent aller Mieter und Besitzer von Immobilien auch Gasverbraucher. Nachdem die Gaspreise jahrelang stetig gefallen sind, kommt nun eine Kehrtwende auf die Verbraucher zu.

Quelle: dpa

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