Marge verfehlt: SAP gibt Quartalsergebnisse bekannt

Veröffentlicht am 19. Oktober 2018 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

Themen: , ,

Das Wachstum im Bereich Cloudsoftware verschlechtert die Rendite von SAP deutlich. Der größte Softwarehersteller Europas enttäuscht demnach bei der Marge, die im dritten Quartal weit nach unten sank. Obwohl Branchenexperten mit einem deutlichen Anstieg gerechnet hatten, blieb dieser leider aus.

SAP hat sich mehr Wachstum für das Gesamtjahr vorgenommen.

Das enorm hohe Tempo hat jedoch auch schlechte Seiten.

Cloudsoftware verwässert Marge

Das Geschäft mit der Miet-Software ist noch nicht so rentabel, wie anfangs erwartet. Trotzdem macht das Geschäft durch das extreme Wachstum mittlerweile einen großen Anteil des Gesamtgeschäfts aus, worunter wiederum die Marge leidet.

Als Marge bezeichnet man den Anteil des operativen Gewinns vom Umsatz.

Im dritten Quartal sank die Umsatzrendite (vor Zinsen & Steuern) um 0,4 Prozentpunkte auf 28,9 Prozent. Anfänglich hatten die Analysten einen Anstieg auf 30,1 Prozent berechnet. Mit dem starken Wachstum der Cloudsoftware hatten sie jedoch nicht gerechnet. Am Aktienmarkt geriet die SAP-Aktie unter Druck:

Der Kurs liegt auf Jahressicht nur noch knapp in der Gewinnzone.

Analystin Pollard wertet die Margen als Enttäuschung aus Sicht der Investoren.

Das Management dürfte Mühe haben, den Investoren den starken Umschwung der Marktnachfrage zu erklären.

Gerardus Vos, Barclays-Experte

Umsatzplus wird dennoch erwartet

Auf Jahressicht geht SAP von einem Umsatzplus von 7,5 bis 8,5 Prozent aus. Bisher wurden 6 bis 7,5 Prozent erwartet. Nach nur neun Monaten hat SAP bereits 10 Prozent vorzuweisen. Auch die Cloudsparte soll etwas stärker abschneiden als bisher gedacht.

Das bereinigte operative Ergebnis legte im dritten Quartal um 6 Prozent zu - auf 1,74 Milliarden Euro. SAP entfernt hier die Kosten für die aktienbasierte Vergütung der Belegschaft und des Managements. Auch Aufwendungen für den Konzernumbau und Übernahmen werden ausgeklammert. Dank der Umsatzaussichten geht SAP auch beim operativen Jahres-Ergebnis von ca. 25 Millionen Euro mehr aus als bisher.

Insgesamt bekam der Konzern zu spüren, dass aufgrund des steigenden Aktienkurses mehr Geld für die aktienbasierte Vergütung fällig wurde. Unter dem Strich ging der Gewinn um 2 Prozent auf 974 Millionen Euro zurück.

Quelle: dpa


Der Artikel hat dir gefallen? Gib uns einen Kaffee aus!