Steigt der Strompreis bald an?

Veröffentlicht am 15. Oktober 2018 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Steigt der Strompreis bald an?

Um ganze 5,7 % im Vergleich zum Vorjahr ist sie gesunken – die Umlage zur Förderung von Ökostrom, also von Strom aus Wind, Sonne und Biomasse. Die Förderung beträgt damit 2019 nur noch 6,405 Cent pro Kilowattstunde, wie die Betreiber der Stromnetze mitteilten.

Die Umlage bestimmt maßgeblich den Strompreis mit, etwa 25 % macht sie aus. Die Entgelte für das Netz, Steuern, andere Umlagen und Abgaben und natürlich auch die Herstellungskosten sind weitere Bestandteile.

Was bedeutet das für private Haushalte?

Experten erwarten, dass nun höhere Netzentgelte anfallen und die Beschaffungskosten für die Betreiber steigen. Auch wenn also nun eine Entlastung der EEG-Umlage (Abgabe zur Förderung der erneuerbaren Energien) erfolgt, bedeutet das für Privathaushalte voraussichtlich, dass der Preis für Strom etwas ansteigen wird.

Auf die Verbraucher kommt aber noch mehr zu: Die Offshore-Umlage wird 2019 0,416 Cent pro Kilowattstunde betragen. Das sind die Kosten, um die Windkraftanlagen vor den Küsten an das Hauptstromnetz anzubinden.

Die deutsche Energiewende in der Kritik

Die EEG-Umlage ist zwar jährlich gestiegen, doch sie steht häufig in der Kritik. Denn von den Rabatten profitieren häufig nicht die Verbraucher, sondern die Industrie. Um sie international wettbewerbsfähig zu halten, wurden knapp 2.000 Unternehmen unterstützt.

So heißt es etwa vom Chef des Verbraucherzentrale Bundesverband, Klaus Müller:

"Es ist zwar erfreulich, dass die EEG-Umlage zum zweiten Mal in Folge für private Verbraucherinnen und Verbraucher sinkt. Das macht sich für sie aber kaum im Geldbeutel bemerkbar, da die Börsenstrompreise parallel angestiegen sind."

Die Industrie genießt die Vorteile, private Haushalte müssen die Kosten teilweise in Form von Steuern tragen. Daher ist die niedrigere Umlage mit Vorsicht zu genießen und die Stromsteuer generell zu überdenken.

Quelle: dpa

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