Diesel-Fahrverbote: Gibt es zu viele Schlupflöcher?

Veröffentlicht am 15. Oktober 2018 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Diesel-Fahrverbote: Gibt es zu viele Schlupflöcher?


Es dauert nicht mehr lange, dann werden die ersten Fahrverbote für Diesel-Autos in Städten umgesetzt.

Durch diese Fahrverbote müssen nicht nur private Leute umdenken, sondern auch Unternehmen. Wenn die Fahrzeugflotte aus Diesel-Autos besteht, stehen die Geschäftsführer vor einer großen Entscheidung: Sollen sie ihre Fahrzeuge nachrüsten oder neue Modelle mit Hilfe einer Umtauschprämie anschaffen?

Die Bundesregierung sieht vor, dass beispielsweise Handwerker für die Umrüstung ihrer alten Diesel-Lieferwagen mit 80% Förderung unterstützt werden. Und Fahrzeuge mit der Schadstoffklasse Euro 5 sollen technisch angepasst werden, damit der Stickoxid-Ausstoß vermindert wird. Leider ist es ungewiss, wann die Umbauten vorgenommen werden können, denn es fehlen die technischen Vorgaben des Bundesverkehrsministeriums. Erst wenn diese vorliegen, können Unternehmen Systeme zum Nachrüsten entwickeln. Zudem muss die Finanzierung gewährleistet sein:

Während die Bundesregierung die Autobauer in der Verpflichtung sieht, lehnen diese eine volle Finanzierung ab.

Handwerker profitieren nicht nur von der Förderung der Bundesregierung, sondern auch von diversen Ausnahmeregelungen. So gilt in Stuttgart ab 1.01.2019 das Fahrverbot für private Diesel-Fahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 4 und niedriger. Übergangsregelungen gibt es jedoch für den Lieferverkehr, Handwerker und den Öffentlichen Nahverkehr. Der Lebensmitteleinzelhandel, Pflegedienste und Fahrschulen profitieren sogar von unbegrenzten Ausnahmen.

So gibt es diverse Sonderfälle bei der Umsetzung von Diesel-Fahrverboten. Der Auto Club Europa (ACE) warnt vor zu vielen Ausnahmeregelungen für ältere Diesel-Fahrzeuge. Wenn es immer mehr Schlupflöcher gibt, sei dies nicht zielführend.

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Quelle: dpa


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