Firma kaufen: So klappt die Finanzierung

Veröffentlicht am 28. Februar 2018 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Firma kaufen: So klappt die Finanzierung

Eine gut gehende und renommierte Firma zu kaufen, ist in vielen Fällen eine gute unternehmerische Entscheidung. Doch wenn du eine Firma kaufen willst, brauchst du dafür erst einmal Kapital und in einigen Fällen eine Menge davon. Doch welche Geldquellen kannst du zur Finanzierung eines Unternehmenskaufs anzapfen? Hierbei gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten: z.B. durch Beteiligungskapital oder Kreditangebote von Banken. Nachfolgend wollen wir dir einen Überblick verschaffen.

Die Finanzierung durch Eigenkapital

Wenn du dich entschieden hast und eine Firma kaufen willst, ist es grundsätzlich unumgänglich, dass du zumindest einen gewissen Teil der Finanzierung aus Eigenkapital bestreitest. Grundsätzlich solltest du hier von einer Größenordnung im Bereich von 15 bis 20% ausgehen. Das Kapital kann hierbei von dir stammen oder auch von Finanzierungspartnern. Das Eigenkapital ist unter anderem deshalb wichtig, um sich weitere Finanzierungsquellen und externe Kapitalgeber, wie etwa Bankkredite, zu erschließen.

Offene Beteiligung vs. stille Beteiligung

Stellt dir ein externer Kapitalgeber und damit dem Unternehmen Geld zur Verfügung, ohne dass du dafür Sicherheiten leisten musst, spricht man von Beteiligungskapital. Das Beteiligungskapital stärkt deine Bonität und verschafft dir bessere Chancen auf Bankkredite.

Bei einer offenen Beteiligung erwirbt der Kapitalgeber Anteile am Unternehmen und somit auch Anteile am Gewinn und am Vermögen des Unternehmens. Er ist also Gesellschafter und tritt auch nach außen hin als Gesellschafter auf. Im Gegensatz dazu gibt es ebenfalls die Möglichkeit einer stillen Beteiligung. Hierbei zahlt der Kapitalgeber Geld ein, ohne dabei Anteile am Unternehmen zu erwerben. Im Gegenzug wird er am Gewinn des Unternehmens beteiligt.

Förderprogramme zur Finanzierung

Fehlt dir ein privater Investor, besteht die Möglichkeit von einer Vielzahl an Zuschüssen zu profitieren. Hierbei gibt es zahlreiche Förderprogramme der EU sowie von Bund, Ländern und Kommunen. Der Vorteil dieser Zuschüsse ist, dass es im Prinzip geschenktes Geld ist. Es muss weder zurückgezahlt oder verzinst werden noch werden Anteile des Unternehmens dabei veräußert.

Finanzierung durch Mezzanine-Kapital

Beim Mezzanine-Kapital handelt es sich um eine Mischform aus Fremd- und Eigenapital. Ähnlich wie bei einer Beteiligung erhöht es deine Bonität, um an weiteres Fremdkapital zu gelangen, sofern es noch benötigt wird. Zu den Formen des Mezzanine-Kapitals gehört auch die oben erwähnte stille Beteiligung.

Bei dieser besonderen Form der Finanzierung gibt es allerdings einige rechtliche Feinheiten, etwa im Falle einer Insolvenz, zu beachten. So etwa beim Nachrangdarlehen. Bezüglich dieser Form der Finanzierung gibt es zahlreiche Förderprogramme der öffentlichen Hand.

Diese Fördermittel müssen allerdings vor dem Kauf der Firma beantragt werden. Eine nachträgliche Förderung oder Finanzierung ist nicht möglich. Eine weitere Einschränkung besteht in der Höhe der Finanzierung. Diese darf drei Viertel des Kaufpreises nicht überschreiten.

Die Finanzierung durch Fremdkapital

Bei der Finanzierung durch Fremdkapital handelt es sich hauptsächlich um Finanzierung durch Banken in Form von Darlehen, die zur Verfügung gestellt und verzinst zurückbezahlt werden müssen. Die erste Anlaufstelle bei der Überbrückung von Finanzierungslücken ist oft die Hausbank, mit der ein Darlehensvertrag geschlossen werden soll. Dies bedarf meistens einer relativ langen Vorlaufzeit, da die Bank ihr Darlehen lediglich auf Basis eines Businessplanes mit exakten Zahlen und Projektionen vergibt. Ebenso nimmt die Prüfung des Kreditantrags durch die Bank einige Zeit in Anspruch.

In der heutigen Zeit gibt es natürlich auch im Internet eine Vielzahl von Angeboten von Onlinebanken oder auch normalen Geschäftsbanken, zum Teil auch aus dem Ausland. Hier kannst du deinen Kredit online beantragen.

Abseits der Banken gibt es auch die Möglichkeit ein privates Darlehen aufzunehmen. Diese kannst du zum Beispiel aus deiner Verwandtschaft beziehen oder auch von fremden Investoren. Hier gibt es bereits eine Vielzahl von Portalen, die du im Internet finden kannst. Diese sind oft flexibler bei der Ausgestaltung als das Darlehen einer Bank. Dennoch sollte auch hier auf eine solide vertragliche Grundlage geachtet werden, bei der alles wichtige geregelt ist.

Öffentliche Fördermittel

Zu guter letzt gibt es auch bei Darlehen die Möglichkeit, die Förderung des Staates zu nutzen. Ansprechpartner sind hierbei die Förderbanken der Länder und spezielle Förderfonds der EU. Öffentliche Darlehen bieten häufig günstigere Konditionen oder Modalitäten bei der Rückzahlung wie zum Beispiel tilgungsfreie Jahre.

Für Darlehen müssen immer Sicherheiten für den Fall eines Kreditausfalls gestellt werden. Das ist zum einen das Unternehmen, das du kaufst, zum anderen sind es auch andere Vermögenswerte, über die du verfügst. Dies können zum Beispiel Immobilien oder Lebensversicherungen sein. Für den Fall, dass du keine Sicherheiten einbringen kannst, helfen Bürgschaften weiter. Diese Bürgen können Privatpersonen sein oder auch wieder der Staat in der Form von Landesbürgschaften.

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