Immobilien in Europa: Aktuelles zu Gewerbe- und Wohnobjekten

Veröffentlicht am 27. Mai 2014 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Immobilien in Europa: Aktuelles zu Gewerbe- und Wohnobjekten

Große Unterschiede auf dem europäischen Immobilienmarkt

Trotz der weltweit kriselnden Wirtschaft gilt der europäische Immobilienmarkt insgesamt gesehen auch 2014 als stabil. Allerdings zeigen sich regional große Unterschiede: Investitionen in Top-Lagen wie München, das europaweit als Spitzenreiter auf dem Immobilienmarkt gilt, müssen zum Teil als überteuert bewertet werden; die Immobilienpreise im Krisenland Spanien befinden sich hingegen im freien Fall.

Risikofreudige Anleger können mit einer Immobilie am richtigen Standort also durchaus attraktive Objekte zum sprichwörtlichen Schnäppchenpreis bekommen. In der richtigen Lage lohnt sich der Kauf einer Immobilie nicht nur für Investoren, die sich eine gute Rendite erhoffen, sondern auch für Unternehmen, die die Immobilie selbst nutzen wollen.

Immobilienstandort ist entscheidend

In der Vergangenheit haben Investoren bevorzugt in Top-Lagen investiert. Dazu gehören neben dem europaweiten Spitzenreiter München auch die europäischen Metropolen Dublin, Hamburg, Berlin, London und Frankfurt. Hier sind jedoch gute Objekte, bei welchen sich eine gute Rendite erwirtschaften lässt, immer seltener zu finden. Professionelle Investoren weichen deshalb zunehmend auf Nischensegmente des Immobilienmarktes oder in Randlagen aus, so das Ergebnis der Studie "Emerging Trends in Real Estate Europe 2014", für die 500 Immobilienexperten befragt wurden.

Allgemein lässt sich feststellen, dass ungebrochen Kapital in den Immobilienmarkt fließt, während sichere Investments aktuell eher knapp sind. Die Investoren konzentrieren sich zumindest in Deutschland auf Objekte wie Gesundheitseinrichtungen oder Studentenwohnheime. Als Standort rücken in Deutschland die Randlagen von Metropolen, aber auch mittelgroße Städte mit einem großen Einzugsbereich in den Vordergrund.

International ist natürlich in erster Linie der Standort dafür entscheidend, ob sich eine Investition lohnt oder eher nicht. Während in und um München beispielsweise der Wohnraum knapp ist, sind in Dublin vor allem Gewerbeflächen und Gewerbeobjekte gefragt. Der Grund: Zahlreiche international agierende Konzerne haben hier eine Niederlassung, in der sie oft - aus steuerlichen Gründen - die europaweiten Geschäfte abwickeln. Im direkten Umfeld der Konzerne lassen sich natürlich auch verschiedene Zulieferer und Dienstleister nieder.

Nehmen Sie den Standort unter die Lupe - auch bei Top-Lagen!

Auch für die europäischen Top-Lagen gilt der richtige Standort als entscheidendes Kriterium für die Qualität des Investments. Während in München der Markt für Gewerbeimmobilien aus- oder teilweise sogar schon überreizt ist, bleibt Wohnraum wohl auch in Zukunft gefragt.

Ähnlich ist die Situation in Hamburg, wo in den vergangenen Jahren zugleich aber auch große, neue Flächen zur Bebauung ausgewiesen wurden.

In Dublin, europaweit auf Platz zwei der beliebtesten Immobilienstandorte, gilt die gesamtwirtschaftliche Erholung als wichtiger Faktor für den boomenden Immobilienmarkt. Das gilt umso mehr, nachdem Irland den Euro-Rettungsschirm verlassen hat und nicht mehr als Krisenland gilt. Diesen Weg hat Spanien noch vor sich, wo sich die Preise für Immobilien im Sinkflug befinden.

Achtung bei Pleite-Immobilien!

Auf dem spanischen Festland werden bereits seit Frühsommer 2013 im Rahmen des "Projekt Bulle" in großem Stil Pleite-Immobilien auf den Markt geworfen. Diesen Deal hat die Bank Sareb in Zusammenarbeit mit der Beratungsgesellschaft KPMG eingefädelt. Das Volumen, das 2013 in diesem Rahmen auf den Markt geworfen wurde, hatte einen Wert von rund 200 Millionen Euro. Es handelte sich dabei vor allem um Objekte im Osten und Süden des Landes in den Regionen Valencia und Andalusien, das Portfolio umfasste auch Immobilien, die zum Zeitpunkt des Verkaufs noch nicht fertiggestellt waren.

Obwohl auf dem spanischen Festland Immobilien zum Schnäppchenpreis zu haben sind, bestehen nach wie vor große Risiken. Denn Spanien hat die Krise bei weitem noch nicht überwunden, die konjunkturellen Aussichten werden eher als schlecht eingestuft. Anleger, die mit einer Immobilie auf dem spanischen Festland Rendite erwirtschaften wollen, sollten entsprechend vorsichtig agieren. Für Unternehmer, welche die Immobilie selbst nutzen oder vermarkten wollen, können sich jedoch durchaus attraktive Objekte zum günstigen Preis finden lassen.

Mallorca: ein völlig eigener Immobilienmarkt

Die Eurokrise ist natürlich auch nicht spurlos an der Urlaubsinsel Mallorca vorübergegangen. Trotz rückläufiger Verkaufszahlen wurde der mallorquinische Immobilienmarkt nur teilweise berührt. Sinkende Preise haben vor allem Objekte im unteren und mittleren Bereich betroffen, während für hochpreisige Objekte kein Einbruch verzeichnet wurde.

Neben der Eurokrise hat auf Mallorca noch ein weiterer Punkt zu dieser Entwicklung beigetragen: Immobilienkäufer aus Großbritannien, für die Baleareninsel eine sehr wichtige Klientel, sind wegen des schwachen Pfundes nahezu komplett weggefallen. Darüber hinaus waren die Banken auf Mallorca in den vergangenen zwei Jahren etwas zurückhaltender bei der Vergabe von Immobilienkrediten. Anders als auf dem Festland hat sich der Immobilienmarkt auf Mallorca jedoch mittlerweile wieder weitgehend erholt. So verzeichnen die Makler seit Jahresanfang eine verstärkte Nachfrage von potenziellen Interessenten.