Kredit, Tagesgeld- & Girokonto: So wählen Sie das beste Konto für Ihr Unternehmen!

Veröffentlicht am 27. November 2013 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Kredit, Tagesgeld- & Girokonto: So wählen Sie das beste Konto für Ihr Unternehmen!Selbstständige und ihre Bankverbindung nehmen im täglichen Bankgeschäft durchaus eine Sonderstellung ein. Während Girokonto und Tagesgeld eher unter steuerlichen Gesichtspunkten zu sehen sind, ist das Thema Kredit ein heißes Eisen.

Tagesgelder als Parkposition

Unternehmer stehen häufig vor der Situation, dass Rechnungen zu bezahlen sind, der Zahlungstermin jedoch noch nicht genau feststeht. In diesem Fall macht es Sinn, den Betrag nicht auf dem Girokonto zu halten, sondern zumindest leicht verzinst auf einem Tagesgeldkonto zu parken. Wird das Konto als Firmenkonto geführt, erfolgt die Besteuerung der Zinserträge jedoch nicht pauschal mit 25 Prozent wie bei einem Privatkonto.

Die Zinsen fließen in die Gewinn- und Verlustrechnung der Firma ein und werden gegebenenfalls auch gewerbesteuerpflichtig. Darüber hinaus haben sie Einfluss auf alle einkommensabhängigen Auslagen und Gebühren wie Mitgliedsbeitrag zur IHK. Seitens der Geldhäuser wird bei Tagesgeldern jedoch häufig zwischen Privat- und Geschäftskunden unterschieden, letztere erhalten auf Firmenkonten schlechtere Konditionen.

Ohne Girokonto geht nichts

Unternehmer, gleich ob Freiberufler, Gewerbetreibende oder Eigentümer einer Organgesellschaft, benötigen für das Unternehmen ein Girokonto. Ärgerlich ist, dass gewerbliche Girokonten in der Regel mit einer höheren Kontoführungsgebühr belastet sind, als Konten für Privatpersonen. Seitens der Banken wird zum einen mit einer höheren Zahlungsverkehrsfrequenz argumentiert, zum anderen mit den Kosten, die durch die Onlineübermittlung der Aufträge entstehen.

Ein Trick, diese Gebühren zu umgehen, besteht für Inhaber einiger Personengesellschaften darin, das Firmenkonto unter dem eigenen Namen zu führen. Dieser muss nach wie vor Bestandteil der Firmenbezeichnung sein und lässt bei Kontoeröffnung keinen Schluss auf eine gewerbliche Nutzung zu. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass eine Umstellung auf ein Firmenkonto im Nachgang nur sehr selten gefordert wird. Bezüglich der Kontoführungsgebühren zeigen sich die Banken auch wenig verhandlungsbereit.

Für Unternehmer, gleich, in welcher Größenordnung ihr Unternehmen aufgestellt ist, gilt es um so mehr, bei der Auswahl des Girokontos genau zu prüfen, welche Ausgestaltung sie wirklich benötigen, und wo es diese am preiswertesten gibt.

Kontoüberziehungen kaum mehr möglich

Basel II führte dazu, dass auch kurzfristige ungenehmigte Kontoüberziehungen nur in den seltensten Fällen akzeptiert werden. Für Unternehmer gilt, dass sie peinlichst genau darauf achten müssen, ausreichend Deckung auf dem Girokonto zu halten. Während Privatkunden hier immer noch auf die Toleranz der Bankbetreuer bauen können, sind die gesetzlichen Vorgaben bei Girokonten für Firmenkunden inzwischen so rigide, dass es nicht mehr im Ermessensbereich des Beraters liegt, ungenehmigte Überziehungen im Nachgang zu tolerieren.

Der Kredit – die Krux mit dem fremden Geld

Werden Unternehmer bei der Eröffnung eines Girokontos und eines Tagesgeldkontos noch heftig umworben, stoßen sie bei der Nachfrage nach einem Ratenkredit auf taube Ohren. Gerade Kleinunternehmer wissen davon ein Lied zu singen. Nicht nur Privathaushalte benötigen Darlehen, um ein neues Auto zu erwerben. Auch bei Selbstständigen kann durchaus kurzfristiger Fremdmittelbedarf auftreten. Sei es, um eine neue Computeranlage zu finanzieren, sei es, um eben ein neues Firmenfahrzeug anzuschaffen. Die Vergabe klassischer Ratenkredite erfolgt jedoch heute nach einem industrialisierten Muster, welches computerbasiert und damit wenig zeitintensiv ist.

Wesentlichster Bestandteil ist die Gehaltsabtretung, die es der Bank ermöglicht, bei Zahlungsverzug sofort in das Einkommen des Kunden zu pfänden. Diese Möglichkeit ist bei einem Unternehmer nicht gegeben. Der standardisierten Bonitätsprüfung steht bei Selbstständigen eine aufwendige Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung und gegebenenfalls der Bilanzen gegenüber. Dazu müssen die erforderlichen, gestellten Sicherheiten geprüft werden.

Aufseiten der Kreditinstitute wird argumentiert, dass diese Prüfungen in Relation zu den Margen zu kostenintensiv sind. Spezielle Investitionskredite werden erst ab einem gewissen Volumen vergeben, welche die Anschaffung eines Mittelklassefahrzeuges übersteigen. Ganz kritisch wird es, wenn Selbstständige eine private Investition finanzieren möchten, beispielsweise eine Einbauküche. Die Filialinstitute sind hier als Ansprechpartner in den allermeisten Fällen außen vor, auch bei langjährigen Geschäftsverbindungen. Als Lösung bietet sich nur an, über einen Onlinekreditvergleich nach speziellen Krediten für Selbstständige zu schauen, einige wenige Direktbanken sind in diesem Segment aktiv.

Fazit

  • Tagesgeldkonten sollten, wann immer es möglich ist, als private Konten geführt werden. Dies verhindert eine Besteuerung der Zinsen als Firmengewinne. Darüber hinaus sind die Konditionen für Privatkunden besser.
  • Für die Auswahl des Girokontos gilt, den Umfang des Angebotes für Geschäftsgirokonten genau zu analysieren und auf jeden Fall mehrere Institute zu vergleichen. Eventuell ist zu prüfen, ob das Konto als privates Konto deklariert werden kann.
  • Der unkomplizierte Abschluss eines Ratenkredites ist so gut wie unmöglich. Ohne die Stellung von Sicherheiten, nur auf das Einkommen abgestellt, wird kein Darlehen genehmigt. Onlinevergleiche bieten eine begrenzte Auswahl an Kreditinstituten, welche allerdings auch einige Auflagen erfordern.
  • Eine Gesprächsvorbereitung, analog zu einer Baufinanzierung, ist wenig hilfreich. Banken und Sparkassen zeigen sich bei Selbstständigen wenig diskussionsbereit. Es gilt bei Krediten, dass erst ab einem gewissen Geschäftsvolumen die Zuordnung an die spezialisierten Firmenkundenbetreuer erfolgt. Die Konditionen werden jedoch nicht an die der privaten Kunden angepasst.

(Bild: © Roman Levin - Fotolia.de)