Steuer-Ticker 08.13: Aktuelles für Unternehmer

Veröffentlicht am 2. September 2013 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Steuer-Ticker 08.13: Aktuelles für UnternehmerDie Steuerkanzlei REICHARDT Steuerberatung – Wirtschaftsmediation aus München veröffentlicht in jeder Ausgabe des Fachmagazins unternehmer WISSEN Steuernews für den Mittelstand.

Die Themen im Einzelnen: Unangemeldete Lohnsteuernachschau +++ Vorschriften beim Vorsteuerabzug +++ Aufstockung beim Investitionsabzugsbetrag +++ Fragen-Antwort-Katalog zu Minijobs +++ Übergangsregelung bei Finanzamtsanmeldungen

Unangemeldete Lohnsteuernachschau jetzt möglich

Eine Änderung im Einkommensteuergesetz – genauer im §42 – bewirkt nun, dass Lohnsteuerprüfer bei Betrieben künftig unangemeldet eine sog. Lohnsteuernachschau durchführen können. Die Finanzverwaltung wurde nun um eine Stellungnahme gebeten, ob eine strafbefreiende Stellungnahme nach Erscheinen des Prüfers noch möglich ist. Bei einer ähnlichen Prüfung, nämlich der sog. Umsatzsteuernachschau ist es so, dass der Überraschungsbesuch des Betriebsprüfers eine Sperrwirkung für die Selbstanzeige entfaltet.

Da es sich bei der Lohnsteuer aber um keine eigene Steuerart sondern um eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer handelt ist es fraglich, ob sich dieselben Auswirkungen ergeben wie bei der Umsatzsteuernachschau. Eine Stellungnahme der Finanzverwaltung stand bei Redaktionsschluss noch aus.

Neue Vorschriften beim Vorsteuerabzug

Eine EU-Richtlinie macht eine Änderung im deutschen Umsatzsteuergesetz notwendig. Rechnen selbständige Steuerpflichtige gegenüber ihren Geschäftspartnern mit Gutschriften ab (z. B. Handelsvertreter) muss die Abrechnung künftig auch als Gutschrift bezeichnet werden. Wird diese neue Regelung nicht berücksichtigt und die Gutschrift weiter Rechnung genannt, riskieren Betroffene den Vorsteuerabzug.

Tipp: In diesem Zusammenhang ist wichtig, dass Gutschriften wegen Korrektur von Rechnungen oder aufgrund von Beschwerden (z. B. Nachlässe oder Rücksendungen) keine Gutschriften im umsatzsteuerrechtlichen Sinne darstellen. Diese Abrechnungen sollten mit „Rechnungsstorno“ oder ähnlichen Bezeichnungen versehen werden.

Aufstockung beim Investitionsabzugsbetrag

Das Finanzgericht Niedersachsen widerspricht in einer vor Kurzem getroffenen Entscheidung der Auffassung der Finanzverwaltung. Es hat entschieden, dass der Investitionsabzugsbetrag im Folgejahr bis zu einer Höhe von 40 Prozent aufgestockt werden kann, wenn bereits im Vorjahr für die selbe geplante Anschaffung ein IAB gebildet wurde. Tipp: Gegen die Entscheidung ist Revision beim Bundesfinanzhof anhängig. Betroffene Steuerzahler sollten bei einer Ablehnung des Finanzamtes den Fall
offen halten.

Fragen-Antwort-Katalog zu Minijobs in Privathaushalten

Bei den Minijobs in Privathaushalten handelt es sich um eine spezielle Form der geringfügigen Beschäftigung. Der Privathaushalt als Arbeitgeber zahlt im Vergleich zu den gewerblichen Minijobs geringere Pauschalbeiträge und profitiert gleichzeitig von einer Steuerermäßigung. Die für diese Arbeitsverhältnisse zuständige Minijob-Zentrale hat nun einen Fragen-Antwort-Katalog veröffentlicht, der unter www.minijobzentrale.de heruntergeladen werden kann.

Übergangsregelung bei Finanzamtsanmeldungen läuft aus

Ab 01. September 2013 nimmt das Finanzamt nicht authentifiziert übermittelte Daten nicht mehr an. Betroffen sind Lohnsteuer-Anmeldungen, Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Anmeldung von Sondervorauszahlungen, Zusammenfassende Meldungen sowie Anträge auf Dauerfristverlängerung. Grundsätzlich gilt die Regelung zwar bereits seit Beginn des Jahres 2013.

In Folge einer Übergangsfrist werden bis 31. August 2013 jedoch auch Abgaben ohne Authentifizierung akzeptiert. Unter www.elsteronline.de/eportal können alle Steuerpflichtigen durch eine Registrierung ein elektronisches Zertifikat erhalten. Tipp: Die Finanzverwaltung weist nochmals darauf hin, dass eine Registrierung bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen kann. Betroffene sollten sich damit baldmöglichst um einen Zugang mit Authentifizierung bemühen.

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