Finanzmarktregulierung: Weniger Geld für Unternehmer durch Basel III?

Veröffentlicht am 11. Mai 2011 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Wie bewahren Sie Ihr Unternehmen, Ihre selbstständige Tätigkeit, Ihre Existenzgründung oder Ihre Projekte vor einer Kreditklemme - wie sichern Sie, dass Sie stets über ausreichend finanziellen Spielraum verfügen und dabei unabhängiger von Banken werden?

Ausreichend Kapital ist für jedes Unternehmens und jedes Projekt eine Grundvoraussetzung sowohl in der Krise wie erst recht im Aufschwung. Dem scheinen die bisher erkennbaren Folgen der Europäischen Finanzmarktregulierung und die absehbaren Belastungen infolge des Euro-Rettungsschirm entgegenzustehen.

Basel III und Solvency II

Im Dezember 2010 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht sein Reformwerk zur “Stärkung des Bankensektor” veröffentlicht. Auf dieser Grundlage soll bis zum Sommer 2011 in der Europäischen Union eine Richtlinie erarbeitet werden.

Das Ziel der Europäischen Finanzmarktregulierung, dessen Hauptelemente als Basel III und Solvency II bezeichnet werden, ist, ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen einem stabilen Finanzmarktsystem, der Vermeidung einer Kreditverknappung und geringerer Haftung für die öffentliche Hand und die Steuerzahler herzustellen.

Soweit deckt sich wohl auch das Interesse der Staaten, der Banken, der Unternehmen und der Bürger. Die bisher erkennbaren Vorhaben lassen die Unternehmer jedoch befürchten, dass Basel III und Solvency II die Unternehmensfinanzierung beeinträchtigen.

Die europäischen Industrieverbände erwarten, dass die geplanten Regulierungsvorhaben für Banken und Versicherungen (Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften) den Zugang der Realwirtschaft zu Finanzmitteln empfindlich verteuern und erschweren werden. "Sowohl Basel III als auch Solvency II führen vom Ergebnis zu einer Diskriminierung der Unternehmensfinanzierung (100%-Risikogewicht) und einer Privilegierung der Staatsfinanzierung (Null-Gewicht)". (Quelle: www.bdi.eu)

Kreditschwierigkeiten für KMU

Die KfW musste in ihrer Unternehmensbefragung 2010 eingestehen, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen einen schlechteren Zugang zu Krediten meldeten. Als Hauptgründe wurden vor allem höhere Anforderungen an die Dokumentation von Vorhaben (86%), die Offenlegung von Informationen (83%) sowie steigende Forderungen nach Sicherheiten (82%) angeführt. (Siehe: KfW Unternehmensbefragung 2010, Unternehmensfinanzierung: Anhaltende Schwierigkeiten und Risiken für die wirtschaftliche Erholung, S. 6.)

Die Initiative der Commerzbank AG in Frankfurt, UnternehmerPerspektiven, ermittelte im ihrer letzten Studie vom Herbst 2010: Nur in 16% der Unternehmen wird ein geringerer Finanzierungsbedarf gesehen. Für viele Firmen, besonders bis 12,5 Mio Euro Jahresumsatz erhöht sich mit dem Aufschwung der Finanzierungsbedarf. Vor allem ostdeutsche Unternehmen leiden unter erschwertem Kreditzugang. (Siehe: Commerzbank, Der Mittelstand und seine Banken, S. 17.)

Für alle, die Kapital für Unternehmen und Projekte benötigen, ist es heute unerlässlich darüber nachzudenken, welche alternativen Kapitalquellen und Finanzierungswege offen stehen. Doch wie lässt sich bankenunabhängig Kapital beschaffen? Welche Alternativen kommen gerade für kleinere Unternehmen und Projekte in Frage?

Solchen Fragen nachzugehen, ist eine Aufgabe, der sich besonders in den nächsten Wochen und Monaten Unternehmerinnen und Unternehmer, Selbstständige und Existenzgründer sowie Fach- und Führungskräfte noch viel stärker widmen müssen, um auf die Anforderungen der nächsten Jahre hinreichend vorbereitet zu sein.

(Bild: © iStockphoto.com)