Die richtige Krankenversicherung für Selbstständige – gesetzlich oder privat?

Veröffentlicht am 25. Juni 2013 in der Kategorie Versicherungen & Banken von

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Die richtige Krankenversicherung für Selbstständige – gesetzlich oder privat?Wer sich selbständig macht kommt zwangsläufig auch am Thema Krankenabsicherung nicht vorbei. Nicht wenige Existenzgründer wurde in den vergangenen Jahren mit Billigangeboten in Einsteigertarife der Privaten Krankenversicherung gelockt.

Private Krankenvollversicherung - nicht für jeden geeignet

Diese Einsteigertarife sind so kalkuliert, dass der Versicherer bereits im Vorfeld einen nur sehr kurzen Verbleib in diesen einkalkuliert, da er damit rechnet, dass der Versicherte bei entsprechendem wirtschaftlichen Erfolg nach 3-6 Jahren in eine Premiumtarif des gleichen Versicherers wechselt.

Nur dadurch, dass der Versicherer aufgrund dieser Annahme damit rechnet, dass keine Älteren mehr in diesen Tarifen versichert sein werden, da diese den Tarif nach wenigen Jahren verlassen haben, konnte er diese Einsteigertarife mit extrem niedrigen Versicherungsprämien anbieten.

Fakt ist jedoch, dass viele Existenzgründer nach wie vor mit minimalen Einnahmen nicht in höherwertige Tarife gewechselt sind und damit deutlich länger in den Einsteigertarifen verharren als dies einkalkuliert war. Extreme Beitragsanpassungen waren und werden damit die Folge sein.

Derartige Einsteigertarife sind bereit in großem Umfang von vielen Privaten Krankenversicherungen für das Neugeschäft geschlossen worden.

Wenn PKV, dann richtig

Die Entscheidung, sich als Existenzgründer privat zu versichern, sollte nicht aus der Intention heraus getroffen werden, Geld zu sparen, sondern in erster Linie wegen eines besseren Versicherungsschutzes, dem einem die Private Krankenversicherung bietet – dies hat natürlich einen gewissen Preis. Empfehlenswert sind in diesem Zusammenhang nur die nachhaltig kalkulierten Tarife der Versicherer, die nicht wesentlich niedriger im Preis sind als der Mindestbeitrag für die Gesetzliche Krankenversicherung.

Existenzgründer, die Schwierigkeiten haben, sich diesen Mindestbeitrag in der Gesetzlichen Krankenversicherung zu leisten, haben in der Privaten Krankenversicherung erst rechts nichts verloren und sollten, sofern diese finanziellen Engpässe auch nach längerer Zeit der Selbständigkeit weiterbestehen, ihre Unternehmertätigkeit überdenken.

Insbesondere, wenn der Selbständige über weitere bisher familienversicherte Angehörige verfügt, wäre der Verbleib in der GKV zu überdenken.

Wer sich als Existenzgründer noch nicht sicher ist, wie sich seine Geschäftstätigkeit zukünftig entwickeln wird, aber trotzdem die Vorteile der Privaten Krankenversicherung genießen möchte, der sollte zunächst eine sichere Alternative wählen : GKV + Krankenzusatzversicherung.

Gesetzlich versichert, trotzdem Privatpatient

Eine ideale Möglichkeit, zunächst einmal die Flexibilität zu behalten, doch trotzdem wie ein Privatpatient abgesichert zu sein, bietet das Kostenerstattungsprinzip der gesetzlichen Krankenkasse. Durch Wahl des Kostenerstattungsverfahrens bei der gesetzlichen Krankenkasse und dem zusätzlichen Abschluss einer ambulanten Zusatzversicherung, genießt man nahezu die gleiche Vorteile wie bei einer Absicherung in der privaten Krankenvollversicherung. Denkbar ist auch die private Zusatzabsicherung nur des stationären oder dentalen Bereiches, um den Versicherungsschutz der gesetzlichen Krankenkasse an den einer guten PKV anzugleichen.

Gepaart mit einer Optionsversicherung hält es sich der Existenzgründer, je nach Tarif, für bis zu 10 Jahre offen, ohne spätere erneute Gesundheitsprüfung doch in die Private Vollversicherung wechseln zu können.

Das sollte auf jeden Fall privat abgesichert werden

Egal ob sich der Selbständige nun privat vollversichert, oder er sich für den Verbleib in der gesetzlichen Krankenkasse entscheidet, die Absicherung einer Krankentagegeldversicherung sollte in jedem Fall bei einem privaten Anbieter erfolgen. Auch für Existenzgründer mit Vorerkrankungen, die dazu gezwungen sind in der gesetzlichen Krankenversicherung zu bleiben, gibt es entsprechende Möglichkeiten für Krankenzusatzversicherungen ohne Gesundheitsfragen.

(Bild: © Rob Stark - fotolia.de)