Steinbrück sieht Risiken für deutsche Banken noch nicht beseitigt
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sieht die Risiken für die deutschen Banken durch die internationale Finanzkrise noch nicht endgültig beseitigt. Die Landesbanken «stellen für den deutschen Finanzmarkt nach wie vor und bis auf den heutigen Tag das größte systemische Risiko dar», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Der Finanzminister erwartet, dass die Landesbanken nun vom sogenannten Bad-Banks-Gesetz Gebrauch machen werden «und ihre toxischen Papiere auslagern». Die Westdeutsche Landesbank habe sich bereits gemeldet, dieses zu tun.
Der Minister erneuerte seine Forderung an die Banken, dass ihnen von den Zentralbanken günstig zur Verfügung gestellte Geld auch günstig an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. «Ich erwarte, dass die Banken diese günstigen Refinanzierungsmaßnahmen jetzt auch weitergeben», sagte er und kritisierte: «Die nehmen beim Kontokorrentkredit immer noch Überziehungszinsen von bis zu 18 Prozent.»
Steinbrück bezeichnete es als «schwersten Fehler überhaupt» in der Finanzkrise, dass die amerikanische Regierung vor einem Jahr die Investmentbank Lehman Brothers in die Pleite gehenließ. «Die ganze Weltwirtschaft stand kurzzeitig vor einer Kernschmelze», sagte er. Ohne die Lehman-Pleite wäre es nicht so schlimm gekommen.
(Quelle: ddp)
Unternehmer.de-Redaktion: Esther Hoffmann
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