Mindestlohn: Zeiterfassung ist in einigen Branchen Pflicht!

Veröffentlicht am 12. August 2015 in der Kategorie Recht & Gesetze von

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Mindestlohn: Zeiterfassung ist in einigen Branchen PflichtSeit dem 01.01.2015 sind Arbeitgeber verpflichtet, den gesetzlich verabschiedeten Mindestlohn zu zahlen. Dabei müssen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern mindestens 8,50 Euro pro Stunde zahlen. Außerdem muss der Arbeitgeber in einigen Branchen die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter dokumentieren.

Für wen gilt der Mindestlohn?

Ein Mindestlohn schützt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor unangemessen niedrigen Löhnen. Damit soll der Mindestlohn den fairen Wettbewerb ankurbeln und zusätzlich für mehr Stabilität in den sozialen Sicherungssystemen sorgen. Der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 18 Jahren. Lediglich bei Langzeitarbeitslosen kann in den ersten sechs Monaten der Beschäftigung vom Mindestlohn abgesehen werden, um ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Wer muss seine Arbeitszeiten dokumentieren?

Die Arbeitszeitdokumentation ist vom Gesetzgeber vehementer geplant, als zunächst gedacht. Sogar bei Minijobbern reicht es nun nicht mehr aus, die Arbeitszeiten vertraglich zu vereinbaren. Sie muss festgehalten werden. Auch für einige Branchen, welche besonders anfällig für Schwarzarbeit sind, muss die Arbeitszeit dokumentiert werden. Darunter fallen unter anderem das Baugewerbe, Gaststätten und Herbergen, Speditions-, Transport- und Logistikbereich, Unternehmen der Forstwirtschaft, Gebäudereinigung, Messebau und Fleischwirtschaft.

Bei den Prüfungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS), einer Behörde der Zollverwaltung, werden die Einhaltung des Mindestlohns und die Dokumentation der Arbeitszeiten kontrolliert. Sollte der Arbeitgeber nicht pünktlich oder zu wenig zahlen, droht ein Bußgeld von bis zu einer halben Millionen Euro. Wird die Dokumentationspflicht der Arbeitszeiten verletzt, so kann dies ein Bußgeld von bis zu 30.000 Euro nach sich ziehen.

Wie und was muss dokumentiert werden?

Die Aufzeichnungen der Arbeitszeiten müssen zwei Jahre lang aufbewahrt und bei einer Prüfung vorgelegt werden. In den oben genannten Branchen ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit zu erfassen. Die Aufzeichnung der Stundenzahl allein genügt nicht. Pausenzeiten sind ebenso zu erfassen wie Überstunden und Fehlzeiten.

Die Form der Dokumentation wurde durch den Gesetzgeber nicht vorgegeben. Das heißt, dass Sie auch auf einfache Papierbelege zurückgreifen können. Doch aufgrund der zweijährigen Aufbewahrungsfrist kann ist eine EDV-Lösung vielleicht die bessere Wahl für die Arbeitszeiterfassung.

Mindestlohn: Zeiterfassung ist in einigen Branchen Pflicht

Die elektronische Zeiterfassung ist vorteilhaft

Der Vorteil in der elektronischen Zeiterfassung liegt vor allem in der Einsparung von Personal- und Verwaltungskosten. Ohne elektronische Zeiterfassung entstehen jeden Monat zusätzliche Lohnkosten, die für den Verwaltungsaufwand aufgebracht werden müssen. So wird die Arbeitszeit bereits während der Arbeit dokumentiert.

Auch die Mitarbeitermotivation ist ein Plus. Durch die elektronische Zeiterfassung erkennt der Arbeitnehmer den monetären Wert seiner Überstunden und ist eher bereit, mehr Einsatz zu zeigen. Gleichzeitig hat der Arbeitgeber die Sicherheit, dass die notierten Überstunden auch tatsächlich geleistet wurden.

Neben Excel-Tabellen zur Arbeitszeiterfassung sind derzeit webbasierte Softwares auf dem Vormarsch, denn sie funktionieren ohne Installation und können über einen  Webbrowser von überall aus aufgerufen werden.