Steuerrecht: Urteile im Oktober 2014

Veröffentlicht am 24. Oktober 2014 in der Kategorie Recht & Gesetze von

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An dieser Stelle möchten wir Ihnen die neuesten Urteile aus dem Steuerrecht vorstellen. Erfahren Sie mehr über folgende Urteile:

Verbilligte Aktien für Belegschaft als Arbeitslohn +++ Werbungskosten: Verlustabzug eines stillen Gesellschafters +++ Werbungskosten: Maklerkosten für Immobilienverkauf zur Kreditfinanzierung +++ Reisepassentziehung wegen erheblicher Steuerschulden

 

Steuerrecht: Urteile Oktober 2014

 

Verbilligte Aktien für Belegschaft als Arbeitslohn

Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass der verbilligte Erwerb von Aktien vom Arbeitgeber zu einkommensteuerpflichtigen Einnahmen des Arbeitnehmers aus nicht selbstständiger Arbeit führen kann, wenn der Vorteil dem Arbeitnehmer für seine Arbeitsleistung gewährt wird. Der zu versteuernde geldwerte Vorteil besteht dann in Höhe der Differenz zu dem üblichen Kaufpreis der Aktien.

Urteil des BFH vom 07.05.2014
VI R 73/12
DB 2014, 1718
BB 2014, 1888

Werbungskosten: Verlustabzug eines stillen Gesellschafters

Eine Berücksichtigung eines auch am Verlust des Unternehmens beteiligten stillen Gesellschafters als Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen setzt nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes (EStG) voraus, dass die Verlustanteile in der Bilanz (Jahresabschluss) festgestellt und im Streitjahr von dem Einlagekonto des stillen Gesellschafters abgebucht worden sind.

Urteil des BFH vom 28.01.2014
VIII R 5/11
BFH/NV 2014, 1193

Werbungskosten: Maklerkosten für Immobilienverkauf zur Kreditfinanzierung

Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs können Maklerkosten, die im Zusammenhang mit dem Verkauf eines Hauses anfallen, als Werbungskosten bei Vermietungseinkünften anerkannt werden, die der Steuerpflichtige aus anderen Objekten erzielt. Dies gilt zumindest dann, wenn der Veräußerungserlös nachweislich für die Finanzierung der anderen Vermietungsobjekte verwendet wird, diese Verwendung von vornherein beabsichtigt war und entsprechend festgelegt wurde.

Urteil des BFH vom 11.02.2014
IX R 22/13
BFH/NV 2014, 1195

Reisepassentziehung wegen erheblicher Steuerschulden

Ein Reisepass eines deutschen Staatsbürgers kann nach dem Passgesetz entzogen werden, wenn bestimmte Tatsachen die Annahme begründen, dass der Passinhaber sich seinen steuerlichen Verpflichtungen entziehen will. Einen solchen Fall nahm das Verwaltungsgericht Berlin bei einem 60-jährigen deutschen Geschäftsmann an, der dem Land Baden-Württemberg Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag sowie Umsatzsteuer schuldet. Einschließlich Säumniszuschlägen beliefen sich die Steuerschulden zum Zeitpunkt der Entscheidung auf mindestens 531.981 Euro. Der Steuerschuldner hielt sich zudem in der Vergangenheit an verschiedenen Wohnorten in Deutschland auf, z.T. ohne seiner Meldepflicht nachzukommen. Da zu befürchten war, dass sich der Mann ins Ausland absetzt, wurde ihm sein Reisepass entzogen.

Urteil des VG Berlin vom 27.08.2014
23 L 410.14
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