Google AdWords: Das sind die häufigsten Fehler!

Veröffentlicht am 13. September 2010 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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von Sabrina Zebisch

Geringe Streuverluste, volle Kostenkontrolle und die einfach Umsetzung – das macht Google Adwords auch für kleine und mittelständische Unternehmen interessant. Einfach die Kampagne anlegen und mit wenigen Klicks floriert die Homepage! Schön wär's, denn die Ernüchterung kommt nach kurzer Zeit. Das erste Budget ist im Handumdrehen aufgebraucht – die Neukunden sind aber immer noch nicht da. Aber dass lässt sich vermeiden. Zabrina Zebisch zeigt die häufigsten Fehler und wie man diese geschickt vermeidet.

Nichts desto trotz ist Google Adwords ein ausgesprochen effizientes Werbemittel das richtig angewendet enorm zur Umsatzsteigerung beitragen kann. Dazu bedarf es aber einiges an Wissen und vor allem sehr viel Zeit und Übung und Controllilng. Stellen Sie sich vor, man wirft einen Nichtschwimmer ins Wasser. Er kann sich vielleicht über Wasser halten, schwimmen kann er deswegen aber noch lange nicht. Und genauso ist es auch bei Google AdWords. Um mit AdWords Erfolg zu haben, muss man deutlich mehr tun, als nur eine Kampagne anlegen. Die Kunst ist es aus der Masse an Internetnutzern genau diejenigen herauszufiltern, die sich für mich und mein Produkt interessieren. An der Umsetzung dieser recht banal klingenden Aussage, scheitern viele. Besonders AdWords Neulinge machen Fehler, die leicht vermieden werden können.

Vermeiden Sie die 15 folgenden Fehler und einer erfolgreichen Kampagne steht soweit nichts mehr im Weg.

Keine genaue Zielvorstellung

Besonders bei mehr oder weniger spontan angelegten Kampagnen fehlt es oft an einem eindeutigen Werbeziel. Es ist wichtig, dass man sich darüber klar ist, was mit einer Kampagne erreicht werden soll. Sollen primär neue Besucher auf die Seite kommen, um eine Marke bekannt zu machen, strukturiert man die Kampagne anders, als wenn in erster Linie ein Produkt verkauft werden soll.

Google AdWords: Zu viel Budget

Beginnen Sie mit einem kleinen Budget und hauen Sie nicht gleich im ersten Monat das gesamte Marketingbudget für das nächste halbe Jahr raus. Gerade am Anfang, wenn man noch unsicher ist und keine Erfahrung mit AdWords gesammelt hat, kann einem der ein oder andere Fehler unterlaufen. Erhöhen Sie deshalb das Budget schrittweise. Aber natürlich erst dann, wenn sich die Kampagne bezahlt macht!

Zu große Reichweite

Voreingestellt sind im AdWords Konto alle Werbenetzwerke. Die Anzeigen werden also auf der normalen Google Suchseite, im Such-Werbenetzwerk und im Content-Werbenetzwerk geschaltet. Gerade ein kleines Budget ist dementsprechend schnell aufgebraucht. Generell ist es sinnvoller separate Kampagnen für Suchseiten und Content-Werbenetzwerk einzurichten und nicht alle Werbenetzwerke mit einer Kampagne abzudecken. Ist Ihnen das gesamte Content-Werbenetzwerk zu groß und zu unübersichtlich, suchen Sie sich gezielt Seiten heraus auf denen Sie werben wollen und richten Sie diese als Placements ein.

Alle Werbenetzwerke in einer Kampagne

Die Voreinstellung bei der Ausrichtung der Kampagne ist ganz Deutschland. Wenn Sie Ihre Produkte nur in einer bestimmten Region anbieten, zum Beispiel nur in München, Hessen usw. macht es natürlich keinen Sinn, das Produkt im ganzen Land zu bewerben. Erstellen Sie deshalb eine regionale Beschränkung, in der Sie festlegen, in welchen Regionen genau Ihre Anzeigen geschaltet werden sollen.

Google AdWords: Zu große Anzeigengruppen

Es hat durchaus einen Sinn, dass eine Kampagne bis zu 2.000 Anzeigengruppen enthalten kann. Eine Anzeigengruppe sollte Worte enthalten, die thematisch zusammenpassen. Für Synonyme legt man eine separate Anzeigengruppe an. Stellen Sie sich vor, Sie vertreiben Herrenmode über einen Onlineshop und haben es sich zum Ziel gemacht, die Absatzzahl von Hosen zu steigern. Sie legen nicht pauschal die Anzeigengruppe „Hose“ an, sondern viele kleine spezifische Anzeigengruppen, wie „Jeans“, „Bermudas“, „Chinos“ usw. Perfekt ist es wenn Sie die Anzeigengruppen zusätzlich beispielsweise nach Marken unterteilen. Also nicht nur „Jeans“, sondern „Jeans Marke A“, „Jeans Marke B“ und weitere. Diesen Anzeigengruppen ordnet man dementsprechend passende Keywords und Anzeigentexte zu.

Zu allgemeine Keywords

Auch bei der Wahl der Keywords sollten keine zu allgemeinen Begriffe gewählt werden. Sie wollen mehr Hosen verkaufen, dann werben Sie nicht mit generischen Begriffen wie „Kleidung“, sondern mit „Herrenhose“, „Herren Jeans“ usw. Nutzen Sie auch längere Keywordkombinationen, z.B. „Männer Jeans bestellen“.

Nur weitgehend passende Keywords

Es hat sich noch nicht rumgesprochen, aber es gibt sie: Die Keywordoptionen! Nutzen Sie die Optionen weitgehend passend und genau passend um mehr Kontrolle darüber zu haben, bei welchen Suchbegriffe Ihre Anzeigen tatsächlich geschaltet werden.

Fehlende ausschließende Keywords

In jede Anzeigengruppe gehören ausschließende Keywords. Sie wollen etwas verkaufen, dann hinterlegen Sie beispielsweise „umsonst“, „gratis“, „gebraucht“ oder ähnliche Begriffe als ausschließende Keywords. In Ihrem Onlineshop verkaufen Sie Herrenmode, dann schließen Sie natürlich auch solche Keywords aus: „Dame“, „Kinder“ usw. Jeans der Marke „XY“ haben Sie nicht im Sortiment? Dann gehört das Keywords „XY“ ebenfalls zur Liste der ausschließenden. Sehen Sie sich regelmäßig die tatsächlich gesuchten Keywords an. Sie finden bestimmt den ein oder anderen Suchbegriff, den Sie zur Liste der ausschließenden Keywords hinzufügen sollten.

Google AdWords: Allgemeiner CPC

Sie haben die Möglichkeit jedem Keyword einen eigenen CPC zuzuweisen. Nutzen Sie diese Möglichkeit! Es macht keinen Sinn einer gesamten Anzeigengruppe nur einen einzigen CPC zuzuordnen und es dabei zu belassen. Keywords bringen unterschiedliche Leistungen, also muss auch der CPC diesbezüglich angepasst werden.

24-stündige Anzeigenschaltung

Die voreingestellte Dauer der Anzeigenschaltung bei Google ist natürlich 24 Stunden und sieben Tage die Woche. Die Anzeigenschaltung kann aber durchaus an einzelne Tagen und ausgewählte Uhrzeiten angepasst werden. Sie erhalten zwischen 22:00 und 08:00 Uhr nur unqualifizierte Klicks? Dann pausieren Sie die Anzeigenschaltung für diesen Zeitraum.

Google AdWords: Nur ein Anzeigentext

Ein Anzeigentext ist schnell angelegt, reicht aber nicht. Testen Sie verschiedene Anzeigentexte und lassen Sie diese gegeneinander antreten. Die besser laufende Anzeige bleibt bestehen, die schlechtere wird überarbeitet und erneut gegen die andere Anzeige ins Rennen geschickt. Schon kleinste Veränderungen im Text können eine große Wirkung auf Klick- und Conversion Rate haben.

Wahl der Anzeigenauslieferung

Voreingestellt ist hier die leistungsabhängige Anzeigenauslieferung. Anzeigen mit einer besseren Klickrate werden häufiger geschaltet als die Anzeigen mit einer schlechteren CTR. Die CTR sagt aber nicht darüber aus, welche Anzeige sich tatsächlich bezahlt macht, da Faktoren wie beispielsweise die Conversion Rate nicht berücksichtigt werden. Will man zwei Anzeigen miteinander vergleichen muss die leistungsunabhängige Anzeigenschaltung aktiviert werden! Nur dann werden die Anzeigen im gleichen Verhältnis geschaltet und der Vergleich liefert verwertbare Ergebnisse.

Google AdWords: Hauptsache vor der Konkurrenz

Nur weil eine Anzeige vor der des Konkurrenten steht, ist die Kampagne nicht erfolgreich. Ihr Ziel ist es nicht auf Platz eins zu stehen, sondern einen Gewinn zu erzielen. Der CPC eines Keywords darf nicht nur erhöht werden, damit man auf den vorderen Plätzen steht. Anzeigen die auf den Platzen drei und vier stehen können eine genauso gute oder sogar bessere Leistung bringen, da diese vom User bewusster ausgewählt werden.

Kein Conversion Tracking eingerichtet

Der Vorteil von Online Werbung liegt darin, dass der Erfolg einer Kampagne ganz klar messbar ist. Nutzen Sie diesen Vorteil! Eine Kampagne von der man keine ausreichenden Ergebnisse vorliegen hat, kann nicht ordentlich optimiert werden. Man muss wissen ob ein Keyword oder auch eine Anzeige die gewünschten Ergebnisse bringt, in dem man die ihnen zugehörigen Conversions und im besten Fall auch deren Wert ermittelt. Wird der Erfolg einer Kampagne nicht gemessen und ausgewertet verläuft diese schnell ins Leere.

Keine Optimierung

Der schlimmste Fehler von allen und trotzdem der häufigste. Eine Kampagne muss regelmäßig optimiert werden! Eine Kampagne läuft nicht von alleine. Es müssen regelmäßig die Klickpreise angepasst werden, Anzeigentexte getestet und überarbeitet werden und und und. Nur dann kann eine Kampagne Erfolg bringen und der Gewinnsteigerung dienen!

Infos zur Autorin:

Sabrina Zebisch hat langjährige Erfahrung im Onlinemarketing und ist zertifiziert als Google AdWords Qualified Individual und Google Analytics Qualified Individual. Gegenwärtig leitet sie die Onlinemarketing-Abteilung der Convecto New Media GmbH in Frankfurt und betreut zahlreiche Kunden im privaten und öffentlichen Bereich.

(Buchtipp: Google AdWords – Punktgenau werben von Sabrina Zebisch)

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