Die Web Society kommt, sind Sie bereit?

Veröffentlicht am 27. Januar 2009 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Glaubt man den Prognosen für das Jahr 2009 so sind soziale Netzwerke (und das Mobile Internet als Verlängerung der Reichweite) ganz oben auf der Liste der Trendthemen. Damit liegt es nahe, das Internet Marketing auch auf diesen Bereich abzustimmen.

Wenn SOA der Verlierer in 2009 sein wird, so wird das Internet Marketing mittels Social Media ein Top Thema dieses Jahr sein.

Ein sehr deutliches Anzeichen dafür ist auch der diesjährige CeBIT Schwerpunkt Webciety (mit eigenem Social Network). Oder die Zeitungskrise. Beim PR Blogger Klaus Eck findet sich noch ein weiteres gutes Beispiel für diesen Trend, der Wahlerfolg des Medienstrategen Obama.

Web-Society: Communities gründen

Es ist zwar möglich, mit etwas Kreativität und kleinem Budget im Web viel zu erreichen, dennoch tun sich KMUs damit traditionell schwer. Ich möchte einige Tipps geben, wie man die kritische Masse für eine lebendige Community erreichen kann.

Communities bilden sich um Themen herum. So gibt es zum Beispiel Foto- (Flickr, Fotocommunity.de) oder Video-Portale (YouTube, Sevenload), ebenso wie Kunst- und Handwerk-Marktplätze (deviantArt, Etsy) oder Social-Network-Plattformen, die sich auf Geschäftskontakte spezialisiert haben (Xing, LinkedIn, Plaxo), oder Portale bevorzugt für bestimmte Altersgruppen (StudiVZ, SchülerVZ, MySpace) oder die Übermutter der Portale: Facebook. Daneben existieren dann auch noch die virtuellen 3D Welten, allen voran Second Life, das auch für kommerzielle Auftritte genutzt werden kann. Eine mögliche Absatzplattform für Serviceunternehmen wäre MyHammer.

Web-Society: Einfache Strategie

Beteiligen Sie sich an Communties, das ist die einfachste Strategie Social Media zu nutzen. Für KMU ist hier die Möglichkeit, die Mitarbeiter zu ermuntern und zu fördern.

Sich qualitativ an Diskussionen beteiligen und eigene Gruppen moderieren stärkt die Beziehung zu potentiellen und bestehenden Kunden. Beachten Sie dabei insbesondere die Zielgruppe und Region. Nehmen Sie von aggressiver Werbung Abstand.

Natürlich kann man sich auch eine komplette Marketingstrategie mit viel Budget erstellen lassen (große Agenturen bauen hier ihr Know-how aus).

Wenn ein Unternehmen schon Erfahrungen mit der Beteiligung in Communities hat, und eventuell auch schon ein eigenes Blog führt oder mittels Microblogging (Twitter) den Kontakt zu Kunden und Partnern hält, so ist der nächste logische Schritt der Aufbau einer eigenen Community: Es gibt Untersuchungen, wonach mindestens 70 Mitgliedern notwendig sind, damit eine Community nennenswerte Aktivität zeigt.

Es ist nicht einfach so viele Mitglieder zu motivieren. Beachten Sie dabei, die Einstiegshürde gering zu halten, zum Beispiel mit einer einfach gestalteten Registrierung.

Die Mitglieder legen Wert auf Selbstdarstellung und Interaktion. Die eingesetzte Softwareplattform sollte mit den Trends in Sozialen Netzwerken mithalten.

Die einfachste Lösung hierfür ist es, eine Micro-Community (Gruppe) in einer etablierten Plattform zu gründen. Facebook und Xing bieten sich an. Oder wenn es mehr um lokale Themen geht, so sind auch Qype oder Wer-kennt-Wen eine
Möglichkeit.

Was macht Social Media aus?

Ganz klar geht es um die soziale Interaktion zwischen den Mitgliedern. Es haben sich hierfür einige Konzepte etabliert, die es einer Gemeinschaft erlauben, sich selbst zu organisieren.

Dazu gehören z.B. Tags, also frei vergebbare Schlüsselwörter. Communities sind gut darin, hierfür Konventionen zu finden.

Inhalte sind oftmals durch die Mitglieder erstellt (User generated Content), und die Plattform erlaubt Kommentare und Favoriten. Der Content selbst steht meist unter einer liberalen Lizenz (Creative Commons, GFDL).

Manchmal sind die Benutzerprofile der Mehrwert (für das Networking, Kundenaquise oder Personalberatung), aber oftmals dient der kreative Inhalt der Benutzer als Katalysator.

Es hat sich zum Beispiel eine Digitale-Mix-Kultur entwickelt, bei dem die traditionellen Konzepte von Zitat und Samples bis zum innovativen Maximum getrieben werden. Mittels Subscriptions (Abonements) und Feeds können sich die User auf dem Laufenden halten. Für Programmierer sind meist Erweiterungspunkte (APIs) vorgesehen.

Durch den konsequenten Einsatz von Web Technologien ist es den Usern auch selbst möglich, die Webseiten zu erweitern (man nennt es Mashups, wenn man externe Inhalte wie z.B. Videoplayer einbindet).

Wenn Ihr Unternehmen nicht gerade im IT-Sektor und Web 2.0 aktiv ist, zahlt es sich selten aus, eine eigene Community-Lösung zu betreiben.

Falls Sie mehr Kontrolle über das Branding der Community haben wollen, so können Sie auch zu einem der vielen Anbieter für Meta-Communities gehen (mixxt.de, Ning.com, SixGroups). Aber trotz der SaaS-Lösung sollten Sie mit erheblichen Investition von Arbeitszeit in das Community-Management rechnen.

Planen Sie den Einsatz von ehrenamtlichen Helfern (gerade eine Moderatorenrolle ist ein begehrtes Statussymbol in erfolgreichen Communities).

Individualkommunikation mit Mitarbeitern, ehrenamtliche Moderatoren, transparente Kundenforen, Herausgabe der Kundenlisten, bezahltes Surfen am Arbeitsplatz, Ad-Hoc Meldungen im Microblog, Persönlichkeiten - das sind alles Alptraumszenarien für Unternehmer der klassischen Schule.

Aber eine alte Weisheit besagt: Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Einfach ist es nicht, ein gutes Web 2.0-Image zu bekommen. Das lässt sich weder erkaufen noch vortäuschen. Stellen Sie sich dem Markt. Natürlich kann das auch einmal schief gehen.

Wenn Sie den Schritt wagen wollen, finden Sie auf dieser Linkliste erfolgreiche Beispiele. Der frisch gegründete Bundesverband der Community Manager plant ebenfalls Hilfestellungen für solche Pläne. Und falls Sie es noch nicht gelesen haben, besorgen Sie sich das zehn Jahre alte Cluetrain Manifest und lesen Sie es.

(Bild: © bloomua - Fotolia.com)