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Twitter: Mächtiges Marketing-Tool oder überbewerteter Rohrkrepierer?Seit März 2006 existiert der Micro-Blogging-Dienst Twitter. Angemeldete Nutzer können durch Tweets SMS-ähnliche Textnachrichten veröffentlichen und anschließend an die Nutzer verteilen, die sich für das Thema oder den Verfasser eingetragen haben. Die Nachrichten, die auf maximal 140 Zeichen beschränkt sind, werden entlang eines Zeitstrahls dargestellt und in einer Art Blog eingetragen.

Der Absender entscheidet selbst, ob er allen Nutzern seine Nachrichten zur Verfügung stellen möchte oder nur einem bestimmten Freundeskreis.

Twitter: Möglichkeiten zur Kundenbindung

Firmen haben zahlreiche Möglichkeiten über Twitter Marketingaktionen durchzuführen: Durch die verteilten Tweets können Sie ihren Zielgruppen bzw. ihrer Empfängergruppe Informationen über das Unternehmen liefern, neue Produkte vorstellen und auf Sonderangebote oder Verkaufsaktionen hinweisen.

Für PR-Zwecke dient Twitter auch als Kommunikationsinstrument durch den Versand von Pressemitteilungen. Über zahlreiche Erweiterungen lassen sich zudem weitere Informationen über den Empfängerkreis (bzw. den potenziellen Kunden) anzeigen, wie z. B. der Standort über Google Maps.

Durch eingesetzte Links in den Beiträgen lässt sich außerdem Website-Traffic generieren, zum Beispiel durch Verweise auf den eigenen Online-Shop. Viele Großunternehmen wie Amazon, MTV oder Dell haben Twitter bereits im Einsatz und pflegen regelmäßig den Kontakt zu ihren Kunden.

Einsatz von Twitter innerhalb von Unternehmen

Twitter unterstützt auch die Kommunikation innerhalb von Unternehmen. Mitarbeiter können so erfahren, womit sich Kollegen gerade beschäftigen. Der Einsatz im Projektmanagement ermöglicht es den einzelnen Akteuren, jeweils einen Statusbericht auszutauschen.

Durch den einfachen Zugriff über Handy oder Internetzugang ist jeder Nutzer immer über den aktuellen Stand des jeweiligen Projekts informiert.

Twitter – ein erfolgreiches Marketinginstrument?

Twitter ermöglicht als Marketinginstrument Kontakte zum Kunden mit wenig Aufwand auszubauen und direkt anzusprechen. Ein hohes Marketingbudget ist nicht notwendig. Jedoch kann das Erstellen und Pflegen der Beiträge einen hohen Zeitaufwand bedingen.

Wer nicht nur einen oder zwei Twitter-Beiträge pro Tag erstellt, benötigt dafür viel Zeit. Je größer der Empfängerkreis ist, desto mehr Input erhält der Marketingverantwortliche.

Fragen können an die jeweilige Empfängergruppe gerichtet werden, um Trends oder Bedürfnisse der Kunden herauszufinden. Jeder Twitter-Channel lässt sich z. B. in Form eines Newsfeeds oder per Handy unkompliziert abonnieren.

Primäres Ziel von Marketingaktionen über Twitter sollte immer bleiben, das Vertrauen des Empfängers zu gewinnen. „Tweeten Sie so oft über andere wie über sich selbst.“, formuliert der Social-Marketing Experte Aaron Brazell, Herausgeber von Technosailor.com, als „goldene Regel“ des Twitter-Marketings.

Es gilt: Unternehmen und Zielsetzung sollten deutlich erkennbar bleiben. Daher empfiehlt sich ein Twitter-Name im Zusammenhang mit dem Angebot oder dem eigenen Firmennamen.

Ist Twitter nun ein erfolgreiches Marketing-Instrument für den Handel? Bisher gibt es hier noch keine klaren Zielgruppen, die fokussiert angesprochen werden könnten. Hierzulande sind bislang vor allem die First Mover in Twitter engagiert.

Obwohl in den USA bereits über eine Millionen Internetnutzer regelmäßig „twittern“ und täglich über drei Millionen Nachrichten erstellt werden, sind in Deutschland gerade mal 60.000 Twitter-Anwender aktiv. Unternehmen erreichen daher noch zu wenige Personen, die sich für ihre Produkte interessieren könnten. Bei Journalisten haben sich bisher eher „klassische“ Blogs etabliert als Twitter.

Fazit

Der Micro-Blogging-Dienst Twitter ist bisher als Marketing-Instrument eher ungeeignet und steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen, weil viele Menschen (und potenzielle Kunden) diesen Dienst noch nicht kennen.

Es bleibt jedoch für Unternehmen spannend, zu beobachten und auszuprobieren, ob darin nicht auch die Chance liegt, eine neue Web 2.0-affine Zielgruppe zu erschließen.

Twitter: Weiterführende Links

www.twitter.com (offizielle Seite)
www.twittervision.com (Anzeige von „Tweeds“ auf Google Maps)

Quellen

Aaron Brazell: „The Golden Rule of Twitter Marketing“
Richard Joerges: „Jetzt liegen die Twitter-Zahlen auf dem Tisch“

Autoren

Andreas Goßen und Andreas Duscha. Andreas Duscha (Dipl.-Wirt.-Inf.) sind seit Januar 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter am ECC Handel Institut für Handelsforschung. Schwerpunktmäßig beschäftigen sie sich mit Fragen des E‑Commerce, dabei insbesondere mit Methoden der Online-Kunden­akquisition, Verfahren des Suchmaschinenmarketings, Online-Befragungen sowie mit Einsatzmöglichkeiten der RFID-Technologie. Mehr über Andreas Goßen erfahren Sie in der unten stehenden Autoren-Information.

www.ecc-handel.de

(Bild: © maconga – fotolia.de)

Andreas Goßen

Andreas Goßen (Dipl. Kfm. (FH)) ist seit November 2008 als Freier Mitarbeiter am ECC Handel tätig. Im Juni 2008 schloss er sein Studium an der Europäischen Fachhochschule Brühl erfolgreich ab.

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