SEO: So tickt Google! (Teil I)

Veröffentlicht am 7. Januar 2010 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

Fotolia_18955813_XSBevor wir loslegen, vorweg ein paar grundlegende Überlegungen: Für die Suchmaschinenoptimierung (engl. Search Engine Optimization; SEO) einer jeden Website lassen sich einige oder sehr viele passende Begriffe definieren. Nun stellt sich die Frage, wie man diese Begriffe mit den Seiten einer Website verbindet.

Von Thomas Kaiser

Um herauszufinden, welche Seite Ihrer Website bereits jetzt von Google als wichtigstes Dokument für einen bestimmten Begriff erachtet wird, können Sie in Google wie folgt suchen:

Mit der Suchoption site: schränken Sie die Google-Suche auf eine Website ein, z.B. site:unternehmer.de.

Zusätzlich geben Sie den gewünschten Suchbegriff ein, getrennt durch ein Leerzeichen. Dann erhalten Sie in den Suchergebnissen die Seiten der Website, die Google als relevant für diesen Begriff erachtet. Z.B. site:unternehmer.de marketing. So können Sie sehen, welche Seite einer Website die höchste Relevanz hat.

Vorsicht: Dies muss nicht unbedingt das optimale Dokument sein, welches man für den Suchbegriff optimieren sollte. Durch Optimierungsmaßnahmen kann sich natürlich die Relevanz von Seiten verändern. Zudem sollte man versuchen, nicht irgendein Dokument möglichst hoch zu platzieren, sondern das, welches auch aus Sicht eines Besuchers das relevanteste ist. Denn hohe Platzierungen sind ja nicht das eigentliche Ziel, sondern mehr Besucher, mehr qualifizierte Kontakte oder mehr Umsatz. Wenn also Besucher auf einer unpassenden Seite landen, werden diese auch schnell wieder verschwinden.

Übrigens: Die Technologien sind heute schon viel weiter als die derzeit genutzten Verfahren der Suchmaschinen. Hauptproblem ist, dass die Datenmenge sehr groß ist und kontinuierlich wächst, sodass nur schnelle, effiziente Algorithmen zum Einsatz kommen. Zwar können Computer durchaus Texte verstehen und interpretieren, dazu wird aber eine gewaltige Rechenleistung benötigt, die den Suchmaschinen nicht zur Verfügung steht.

Schließlich müssen nicht nur Milliarden Seiten indexiert, sondern auch regelmäßig auf Veränderungen hin überprüft werden. Neue Technologien werden aber nach und nach in die Algorithmen der Suchmaschinen einfließen. Der Kontext des Suchenden kann ebenfalls helfen, denn ein Koch, der nach „Hefe“ sucht, hat andere Interessen als ein Biologe. Den Kontext kann Google heute durch die personalisierte Suche besser erkennen.

Suchmaschinenoptimierung: Korrektes (X)HTML

Sie helfen den Suchmaschinen sehr, wenn Sie auf Ihrer Website korrektes (X)HTML verwenden. Leider produzieren heute noch Tools und CMS nicht validen Quellcode. Sie können Ihre Website kostenlos unter http://validator.w3.org/ auf Fehler hin überprüfen.

Doch erschrecken Sie bitte nicht: Sie werden dort in der Regel für fast jede Website Fehler und Warnungen angezeigt bekommen. Allerdings sind nicht alle Fehler und Warnungen relevant für die Suchmaschinen! Eine Korrektur aller Fehler und Warnungen ist oftmals sehr aufwendig. SEO-Experten können relativ schnell erkennen, welche Fehler unbedingt korrigiert werden müssen und welche keinerlei Bedeutung haben. Eine gute Alternative ist validome.

Suchmaschinenoptimierung: No risk, no fun?

Top 1 Platzierung in nur zehn Tagen oder Eintragung in 700.000 Suchmaschinen – solche Angebote findet man überall im Internet. SEO gibt es bereits für wenige Euro im Flat-Tarif und ein Rauswurf bei Google kostet auch nichts außer Geld, Nerven, Reputation, den eigenen Job oder gar die eigene berufliche Existenz.

Der wohl bekannteste Rauswurf aus dem Google-Index ist derjenige von BMW. Sie sollten wissen, dass man bei einer Optimierung der Website sehr schnell gegen eine Regel der Suchmaschinen verstoßen kann. Die Regeln wurden erst vor einigen Jahren eingeführt und im Laufe der Jahre nicht nur erweitert, sondern auch immer konsequenter durchgesetzt. Hierzu beschäftigt Google zahlreiche Hilfskräfte, die gemäß dem "Google Spam Rating Guide" Seiten mit Regelverstoß ausfindig machen.

Dieser Rating Guide ist übrigens im Internet zu finden, allerdings muss man stets intensiv danach suchen, da Google den Download gerne verhindert und sich deswegen die Internetadressen immer wieder ändern.

  • Unternehmer.de verlost unter allen Leserinnen und Lesern, die den "Google Spam Rating Guide" im Internet finden und die Web-Adressen hier als Kommentar posten, gedruckte Sonderausgaben des Magazins "Mittelstand Wissen".

An dieser Stelle möchte ich aber noch darauf hinweisen, dass Verstöße gegen die Regeln nicht nur durch einen Versuch, die Suchmaschinen auszutricksen, passieren. Manchmal kann es auch in guter Absicht passieren: Wenn Sie beispielsweise unter anderem Angebote für Blinde auf Ihrer Website haben, macht es Sinn, einen versteckten Link ganz zu Beginn der Startseite einzubauen, der Besucher direkt zu den Angeboten für Blinde leitet. Blinde, die sich die Website am Computer vorlesen lassen, können damit sofort zu den passenden Angeboten kommen. Ein guter Gedanke, aber der versteckte Link verstößt gegen die Regeln.

In einem anderen Fall gab das CMS-System auf jeder Seite alle Links der Navigation mit aus, die in der Navigation definiert waren. Allerdings gab es Seiten auf der Website, wo bestimmte Teile der Navigation für den Besucher nicht sichtbar waren. Das CMS-System definierte die Links, die nicht gebraucht wurden, als unsichtbar, während alle anderen entsprechend eingeblendet wurden. Die Tatsache, dass Links mittels CSS unsichtbar gemacht werden, ist an sich nicht das Problem. Wenn es aber Links gibt, die unsichtbar sind, aber durch keine Interaktion mit dem Benutzer auf der Seite sichtbar werden, ist das auch ein Verstoß.

In einem weiteren Fall verwendete man Bilder innerhalb der Website, die Text enthielten. Den Text, der in den Bildern stand, schrieb man zusätzlich in den Quelltext und machte diesen Text mittels CSS unsichtbar. Man wollte ja für die Suchmaschinen die Bilder lesbar machen. Aber auch das ist ein Regelverstoß.

Ja, die Tücke steckt im Detail und es wäre gut, die eigene Website mal zu durchsuchen. Vielleicht haben Sie einen Regelverstoß bereits auf Ihrer Website, ohne dass Sie es wissen. Und es soll erwähnt sein, dass es neben einem Rauswurf aus dem Index auch noch weitere Bestrafungen gibt, wie beispielsweise die Herabstufung der Linkpopularität, die meistens dann verhängt wird, wenn jemand Links auf seiner Website verkauft.

Ich will hier nicht alle Abstrafungen aufzählen, denn es kursieren viele Formen der Abstrafung im Internet und einige sind durchaus fraglich. Man muss aber auch sagen, dass eine Abstrafung eine Ausnahme ist und wenn Sie genügend Vorkehrungen treffen und Ihre Website gründlich geprüft haben, dürfte eine Abmahnung nicht in Frage kommen. Wenn Sie sich an die Regeln halten...

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch Top Platzierungen bei Google & Co..

Weitere Artikel dieser Serie:

Suchmaschinenoptimierung: So tickt Google – Teil II
Suchmaschinenoptimierung: So tickt Google – Teil III
Suchmaschinenoptimierung: So tickt Google – Teil IV
Suchmaschinenoptimierung: So tickt Google – Teil V

(Bild: © shockfactor - Fotolia.com)