| 2. Januar 2013

Marketing & Vertrieb

Kein Kauf trotz Warenkorb? So minimieren Sie Kaufabbrüche in Ihrem Online-Shop

Online-Shop: Bereits an der Kasse und dennoch Abbruch statt KaufDer prozentuale Anteil von Warenkorbabbrüchen bei Online-Kaufaktionen lässt sich nur erahnen. Branchen-Kenner gehen jedoch von Werten zwischen 50% und 70% aus. Viele Onlineshop-Betreiber schlagen deshalb beim Blick in die Statistiken ihres Shops regelmäßig die Hände über dem Kopf zusammen.

Und das zu Recht, denn von allen Stellen, an denen man im Shop einen Kunden verlieren kann, ist der Warenkorb die ärgerlichste, weil der Kunde dort schon fast gekauft hat. Beherzigen Sie beim Erstellen Ihres Onlineshops folgende Regeln, so dass kein Umsatz unnötig verloren geht:

Keine Pflichtanmeldung

Manche Shops verlangen eine obligatorische Anmeldung. Das ist ein großer Fehler, denn die Pflichtanmeldung im Checkout-Prozess ist tatsächlich der Hauptgrund für einen vorzeitigen Kaufabbruch. Insbesondere bei kleinen Onlineshops stößt dies auf besondere Ablehnung. Deshalb gilt: Machen Sie die Registrierung optional und lassen Sie sie am Ende des Kaufprozesses stehen. Dazu reichen die eMail-Adresse und ein vom Kunden gewähltes Passwort aus.

Vorsicht vor zu vielen Informationen

Wir alle wissen, dass mit sinnlosen Informationen überfrachtete Webseiten mehr als abschreckend wirken. Das gilt natürlich auch für den Checkout-Prozess. Deshalb gilt hier: Weniger ist mehr.

Formulare

Verzichten Sie darauf, redundante Daten wiederholt abzufragen. Unterscheidet sich die Rechnungsadresse beispielsweise nicht von der Lieferadresse, so sollte diese nicht separat noch einmal abgefragt werden.

Vertrauen

Schaffen Sie im Shop vertrauensbildende Maßnahmen und informieren Sie Ihre Kunden über rechtliche Aspekte. Weisen Sie den Kunden auf seine zweiwöchige Widerrufs- und Rückgabefrist hin. Vertrauen schaffen darüber hinaus Gütesiegel wie Trustedshops oder EHI. Eine weitere gute Option ist es, wenn Sie den Besuchern ermöglichen, sich vorangegangene Bestellschritte noch einmal anzuschauen.

Verfügbarkeit

Sobald der Kunde eine Kaufentscheidung getroffen hat, möchte er sie schnellstmöglich umsetzen. Klare Aussagen zur Verfügbarkeit wie „Sofort lieferbar“ oder „Wieder erhältlich in einer Woche“ sind deshalb ratsam und ungenauen Botschaften wie „Lieferung sobald die Ware eingetroffen ist“ vorzuziehen.

Faire Versandkosten

Wenn Sie zu hohe oder unrealistische Versandkosten angeben, können Sie sicher sein, dass Ihr Kunde abspringen wird. Sollten Sie also nicht in der Lage sein, einen kostenlosen Versand anzubieten, halten Sie die Versandkosten möglichst niedrig. Legen Sie die Versandkosten außerdem so früh wie möglich im Checkout-Prozess offen.

Bezahlverfahren

Je mehr verschiedene Bezahlvarianten Sie anbieten, desto besser. Das Bezahlen über Kreditkarte ist übrigens die im Internet am häufigsten benutzte Bezahlvariante. Als Shopbetreiber sollte es außerdem selbstverständlich sein, dass die persönlichen Daten und Zahlungsinformationen des Kunden verschlüsselt übertragen werden. Darüber sollten Sie den Kunden auch informieren, denn das schafft zusätzliches Vertrauen.

Bestellbestätigung

Nichts ist ärgerlicher als wenn ein Kunde den letzten Schritt der Bestellung durchgeführt hat und unzureichende Informationen darüber enthält, ob seine Bestellung erfolgreich war oder nicht. Informieren Sie den Kunden deshalb nach dem letzten Schritt darüber, dass seine Bestellung angekommen ist.

Kunden zurückholen

Trotz aller Maßnahmen wird es sich nicht ganz verhindern lassen, dass der ein oder andere Kunde beim Checkout abspringt. Bei Kunden, die ihrem Shop den Rücken gekehrt haben, kann eine zielgerichtete Remarketing-Maßnahme sinnvoll sein. Das kann z.B. eine Mail sein, mit der der Kunde dank eines Rabatts doch noch am Ende zurück in den Shop gelockt wird, damit der Besuch Ihres Shops auch für Abtrünnige und für Sie als Shopbetreiber zu einem „Happy End“ kommt.

Fazit

Machen Sie den Checkout übersichtlich, schaffen Sie Vertrauen bei Ihren Kunden und bieten Sie ihnen so viele Infos wie nötig aber so wenige wie möglich. Das ist, grob gesagt, die Formel, mit der Sie den Anteil abgebrochener Warenkörbe verringern können.

(Bild: © vege – fotolia.de)

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