Erfolgreiches Social Media Marketing in Ihrem Unternehmen! (Teil III)

Veröffentlicht am 19. September 2011 in der Kategorie Marketing & Vertrieb von

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Fallstricke beim Social Media MarketingViele Unternehmen haben noch immer Schwierigkeiten, wenn es darum geht, die sozialen Medien in ihr Marketingkonzept einzubauen. Daher wurde im ersten und zweiten Teil des Artikels erläutert, welche Voraussetzungen für ein erfolgreiches Social Media Marketing vorhanden sein müssen und welche verschiedenen Aufgabenbereiche SMM umfasst. Nachfolgend werden nun einige Fallstricke besprochen, die sich aus den bisher genannten Informationen ergeben und zum Misserfolg von Social Media Marketingkampagnen führen können.

1. Starre hierarchische Strukturen und veraltete Denkweisen

Für die Implementierung von Social Media Marketing in Unternehmen sind zu strenge Richtlinien und Vorgaben nicht zu empfehlen. Natürlich geht es nicht ohne Richtlinien, um nicht im kommunikativen Kraut & Rübenfeld zu enden. Doch diese müssen genug Platz für Spontanität und Flexibilität lassen, denn wer will schon mit einem stocksteifen Ansprechpartner einen Dialog führen bzw. Ewigkeiten auf eine offensichtlich durch den Unternehmens Filter gelaufene Antwort warten? „Be Social“ heißt hier das oft in diesem Zusammenhang stehende Credo und dafür bedarf es Raum für Flexibilität und Spontanität ohne Abstrafung des zuständigen Mitarbeiters.

Geschäftsführer mit veralteten Denkweisen und Angst vor negativem Feedback sind hier genauso schädlich wie eine tiefe hierarchische Struktur oder fehlende Eigenverantwortung auf Seiten der Mitarbeiter. Social Media Marketing muss im gesamten Unternehmen ankommen und gelebt werden bevor erfolgreiche Kampagnen gestartet werden können.

2. Unterschiedliche Unternehmenskommunikation

Dieses Szenario ist das genaue Gegenteil vom vorherigen Punkt. Existieren gar keine Richtlinien kann es schnell aufgrund unterschiedlicher Kommunikation zwischen Marketing, PR-Abteilung und Social Media Manager zu widersprüchlichen Aussagen kommen. Dies kann eine Marke schädigen und Verunsicherung auf Konsumentenseite hinterlassen.

3. Mitarbeiter nicht bereit für persönliches Engagement

Aus eigener Erfahrung ist dies ein Punkt, der oft in der Praxis vorkommt. Die Geschäftsführung ist offen für Social Media Kommunikation. Jetzt gilt es nur noch die passenden Community Manager zu identifizieren, die mit Ihrem Namen für das Unternehmen stehen sollen. Nicht selten ist hier Schluss, da man sich mit diversen Bedenken auf Mitarbeiterseite konfrontiert sieht.

Ängste wie Informationen über die eigene Person im Internet preiszugeben, Gedanken wie „Was ist mit meiner Online Reputation nach einer zukünftigen Kündigung“ stellen der Einführung von Social Media Marketing in ein Unternehmen oft im Vorfeld schon ein Bein. Diese Eventualität sollte man nicht unterschätzen, denn man wird es nicht schaffen gegen den Willen des Mitarbeiters erfolgreiches Social Media Marketing über ihn zu betreiben. Empfehlenswert hier sind Mitarbeiter, die sich mit Herz und Seele mit dem Unternehmen identifizieren und dies auch nach außen kommunizieren wollen.

4. Fehlende Produkteigenschaften bzw. Emotionalität

Sind die zu vertreibenden Produkte oder Dienstleistungen nicht ausreichend emotional, ist es, wie bereits beschrieben, sehr schwer diese über Social Media Kanäle bekannter zu machen, und man muss auf virale Container zurückgreifen. Dadurch muss man einen Umweg gehen und hoffen, dass ein direkter Bezug zur Marke bzw. dem Produkt hergestellt wird. Es sinken die Erfolgschancen beträchtlich.

5. Monolog statt Dialog / Werbung statt Empfehlung

Die Art und Weise der Kommunikation ist der derzeit noch häufigste Fallstrick bei Social Media Marketing in Unternehmen. Die klassischen Marketing Kommunikationsprinzipien werden eins zu eins auf Social Media Marketing angewendet. Einseitige Kommunikation ohne Möglichkeit zur Interaktion und Mehrwert für die Zielgruppe sind vorab schon zum Scheitern verurteilt.

6. Negatives Feedback

Beim Social Media Marketing gibt das Unternehmen die Kontrolle des Marketings aus der Hand und der Konsument selber greift in das Marketing ein. Das Unternehmen legt nur den Grundstein und gibt den Startschuss. Durch die Vorarbeit kann die Route gesetzt werden, aber ist eine Kampagne einmal gestartet, entscheiden die Konsumenten selber, welchen Weg der Informationsfluss geht.

Folgen die Influentials der gesteckten Route, läuft alles wie geplant und der Nutzen ist, gemessen an den Kosten, enorm. Gehen sie aber eigene Wege, kann es zu verheerenden negativen Effekten in Form von negativer Mundpropaganda kommen. Dies kann sich in kürzester Zeit weltweit verbreiten und dem Produkt oder der kompletten Marke schaden. Ist eine Botschaft publiziert, lässt sie sich nicht mehr stoppen.

Negative Schlagzeilen verbreiten sich schneller als positive. Sind negative Inhalte erst einmal im Internet publiziert, ist es so gut wie unmöglich, diese wieder zu entfernen. Die einfache Replikationsmöglichkeit, die auf Weiterverbreitung programmierten Meme und das „ewige Gedächtnis“ von Google macht das Entfernen unmöglich. Diese Unkontrollierbarkeit lässt Unternehmen nur zögerlich mit Social Media Marketing arbeiten. Der neutrale Fall ist der, dass eine virale Kampagne keinen Effekt auslöst und sich schnell verläuft bzw. sich nur schleppend verbreitet.

Fazit

Bei der Implementierung von Social Media Marketing in Unternehmen muss man auf eine Vielzahl an Fallstricke achten und sollte strukturiert vorgehen, sowie dabei im Vorfeld klären, welche Aufgaben man extern an Agenturen vergeben möchte. Auf Prinzipien aus der klassischen Marketing Lehre sollte größtenteils verzichtet werden und auf Flexibilität bzw. Raum für Spontanität geachtet werden. Damit und etwas Empathie sollte die Grundlage für erfolgreiches Social Media Marketing gelegt sein.

Weitere Artikel dieser Serie:

Erfolgreiches Social Media Marketing in Ihrem Unternehmen! (Teil I)
Erfolgreiches Social Media Marketing in Ihrem Unternehmen! (Teil II)

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