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Häufig verzichten Unternehmer auf Strategien. Die Gründe dafür sind vielfältig: Es fehlt die Zeit für die Gestaltung, oder man weiß nicht, wie man eine strategische Planung aufsetzt.

In sehr vielen Fällen wird auch angenommen, dass die Grundlage für eine solche Planung darin besteht, zunächst möglichst exakt zu bestimmen, welche zukünftige Entwicklung realistisch ist.

Der erfolgreichste Ansatz, um gute strategische Planungen zu entwickeln, ist der folgende:

Zunächst definiert man die gewünschten Ziele und Ergebnisse. Dabei werden einschränkende Rahmenbedingungen nur berücksichtigt, wenn sie offensichtlich sind. Meist ist es zu Beginn einer Planungsphase noch nicht absehbar, welche Ergebnisse realistisch erreicht werden können, sodass es eine unnötige Belastung für die Planung wäre, wenn man bereits im Voraus alle möglichen Wachstumsfaktoren berücksichtigen wollte. Besser ist es, herausfordernde Ziele festzulegen und anschließend eine Strategie zu entwickeln, die dafür sorgt, dass sie auch erreicht werden.

Jede schriftliche Strategie sollte ein Kapitel über Indikatoren enthalten. Sie müssen möglichst frühzeitig anzeigen, ob man sich den gewünschten Zielen nähert. Definiert man beispielsweise in einem Businessplan nur den Umsatz als Indikator, so gewinnt man kaum Informationen darüber, ob die gewählte Strategie erfolgreich ist. Es ist daher sinnvoll, bereits vorher Indikatoren festzulegen, die anzeigen, ob das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist. Im folgenden Kapitel wird erläutert, welche Indikatoren besonders geeignet sind, um im Rahmen der hier vorgestellten Systematik frühzeitig zu erkennen, ob die gewählten Vorgehensweisen erfolgreich sind.

Schließlich muss jede Strategie auch ein Kapitel über die konkreten Maßnahmen beinhalten, die in den nächsten Monaten durchzuführen sind. Die Liste sollte möglichst konkret und unmissverständlich formuliert werden. Unklare Aussagen wie »Kundengewinnung verbessern« können nicht in konkrete Handlungen umgesetzt werden.

Hier ein paar Beispiele für typische Maßnahmen zur Unternehmensentwicklung, die als Bestandteil einer Businessplanung geeignet sind:

  • Lebensqualität: Entwicklung und Dokumentation einer unternehmerischen Vision. Besprechen der Entwürfe mit den Mitarbeitern und Veröffentlichung nach Abstimmung im Internet und der neuen Firmenbroschüre. (März 2011)
  • Interessentengewinnung: Erstellung eines ausführlichen Gesprächsleitfadens zur Disqualifikation von Kontakten. Testen des Leitfadens in mindestens 100 Telefonaten, dabei gegebenenfalls Optimierung des Leitfadens (abhängig vom Feedback). (April 2011)
  • Kundengewinnung: Ausarbeitung einer schriftlichen Zufriedenheitsgarantie für Neukunden. Integration der Garantie in den Prozess der Kundengewinnung. (Januar 2011)
  • Management: Aktualisierung des Businessplans. Vollständige Aktualisierung aller Kapitel. (Juni 2011)

Je konkreter Sie Maßnahmen beschreiben, desto einfacher wird die nachfolgende Umsetzung und Kontrolle. Darüber hinaus können Sie festlegen, welcher Mitarbeiter für jede Einzelmaßnahme verantwortlich ist, sodass eine
klare Zuordnung gegeben ist.

Aktualisieren Sie Planungen regelmäßig (zum Beispiel alle sechs Monate) und immer dann, wenn sich größere Veränderungen ergeben. Sofern sich besondere Gelegenheiten ergeben, die in der Strategie nicht berücksichtigt
wurden, ergreifen Sie die Gelegenheit und passen Sie den Plan entsprechend an. Denken Sie daran, dass ein Plan Ihre Entwicklung unterstützen soll und nicht hemmen darf.

Für die folgenden Bereiche sind schriftliche Strategien empfehlenswert:

  • Management: Der Businessplan beinhaltet Strategien zur Entwicklung des gesamten Unternehmens. Er definiert Wachstumsziele und Kennzahlen zur Messung des Erfolgs. Außerdem beschreiben die Maßnahmen die geplanten Aktivitäten zur Entwicklung aller acht Hauptgeschäftsprozesse.
  • Führung: Beschreiben Sie Ihr Rollenorganigramm, die einzelnen Rollen und die geplanten Strategien  zur Personalauswahl und Einarbeitung neuer Mitarbeiter.
  • Marketing: Ein Marketingplan beinhaltet die Aktivitäten zur Interessentengewinnung für die nächsten Monate und die dafür zur Verfügung gestellten Budgets.
  • Finanzen: Die Finanzplanung beschreibt die geplante Entwicklung von Umsatz und Gewinn und stellt ihr die Budgets für die einzelnen Kostenstellen gegenüber.
  • IT-Strategie: Die IT-Strategie definiert Standards für die IT-Umgebung und dient als Grundlage für die Entscheidung, in bestimmte Technologien zu investieren.

(Bild: © Phoenixpix – Fotolia.com)

Dr. Jochen Sommer

Dr. Jochen Sommer ist Geschäftsführer der Sommer Solutions GmbH in Linsengericht. Der erfahrene Berater hat ein Analyse-, Beratungs- und Coachingsystem entwickelt, das Unternehmer modular nutzen können, um ihr Unternehmen profitabler zu machen und persönlich wieder mehr Lebensqualität zu bekommen.

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