Arbeits(schutz)kleidung: Wer muss sie tragen und wer zahlt dafür?

Veröffentlicht am 7. Oktober 2016 in der Kategorie Management & People Skills von

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Arbeitsschutzkleidung. Wir erklären was dahinter steckt.

Wer am Schreibtisch arbeitet, trägt sie meist nicht, wer mit den Händen arbeitet meistens: Arbeitskleidung. Dabei ist Arbeitskleidung nicht gleich Arbeitskleidung. Denn nicht immer ist Berufsbekleidung auch Arbeitsschutzbekleidung. Die Bekleidungsart ist abhängig von der Berufsbranche.

  • Im Dienstleistungsgewerbe gibt es oftmals eine Unternehmensuniform oder zumindest einen Dresscode.
  • Im handwerklichen Bereich hingegen meist Schutzkleidung. Wobei es auch da unterschiedliche Kategorien gibt.

Arbeitskleidung hat in der Regel die Funktion den Menschen zu schützen – vor Wind und Wetter, Farbe, Schmutz oder körperlichem Schaden. Erhältlich ist die übliche Arbeitsschutzkleidung bei Fachhändlern. Die haben meist allerlei branchenspezifische Produkte im Sortiment, von Kniepolster für die Arbeitshose von Fliesenlegern bis hin zu Atemschutzmasken für Maler und Lackierer.

Angemessene Kleidung – Dresscode und Corporate Identity

Arbeitskleidung muss aber nicht immer eine schützende Funktion haben. Nicht selten müssen Arbeitnehmer im Job Uniform tragen oder zumindest einem einheitlichen Dresscode folgen. Dahinter verbirgt sich ein anderes Motiv als der Schutz der Arbeitnehmer. Viele Unternehmen wollen durch Arbeitskleidung nach außen ein einheitliches Bild abgeben und stecken ihr Personal deshalb in Arbeitskleidung. Das kann man bei Fastfood-Restaurants genauso beobachten wie bei großen Warenhäusern und im Einzelhandel.

Änderung bei Arztkitteln: keine modisch motivierte Entscheidung

Im medizinischen Bereich ist eine besondere Arbeitskleidung seit Jahrzehnten Pflicht. Die Vorteile sind:

  • Der Schutz der Patienten
  • Die Arbeitskleidung ist pflegeleichter als Privatkleidung
  • Eine leichtere Identifizierung des Fachpersonals ist gegeben

Übrigens ändert sich genau hier gerade etwas. So war es bisher in Krankenhäusern üblich, dass Ärzte langärmlige weiße Kittel trugen. Weil sich über die langen Ärmel der Mediziner jedoch die ungeliebten Krankenhauskeime besonders leicht übertrugen, haben einige Kliniken vor kurzem die langen Kittel aussortiert und sind auf kurzärmelige umgestiegen. Diese sollen nun der Verbreitung von multiresistenten Keimen Einhalt gebieten.

Arbeitsschutzkleidung im Job zahlt der Arbeitgeber

Eine grundlegende Frage, die beim Thema Arbeitskleidung immer wieder auftaucht, ist die Frage: Wer bezahlt das? Darauf gibt es eine klare Antwort.

Die sogenannte persönliche Schutzausrüstung (PSA) kann zum Beispiel aus Sicherheitsschuhen, einer Schutzbrille, Anzügen, Kopfbedeckungen und ähnlichem bestehen. Dazu gibt es entsprechende gesetzliche Verpflichtungen, die den Arbeitgeber zum Stellen der Schutzkleidung verpflichten. Damit einher geht allerdings auch die Verpflichtung, eben diese Arbeitsschutzkleidung zu tragen.

Individuelle Regelung bei der Berufsbekleidung

In Sachen Arbeitsbekleidung ist die Gesetzeslage ein wenig anders. Handelt es sich bei der Arbeitsbekleidung nicht um Schutzkleidung, können grundsätzlich die Kosten auf den Arbeitnehmer übertragen werden. Das muss jedoch im Tarifvertrag, der Betriebsvereinbarung oder dem Arbeitsvertrag schriftlich festgehalten sein. Und auch dann muss nicht jeder alles zahlen.

Arbeits(schutz)kleidung: Wer muss sie tragen und wer zahlt dafür?

Die Anschaffungskosten für die Berufsbekleidung müssen in einem vernünftigen Verhältnis zum Einkommen stehen. Bei Geringverdienern darf nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes aus dem Jahre 2009 nichts vom Gehalt für die Anschaffung von Arbeitskleidung abgezogen werden.

Abschließend lässt sich festhalten:

Arbeitskleidung hat in vielen Bereichen durchaus ihren Sinn, auch wenn sie nicht jeder Arbeitnehmer mit Begeisterung trägt.

In den meisten Fällen dient sie zum Schutz – entweder vor Verschmutzung oder körperlichen Schäden. Sie ist in vielen Unternehmen aber auch Teil der Unternehmensidentität. In den Fällen stellt das Unternehmen meist die Kleidung. Tut es das nicht, kann der Arbeitnehmer selbst dafür aufkommen, das hängt von den individuellen Vereinbarungen ab.