Guter Führungsstil? Was Führungskräfte vom Salsa tanzen lernen können

Veröffentlicht am 28. September 2016 in der Kategorie Management & People Skills von

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Guter Führungsstil? Was Führungskräfte vom Salsa tanzen lernen könnenDass „Führungsstil“ nicht nur ein Schlüsselwort in der Unternehmensführung, sondern auch beim Tanzen ist, mag man erst einmal als Zufall werten. Fest steht jedoch, dass Unternehmer vom Salsa tanzen eine ganze Menge über gute Führung lernen können.

Embodiment: Lernen durch Verkörperung

Vorab gesagt: Das, was hier über das Salsa Tanzen gesagt wird, gilt eigentlich auch für alle anderen Paartanzstile. Das Grundprinzip der Übertragung von Erfahrungen beim Tanzen auf den Kontext der Unternehmensführung, fällt in das Feld des „Lernens durch Verkörperung“ (engl. „Embodiment“). Was hier als Analogie betrachtet wird, kann daher auch ganz wörtlich genommen werden.

Im Folgenden werden wir drei Fehler eines schlechten Tänzers mit der entsprechenden Führungspersönlichkeit gegenüberstellen. Dies sind – grob gesagt – die drei Punkte, an denen Salsa tanzen für Führungskräfte praktische Relevanz erhalten kann.

1. Der Grobian: "Wir machen es auf MEINE Art!"

Es gibt (schlechte) Tänzer, die Führung so verstehen, dass sie sagen, was gemacht wird, ohne Wenn und Aber. Diese Salseros stoßen und ziehen den Partner bzw. die Partnerin umher und gehen dabei ziemlich grob vor, oft, ohne dass sie selbst es merken.

Ähnlich im Unternehmen: Wer Führung als das reine Erteilen von Befehlen missversteht, wird nicht erfolgreich agieren. Zum erfolgreichen Umsetzen eigener Strategien gehört auch, sich auf das Gegenüber einzustellen und dessen Bedürfnisse – in gewissem Maße – mit zu berücksichtigen.

Nur, wenn das geschieht, arbeiten Mitarbeiter gut und eigenverantwortlich im Sinne der Führung. Man muss erkennen, wie man mit dem Gegenüber umgehen muss, um einen zufriedenen Mitarbeiter zu haben, der sich gerne führen lässt.

2. Der Verwirrte: "Ich weiß nicht, was ich tun soll."

Das Gegenteil gibt es natürlich auch – (schlechte) Salseros, die führen sollen, aber gar nicht wissen, wie sie das tun könnten. Sie senden der Tanzpartnerin dann keine oder keine klaren Signale, was getan werden soll. So wirkt der Tanz nicht harmonisch, die Partnerin fühlt sich unwohl, und es kommt keine rechte Dynamik auf.

Ähnliche Probleme treten im Unternehmen auf, wenn Menschen in Führungspositionen kommen, die nicht gelernt haben, zu führen (und auch keine Naturtalente sind). Zauderndes Handeln und unklare Verhältnisse sind die Folge. Deshalb muss ein aktiver, intelligenter Führungsstil gefördert werden.

3. Der Egomane: "Hauptsache ICH."

Neben (schlechten) Salsa-Tänzern, die dem Partner oder der Partnerin den eigenen Willen grob aufnötigen und solchen, die eigentlich gar nicht führen, gibt es auch solche, für die es scheinbar keinen Tanzpartner gibt, sondern bestensfalls etwas Dekoratives, das an ihrem Arm hängt, während sie die kühnsten Styles aufs Parkett legen.

Wie auf dem Tanzparkett sind solche Führungskräfte im Unternehmen oft Egomanen. Auch sie können aber, wenn sie den ernsthaften Willen haben, einen besseren Interaktionsstil erarbeiten. Das Problem bei Egomanen ist allerdings, dass es leider eben oft an der Einsicht fehlt, dass überhaupt etwas in Unordnung ist.

Das Gesamtbild muss harmonisch sein

Beim Tanzen muss die Führung vor allem harmonisch wirken – das bedeutet: Der, der führt, muss so führen, dass der, der folgt, die Impulse der Führung problemlos versteht, aufnimmt und umsetzen kann. Gute Führung beim Tanzen kann gelernt werden - und wird dann beinahe automatisch auf andere Bereiche übertragen. Wichtig ist eine bewusste Herangehensweise: Die eigene Führung beim Tanzen gezielt wahrnehmen und an ihr feilen.

Das Tanzen kann ein besseres Gefühl dafür vermitteln,

  • die Aktionen des Gegenübers zu antizipieren,
  • Reaktionen richtig zu deuten und
  • das eigene Handeln darauf abzustimmen.

Das Gender-Problem

Leider scheint sich das Lernpotential auf den ersten Blick nur den Herren zu bieten – denn klassischerweise führt beim Paartanz der Herr. Und natürlich kann es nicht der Weisheit letzter Schluss sein, wenn die Damen nicht mehr haben als die Option, beim Tanzen zu lernen, wie man richtig folgt.

Die hier beschriebenen Tanztypen sind jedoch vom Geschlecht zu entkoppeln. Mit anderen Worten:

Jeder darf führen lernen, jeder darf folgen lernen, egal, ob Mann oder Frau.

Fazit: Kommunikation ist alles

Wer sich die Mühe macht, tanzen zu lernen und auch Führung gut zu lernen und bewusst zu trainieren, kann dabei viel für sein Handeln als Führungskraft im Unternehmen mitnehmen – nicht nur als Analogie. Die Kommunikationsfähigkeit wird durch das Tanzen verbessert, und dies hat konkrete Rückwirkungen auf unser Agieren in allen anderen Bereichen des Lebens – auch bei der Arbeit in der Führungsetage.

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