Zeitarbeit: Die Pros und Contras und was man darüber wissen sollte

Veröffentlicht am 20. September 2016 in der Kategorie Management & People Skills von

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Zeitarbeit: Die Pros und Contras und was man darüber wissen sollteFragst du dich als kaufmännischer Personalverantwortlicher, ob es sich auch für dein Unternehmen lohnen könnte, zeitweise zusätzlich mit Leihpersonal zu arbeiten? Möchtest du die Vor- und Nachteile abschätzen und bewerten können?

1. Grundlagenwissen Zeitarbeit

Betrachten wir Zeitarbeit in der Begriffserklärung, so ist dies

eine zeitweilige Arbeitnehmerüberlassung von einer Zeitarbeitsfirma an eine externe Unternehmung, die für diese Stundendienstleistungen im eigenen Unternehmen eine Rechnung von der jeweiligen Zeitarbeitsfirma zur Zahlung erhält.

Zwischen dem Industrieunternehmen und der Zeitarbeitsgesellschaft wird ein Arbeitnehmerüberlassungsvertrag geschlossen. Die Fürsorgepflichten müssen beachtet werden.

Beispielsweise bei Leistungsspitzen / Saisongeschäften etc. kann somit die hauseigene Belegschaft durch externe Zeitarbeitnehmer aufgestockt werden, die flexibel bei Abschwung wieder abgezogen werden können und in anderen Unternehmungen weiterarbeiten. Hierbei wechselt der jeweilige Zeitarbeitnehmer i.d.R. nicht seinen Arbeitgeber, sondern nur den jeweiligen Tätigkeitsort.

Primär werden Hilfsarbeiter in diesem Arbeitsmodell beschäftigt, jedoch in einigen Gebieten auch gut ausgebildete Fachkräfte, die dann entsprechend zu deutlich höheren Stundensätzen vergütet werden.

Die Betrachtung eines klassischen Zeitarbeitsablaufs in der operativen Tätigkeit wird im Folgenden in Kurzform dargestellt:

1. Entleiher bzw. Kunde / Industrieunternehmen

  • zahlt einen vereinbarten Stundensatz an den Personaldienstleister.
  • schließt Überlassungsvertrag mit Personaldienstleister.
  • erhält operative Arbeitsleistung nach vereinbartem Tätigkeits- und Zeitplan.

2. Verleiher bzw. Arbeitgeber / Personaldienstleister

  • schließt Überlassungsvertrag mit dem jeweiligen Kunden / Unternehmen.
  • stellt Mitarbeiter ein und schließt mit diesem einen Arbeitsvertrag.
  • zahlt die vereinbarten Gehälter an die eingestellten Mitarbeiter.

3. Leiharbeitnehmer / ausführender Leiharbeiter

  • schließt einen Arbeitsvertrag mit dem Personaldienstleistungsunternehmen.
  • arbeitet operativ für das zugeteilte Industrieunternehmen / erbringt dort die Arbeitsleistung.
  • verpflichtet sich, seine ihm zugeteilte Arbeit bei dem jeweiligen Unternehmen nach bestem Wissen und Gewissen zu leisten.
  • erhält Entlohnung direkt vom Personaldienstleister.

2. Zielunternehmen für Zeitarbeit

Für diese Unternehmen ist der Einsatz von Leihpersonal bzw. Zeitarbeit interessant:

Unternehmen,

  • in denen direkte Produktionstätigkeiten stattfinden
  • bzw. Produktionsbetriebe mit saisonalen Schwankungen im Betrieb
  • mit deutlichen Nachfragespitzen
  • die einem deutlichen Trend bzw. Nachfrageverhalten unterworfen sind
  • die stark von Kunden abhängig sind
  • die stark von Lieferantenpartnern abhängig sind
  • die sich in einem sehr starken Kostenwettbewerb befinden
  • bei denen die eigenen Kapazitäten in den Abteilungen zeitweise sehr stark ausgelastet sind
  • die mit einem hohen Krankenstand zu kämpfen haben

Natürlich gibt es gute und schlechte Seiten an der Zeitarbeit an sich. Wir haben hier die generellen Pro- und Contra-Wahrnehmungen zum Thema Leiharbeit, Zeitarbeit oder auch Arbeitnehmerüberlassung zusammengefasst:

Pro-Argumente und -Wahrnehmungen (zum Teil auch nur gefühlte Wahrnehmungen):

  • Die Zeitarbeit kann ein Sprungbrett für Arbeitssuchende sein.
  • Die Zeitarbeit kann ein Sprungbrett für wenig qualifizierte Menschen sein.
  • Es werden schneller neue Mitarbeiter gefunden.
  • Ein schnellerer Wiedereinstieg wird für Mitarbeiter geboten.
  • Berufseinsteiger können breite Erfahrungen sammeln.
  • Konjunkturelle Schwankungen können leichter ausgeglichen werden.
  • Kontakte zu namhaften Unternehmen können geknüpft werden.
  • Ein generell sicherer Arbeitsplatz, da nicht nur an einen einzelnen Arbeitgeber gebunden.

Contra-Argumente und Wahrnehmungen (zum Teil auch nur gefühlte Wahrnehmungen):

  • Oftmals gefühlt eigenwillige „Deals“ von der Arbeitsagentur zum Personaldienstleister (aktive Jobvermittlung mit Zuschüssen etc.)
  • Meistens nur Hilfsarbeiter oder „Handlangertätigkeiten“
  • Gefühlte Ausbeutung am Mitarbeiter
  • Hoher Druck durch Konkurrenzsituationen und große Vergleichbarkeit
  • Stammpersonal und Leiharbeiter werden oftmals gegeneinander ausgespielt
  • Häufiger Personalwechsel mit viel Unruhe und Wissensverlusten
  • Nicht selten auch noch staatlich subventionierte Maßnahme

Ein solches Projekt funktioniert immer am besten, wenn die Integration von zeitweisen Leihmitarbeitern in friedlicher Dualität mit dem Bestandspersonal erfolgt. Ein offener und fairer Dialog ist im Vorfeld meistens ein gutes Investment in den vorhandenen „betrieblichen Frieden“.

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