Mitarbeiterführung: Welcher Führungsstil passt zu dir?

Veröffentlicht am 27. Juni 2016 in der Kategorie Management & People Skills von

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Mitarbeiterführung: Welcher Führungsstil passt zu dir?

Du musst nicht über deinen Schatten springen. Schalte die Lampen an. Das Licht unserer Erfolge strahlt uns voraus. Doch stolpern lassen uns unsere Schatten. Das Problem dabei: Wir wissen zwar, dass wir gestolpert sind, doch nur selten weshalb. Aus allen Fehlern lernen zu können ist leider eine Mähr. Denn wo wir im Dunkeln tappen, sind Zurechtfinden und Weitblick unmöglich. Zeit, neue Lampen zu entzünden und dem Stolpern ein Ende bereiten.

So beseitigst du unterbelichtete Bereiche in deiner Führungskompetenz

Meistens ist es doch so, sobald wir es mit Menschen zu tun bekommen, die wir führen sollen oder die Führung von uns erwarten, lassen die ersten Reibereien nicht lange auf sich warten. Mit den meisten läuft es gut und mit einzelnen eben nicht. Das ist soweit völlig normal.

Steigern wir in irgendeiner Form die Leistungsansprüche an die Gruppe oder an Einzelne, werden die Reibereien häufiger und intensiver und die Harmonie weniger. Im ersten Schritt ist auch dies völlig normal.

Mittelfristig macht ein Könner in der Führung aus den behindernden Reibungen zumindest wieder einigermaßen ein reibungsloses Zusammenspiel der Kräfte. Die Frage ist nur: Was tut ein Könner, wenn er Reibungen minimiert, obwohl die Ursache für sie im Schatten seiner Persönlichkeit liegen?

Klarheit für Klarheit

Zunächst schalten wir, ganz im Sinne unseres oben geschaffenen Bildes der Lampen, die die Schatten erhellen, ein paar neue Lampen an. Dafür entwickelst du ein neues Bild (anhand von Schablonen) für dich. Stell dir nun diese eine Frage: Welche Führungsfigur gefällt mir am besten?

An den folgenden sieben Beispielen kannst du dich orientieren:

Siehst du dich als General auf dem Feldherrenhügel?
Mitarbeiterführung: Welcher Führungsstil passt zu dir?
Oder bist du doch eher der "Braveheart"-Typ?

Mitarbeiterführung: Welcher Führungsstil passt zu dir?
Als Kutscher, der die Zügel mit starker Hand hält und die Peitsche schwingt?

Mitarbeiterführung: Welcher Führungsstil passt zu dir?

Als Musher, der durch viel Erfahrung und Einfühlung jeden Hund an den für ihn passenden Platz schirrt?

Mitarbeiterführung: Welcher Führungsstil passt zu dir?

Oder der Kindergarten-Erzieher, der sich erst wohl fühlt, wenn niemand weint und keine Beschwerde der Eltern vorliegt?

Mitarbeiterführung: Welcher Führungsstil passt zu dir?

Als Zierpflanzengärtner, der seine Pflänzchen hegt und pflegt?

Mitarbeiterführung: Welcher Führungsstil passt zu dir?

Oder als Golfplatzgärtner, der sein Gras täglich trimmt und ebenso mit gewaltigen Düngergaben von unten schiebt?

Mitarbeiterführung: Welcher Führungsstil passt zu dir?

Oder entleihst du aus dem Tierreich eine für dich passende Führungsrolle:

  • Bist du der Leitwolf, der Löwenkönig, die Leitstute, die Bienenkönigin?
  • Suchst du nach dem für dich stimmigen Bild, das dich selbst in deinem Führungsverständnis treffend beschreibt?
  • Frag dich: Was tut z.B. ein Leitwolf jeden Tag, was unterlässt er? Was kann er gut, was weniger?

Sei dabei möglichst genau und unparteiisch. Beurteile dich in dieser Phase nicht. Denn jedes beschreibende Bild deiner Führungsrolle hat Vorzüge und kritische Eigenschaften.

Integrität durch Integration in besonderen Umgebungen

Nun beobachte dein Verhalten selbst. Du rufst dir konkrete Situationen aus deinem Führungsalltag in Erinnerung und erfasst dein Agieren und Reagieren, deine Gefühle und die Ergebnisse, die du dadurch erreichst. Du fragst andere, wie diese dich wahrnehmen. Am besten gehst du in dieser Phase häufig in den stillen Disput mit dir selbst und reflektierst deine eigenen Wahrnehmungen und die deiner Feedbackgeber draußen in der Natur.

Denn damit nutzt du die enorme Selbstreflexionswirkung der Natur und den Effekt des Umgebungskontrastes. Jede Umgebung beeinflusst uns unbewusst stark in unserem Denken und Fühlen. Je unterschiedlicher sie zu unserer gewohnten Alltagsumgebung ist, desto deutlicher nehmen wir die Wirkung des Umgebungsreizes bewusst wahr. So fungiert jede ungewohnte Umgebung wie eine neue Lampe, die bisher kaum oder gar nicht beleuchtete Bereiche unserer Persönlichkeit erhellt.

Wir verstehen plötzlich, weshalb wir agieren und reagieren wie wir das für gewöhnlich tun. Wir können uns in uns selbst und damit in andere besser hineinversetzen. Wir treffen Entscheidungen, die langfristig von Vorteil für uns und damit auch lukrativer sind. Dies sind alles wissenschaftlich belegte Phänomene der Natur.

Führe dich selbst, sonst folgt dir keiner

Wenn wir es uns zutrauen, hält die Natur noch ein Phänomen für uns bereit: Sind wir dort draußen allein unterwegs, erleben wir die Folgen unseres Tuns unmittelbar. Unser Denken und Fühlen wird durch keinen Menschen und keine menschlich gestaltete Umgebung verändert. So wie wir uns dort draußen verhalten, wie wir fühlen und denken, so sind wir tatsächlich. Mit all unseren Erfahrungen im Gepäck.

Durch die immense Entspannungswirkung der Natur auf unseren gesamten Organismus und unseren Geist, betreten wir in den einzelnen Naturlandschaften nicht nur körperlich Neuland. Wir knipsen quasi neue Lampen des Erlebens an und unseren Gehirn kommt auf Ideen, die es in gewohnter Umgebung schlicht nicht haben kann, weil der dafür notwendige Umgebungsreiz fehlt.

Mit diesen neu beleuchteten Bereichen deiner Persönlichkeit und neu entstandenen Erkenntnissen über dein eigenes Verhalten und damit Wirken gehst du zurück in dein Wirkungsfeld als Führungskraft.

Um richtige Führung geht's auch in unserem neuen ePaper

(Einzelbildnachweis: menschen_portrait, kutscher, gärtner, züchterin, kindergarten, general, herzchen, husky © shutterstock.com)