Warum wir unser Print-Magazin einstellen

Veröffentlicht am 18. Mai 2016 in der Kategorie Management & People Skills von

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Warum wir unser Print-Magazin einstellen

Im Februar 2014 haben wir unser Print-Magazin unternehmer WISSEN das erste Mal im Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel verkauft. Jetzt haben wir uns dazu entschieden, den Druck wieder einzustellen. Weshalb das aber kein Drama ist, erklären wir euch gerne  genauer.

Aller Anfang ist ungewöhnlich.

Unser ePaper gibt es bereits seit 2008 und hat mittlerweile 185.000 Abonnenten, die sich das digitale Heft jeden Monat per Newsletter zuschicken lassen und lesen. Viele dieser Leser haben uns immer wieder nach einer gedruckten Variante gefragt oder haben in Umfragen angegeben, dass sie sich das PDF-Magazin selbst zuhause ausdrucken und teilweise sogar archivieren. Eine gedruckte Sonderausgabe wurde auch schon erfolgreich verkauft.

Da dachte sich die unternehmer.de Redaktion: Wieso versuchen wir es nicht? Wieso verlassen wir nicht den bekannten Internet-Hafen und springen ins Print-Meer? Wieso bringen wir nicht ein Fachmagazin auf den Markt und verkaufen es dort, wo die Business-Leser sind – an Bahnhöfen und Flughäfen.

So hat sich aus der digitalen Variante das Print entwickelt. Bekannte Verlage versuchen gerade die umgekehrte Entwicklung – vom Print zur digitalen Marke. Für uns war aber die „Rolle rückwärts“ genau das Richtige.

Das Print-Magazin lief gut an.

Deutschlandweit war es an verschiedenen Bahnhöfen und Flughäfen zu haben. Ein erster Online-Shop wurde aus dem Ärmel geschüttelt. Über den kleinen Shop kamen weitere Bestellungen. Die Nachfragen, ob es das Heft auch im Abo gibt, wurden immer häufiger. Wir waren zufrieden.

 

Redaktionsplanung, Bildredaktion, Korrekturlesen, Kommunikation mit den Autoren, Layout und die Kommunikation mit unserer Druckerei – all das lag bei uns, einem Team von lediglich sechs Mitarbeitern. Da wir natürlich auch noch den Blog unternehmer.de betreiben, diverse Social Media Kanäle betreuen und alle zwei Wochen einen Newsletter versenden, war der Launch und die Erstellung des Printmagazins eine logistische Meisterleistung mit ordentlich Seegang. Da aber ausnahmslos alle im Team immer mit Herzblut dabei sind, hat auch das Projekt Print-Magazin reibungslos geklappt. Für den Vertrieb haben wir uns dann professionelle Unterstützung geholt und aufkommende Probleme geschickt umschifft. Wenn die Verkäufe also gut waren, das Team Spaß dabei hatte und alles gut aussah – wieso wird das Heft jetzt nach zwei Jahren doch eingestampft?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach.

Wir wollen uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren.

unternehmer WISSEN wäre ein komplett neues Projekt gewesen, das neben Blog, Social Media, ePaper und Newsletter viel Aufmerksamkeit und Budget benötigt. Dauerhaft wäre ein solches Magazin mit dem bisherigen Team nicht machbar. Viele Ressourcen müsste man sich neu aus dem Hut zaubern: weitere Mitarbeiter, Bürofläche, Anzeigenvertrieb – um nur einige zu nennen.

Hätte, hätte ... ihr wisst schon.

Nun hätten wir versuchen können mit dem bestehenden, kleinen Team weiterzumachen. Newsletter, ePaper und Blog würden vielleicht nicht darunter leiden, würden sich aber auch nicht weiterentwickeln – das muss man so ganz offen zugeben. Und das möchten wir nicht. Aus diesem Grund haben wir uns die Frage gestellt: Was ist uns eigentlich wichtig? Wer sind wir? Was ist unternehmer.de? Und natürlich ist unternehmer.de in erster Linie digital. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen das Print-Magazin unternehmer WISSEN einzustellen und die frei gewordene Arbeits-Kapazität, Begeisterung und Kreativität voll in unser ePaper zu stecken. 185.000 Leser sind hier doch eine gute Grundlage, um noch größer zu werden.

Unsere Vision ist unsere Überzeugung.

Wir wollen unseren Lesern dauerhaft gute Qualität und kreative, hilfreiche Inhalte liefern. Wenn wir uns hier auf Blog und ePaper fokussieren können, ist dies ganz einfach leichter machbar. Wir bereuen es in keinster Weise, das Print gelauncht zu haben, denn wenn wir etwas daraus gelernt haben, dann:

„Learning by doing ist immer besser, als wochenlang zu konzepten, zu lesen und zu überlegen – und dann doch nichts effektiv zu tun.“

Die Erfahrungen, die wir gewonnen haben, helfen uns auch in den anderen Bereichen weiter. Wenn etwas eingestellt wird, heißt das nicht, dass man gescheitert ist. Und wenn einige es doch als Scheitern sehen – so what?! Wir glauben Deutschland könnte mehr von solchen Projekten gebrauchen!

Einfach mal machen.

Sich trauen. Ins kalte Wasser springen und schwimmen lernen. Bei uns im Team ist niemand mehr Nichtschwimmer und selbst unsere Werkstudenten haben durch das Print mehr als nur ein Seepferdchen-Abzeichen verdient. Um es mit Dendemann zu sagen: „Wir schwimmten, schwammen und schwommen – endlich sind wir angekommen!"

In diesem Sinne: AHOI Internet!

Wir sind zurück aus der Print-Welt und freuen uns auf viele neue Ideen, die wir jetzt in unserem Kerngeschäft – dem Blog, dem ePaper und dem Newsletter – umsetzen können, weil wir jetzt wieder die Zeit dafür haben.

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