Spontan oder durchgeplant? Was eine gute Rede ausmacht

Veröffentlicht am 18. April 2016 in der Kategorie Management & People Skills von

Themen: , , ,

Spontan oder durchgeplant? Was eine gute Rede ausmacht

Das Halten von Reden gehört nicht für jeden zum typischen Arbeitsalltag. Es gibt Berufe, die setzen ein gewisses Maß an Rhetorik voraus, bei anderen hingegen gehört es nicht zu den benötigten Fähigkeiten. Wer dann die Aufgabe zugewiesen bekommt, ein neues Projekt vorzustellen oder zu einem anderen Anlass eine Rede zu halten, steht vor einer neuen Herausforderung. Dann ergeben sich Fragen, was eine gute Rede ausmacht und wie viel Zeit für die Vorbereitung einzuplanen ist.

Die richtige Vorbereitung ist das Wichtigste

Das A und O einer Rede, die vom Redner und den Zuhörern als gut empfunden wird, ist eine gute Vorbereitung. Wie viel Zeit für die Vorbereitung einzuplanen ist, hängt vom Anlass und vom Thema ab.

Eine kleine Abschiedsrede lässt sich innerhalb von zehn Minuten vorbereiten, wer aber einen Jahresbericht vorstellt, braucht wesentlich mehr Zeit, um Informationen zu sammeln und zu gliedern.

Bei aufwendigen Themen ist es daher ratsam, mehrere Stunden einzuplanen, sodass keine Zeitnot in der Vorbereitung aufkommen kann. Nach dem Entwurf der Rede in Stichpunkten oder auch als fertiges Manuskript ist es empfehlenswert diese laut zu üben.

So lassen sich am besten eigene Schwächen entdecken, aber auch Sicherheit gewinnen. Zudem lässt sich die Länge der Rede überprüfen und bei bestimmten Vorgaben anpassen.

Der richtige Aufbau macht viel aus

Die wichtigste Regel für eine gelungene Rede lautet:

Weniger ist mehr.

Das lässt sich auf

  • die Länge,
  • die Informationen,
  • technische Hilfsmittel oder
  • Sprachstil

anwenden. Wer sich mit dem Aufbau seiner Rede beschäftigt, sollte diese daher möglichst klar strukturieren und sich im Idealfall auf wenige wesentliche Inhalte beschränken. Abhängig vom Ziel der Rede und den beabsichtigten Inhalten lässt sich dann die Rede aufbauen.

Der Aufbau gestaltet sich klassischerweise in einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schluss. Eine gute Einleitung fängt die Aufmerksamkeit der Zuhörer ein und liefert ihnen Gründe für das Zuhören. Der Hauptteil beschäftigt sich mit den wesentlichen Inhalten der Rede, also je nach Anlass mit Informationen, Aufforderungen oder bei Dankesreden mit Würdigungen. Der Schlussteil fasst dann abschließend alle wichtigen Informationen noch einmal zusammen.

Ein immer passendes Muster für eine gelungene Rede gibt es nicht, es kann allerdings zur Qualität der Rede deutlich beitragen, wenn die folgenden Tipps eingehalten werden:

via GIPHY

Wer sich verstellt, verliert die Zuhörer!

Wer versucht mit Fachausdrücken, Zitaten oder Humor bei seinem Publikum zu punkten und das seiner normalen Sprache oder Persönlichkeit völlig entgegengesetzt ist, verliert. Wer in Reden ungeübt ist, sollte nicht versuchen, anders als im normalen Arbeitsalltag zu reden, denn das wirkt verkrampft und unsicher.

Ein von Matt (@ichibanto) gepostetes Foto am

Die Sprache sollte auf das Publikum abgestimmt sein.

Fachwörter sind ein zweischneidiges Schwert. Sie können Kompetenz vermitteln oder eine Rede aufblasen. Es ist ratsam, Reden nicht zu sehr mit Fremdwörtern, Zitaten oder Anekdoten zu füllen. Das kann vom eigentlichen Thema ablenken und schnell die Zuhörer langweilen.

Ein gut gesetztes Zitat kann aber auch eine gelungene Einleitung darstellen oder ein Argument untermauern. Verständliche Sätze zeichnen sich übrigens durch ihre Kürze aus. Lange, verschachtelte Sätze ermüden die Zuhörer und vermitteln so keine Informationen.

Die Inhalte auf die Zuhörer abstimmen.

Wird die Rede im kleinen Kollegenkreis gehalten, wo jeder über das neue Projekt Bescheid weiß oder richten sich die Informationen an eine andere Abteilung oder Geschäftskunden? Die Inhalte einer Rede sollten dem Wissen der Zuhörer angepasst sein.

Um das Publikum nicht mit unnötigen oder unverständlichen Informationen zu langweilen, empfiehlt sich bei der Vorbereitung die Frage, welche neue Informationen oder welchen Nutzen das Publikum aus der Rede ziehen kann.

Ablesen oder frei sprechen?

Eine frei vorgetragene Rede erweckt einen selbstsicheren und lebendigen Eindruck. Doch gerade für ungeübte Personen ist es hilfreicher, eine Vorlage zu haben, auf die sich zurückgreifen lässt. Hier sind Stichpunkte am hilfreichsten.

Genau ausformulierte Texte, die nur vorgelesen werden, sind schnell ermüdend und monoton. Wer jedoch eine angenehme Stimme und Vortragsweise hat, kann beim Publikum auch mit Vorlesen punkten. Dabei ist jedoch darauf zu achten, den Kontakt zum Zuhörer nicht zu verlieren und trotz vorgefertigter Sätze auch so gut vorbereitet zu sein, dass spontan die Rede angepasst werden kann.

Die Rede halten

Die Informationen sind zusammengetragen, gegliedert und die Stichpunkte verfasst. Jetzt muss die Rede nur noch gehalten werden. Neben dem Reden an sich gibt es einen Faktor, der von vielen unterschätzt wird:

die richtige Gestik.

Selbst wer nervös ist, sollte folgende Regeln beachten:

  • Keine ausufernden Armbewegungen
  • Die Hände nicht in die Hosentaschen stecken
  • Die Hände nicht hinter dem Rücken oder vor dem Bauch verschränken
  • Augenkontakt zu den Zuhörern halten

Keine Panik bei Pannen

Eine gute Vorbereitung schützt nicht vor Blackouts oder technischen Pannen. Gerade die Technik versagt oft im ungünstigsten Moment. Wer gut vorbereitet ist, kann seine Rede auch ohne Laptop, Beamer oder anderen technischen Hilfsmitteln halten.

Ist die Präsentation aber wesentlicher Bestandteil der Rede, dann ist es ratsam, schon vorab die nötigen Geräte zu überprüfen. Wer kein Experte für bestimmte Geräte ist, sollte bei deren Ausfall auch dazu stehen und auf den Techniker warten.

Blackouts sind für viele ungeübte Redner ein Albtraum. Redner sollten jedoch bedenken, dass die Zuhörer Pannen durchaus nachvollziehen können und vielen nicht einmal Aussetzer auffallen, sofern der Redner nicht aus der Fassung gerät. Eine gute Vorbereitung durch Üben der Rede hilft dabei, Aussetzer vorzubeugen.

Wer dann doch einmal den Faden verliert, ist gut beraten, einen Stichpunktzettel zur Hand zu haben. Lässt sich das Thema gar nicht mehr finden, ist es einfacher über den Aussetzer hinwegzugehen.

(Einzelbildnachweis: vortrag © shutterstock.com)