Shopfloor-Management: Mit Teamwork zum Erfolg in 5 Schritten

Veröffentlicht am 14. April 2016 in der Kategorie Management & People Skills von

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Shopfloor-Management: Mit Teamwork zum Erfolg in 5 SchrittenIm internationalen Wettbewerb nutzen deutsche Industrieunternehmen jede Chance, um immer schneller, produktiver und innovativer zu agieren. Bestens bewährt haben sich vor diesem Hintergrund die Lösungen von Lean Management, wie z.B. Shopfloor-Management.

Mit Shopfloor-Management rückt der Ort der Wertschöpfung in den Fokus. Die Energie der Mitarbeiter – auch aus den zuarbeitenden Bereichen – richtet sich darauf aus, die Prozesse möglichst effizient zu gestalten. Den Kern bilden Teammeetings, sogenannte Shopfloor-Runden, die auf allen Hierarchieebenen täglich stattzufinden haben. In einem Unternehmen mit drei Hierarchieebenen könnte dies so aussehen:

Shopfloor-Runden

In Shopfloor-Runden werden Kennzahlen oder auftretende Störungen im Wertschöpfungsprozess besprochen. Dabei stehen nicht die Probleme, sondern deren Lösungen sowie permanente Verbesserungen im Vordergrund. Es gibt strukturierte Regeln, Verhaltensweisen und Methoden zur Sicherstellung einer möglichst effizienten Produktion vor.

Das Ziel lautet: Weg vom Feuerwehrmodus, hin zum perfekten Tag.

Doch nicht immer ist die Einführung von Shopfloor-Management im Unternehmen erfolgreich. Um sicherzustellen, dass dies nicht als kurzer Strohfeuer-Effekt endet, gilt es 5 entscheidende Erfolgsfaktoren zu beachten.

Erfolgsfaktor 1: Führungskräfte an Bord holen!

Führungskräfte unterstützen die Einführung in der Regel gut. Speziell dann, wenn sie frühzeitig ins Boot geholt wurden. Und trotzdem wird nicht jeder von den angestrebten Veränderungen gleichermaßen überzeugt sein. Hier ist es wichtig, in die fachliche und sachliche Diskussion zu gehen.

Sorgen Sie für genügend Unterstützung auf jeder Ebene der Hierarchie – allen voran bei den Führungskräften!

Die Führungskräfte müssen die Gelegenheit erhalten, ihre Erfahrungen mit einfließen zu lassen. Begründete Bedenken sollten respektvoll gehört und gegebenenfalls im Vier-Augen-Gespräch geklärt werden – um gemeinsam eine Lösung zu finden.

Erfolgsfaktor 2: Betreuung durch Team-Paten

Stellen Sie zur Einführung der einzelnen Schritte von Shopfloor-Management den Führungskräften sogenannten „Team-Paten“ an die Seite!

5 Schritte zum Shopfloor-Management

Durch ihre Teilnahme an den täglichen Shopfloor-Runden bieten diese Team-Paten den Führungskräften wertvolle Unterstützung bei der Moderation und der Personalführung. Sie geben speziell in der Anfangsphase Sicherheit. Zudem bieten sie ein gutes Kontrollorgan, da sie auf mögliche Fehlentwicklungen oder Verbesserungsvorschläge schnell reagieren können.

Erfolgsfaktor 3: Schlüsselkräfte finden, aktivieren, bündeln!

Begeistern Sie relevante Schlüsselkräfte für die konkrete Ausarbeitung und die Umsetzung von Shopfloor-Management!

Die Standardbausteine müssen auf die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden. Niemand kann das besser als jene, die tagtäglich darin arbeiten:

die Mitarbeiter bzw. die relevanten Schlüsselpersonen im Unternehmen.

Schlüsselpersonen finden sich auf allen Hierarchieebenen und in allen Unternehmensbereichen. Sie sind bedeutsam, da sie über wertvolle fachliche und praktische Expertise verfügen.

Sie zu aktivieren und für die Aufgabe zu begeistern, ist entscheidend für den nachhaltigen Erfolg von Shopfloor-Management. Denn es zeichnet sie noch weit mehr aus als reine Fachkompetenz. Sie sind Meinungsführer und genießen das Vertrauen ihrer Kollegen. Was sie sagen, zählt. Sie sind die Multiplikatoren der Veränderung und wie kaum ein anderer in der Lage, die Belegschaft für die Umsetzung der einzelnen Schritte zu begeistern.

Es hat sich in der Praxis bewährt, ein Projektteam „Shopfloor“ einzuführen und darin die Schlüsselkräfte zu bündeln. Auch als Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern. Sie erleben, dass es auf ihre Fähigkeiten ankommt und sie etwas bewegen können. Aus Betroffenen werden Beteiligte. Aus Widerstand wird Akzeptanz.

Erfolgsfaktor 4: Mit Leuchttürmen für Orientierung sorgen!

Halten Sie durch sogenannte „Leuchttürme“ die Belastung so gering und die Motivation für Organisation und Belegschaft so hoch wie möglich!

Dies gelingt durch eine anfängliche Eingrenzung der Maßnahmen auf ausgewählte Teams. Wie Leuchttürme dienen sie dazu, die Reorganisationsmaßnahmen ohne große Mehrbelastung für das Unternehmen sicht- und erlebbar zu machen sowie ausführlich zu testen.

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Die Organisation kann so leicht zu verdauende Arbeitspakete abarbeiten. Sie läuft nicht Gefahr, von einer zu großen Gesamtaufgabe überfordert zu werden. Die Leuchttürme geben Orientierung. Durch sie entsteht Freude an der Veränderung.

Erfolgsfaktor 5: Erlebbarmachen von Shopfloor-Management

Holen Sie alle Mitarbeiter frühzeitig ins Boot der „Leuchttürme“ und lassen Sie sie aktiv an Shopfloor-Runden teilnehmen!

Dieses „Erlebbarmachen“ bewirkt in der Regel eine großflächige Unterstützung für das Konzept. Die Vorteile werden rasch sichtbar. Es entsteht der Wunsch, dieses in weiteren Teams einzuführen. Die Veränderung setzt sich wie eine Welle im Unternehmen fort.

Denn die Mitarbeiter selbst werden nun zu den Treibern des Wandels – und zu den Initiatoren von erfolgreichem Shopfloor-Management!

Fazit: Ein neues Führungsverständnis

Wenn man die Einführung nur richtig anpackt, dann kann dies Auswirkung auf die gesamte Unternehmenskultur haben. Shopfloor-Management schafft ein neues Verständnis von Führung und verlangt nach einem anerkennenden und wertschätzenden Umgang mit allen Beteiligten. Dann wird es zu einem echten Erfolgsinstrument.

(Einzelbildnachweis: teamwork © shutterstock.com)