So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 Fehler

Veröffentlicht am 17. Februar 2016 in der Kategorie Management & People Skills von

Themen: ,

So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 FehlerTop-Mitarbeiter verlassen niemals ihren Job, sondern ihren Chef.

Die Job-Welt ist voll von diesen Stempel-Fetischisten, die schon Montags auf Freitag warten und sich Morgens schon auf den Feierabend freuen. Genau diese Leute sind schnell und leicht zu ersetzen - traurig aber wahr. Schade genug, dass es solche Menschen in vielen Teams gibt, denn diese demotivieren oft auch den Rest des Teams. Zum Glück gibt es aber auch die Mitarbeiter,

  • die richtig Potenzial haben und Interesse zeigen.
  • die sich einbringen wollen.
  • die selbständig mitdenken und Ideengeber sind.
  • die ein Unternehmen voranbringen.
  • die dem Unternehmen und Projekt Persönlichkeit geben.

Solche Mitarbeiter sind ein Vermögen wert, kosten den Arbeitgeber aber meist doch nur ein angemessenes Gehalt. Diesen Mitarbeitern geht es meist auch gar nicht ums Gehalt, sondern um ganz andere Dinge:

  • Arbeitsklima,
  • Kollegenfreundschaft,
  • interessante Aufgaben,
  • Entwicklungschancen und
  • gewisse Freiheiten.

Und in den allermeisten Fällen ist an ihrer Kündigung nur einer Schuld: Der Manager, der Teamleiter, der Chef oder der Projektleiter. Denn diese wirklich guten Mitarbeiter verlassen nicht ihren Job, sie verlassen ihren Vorgesetzten. Das passiert übrigens genau dann, wenn der Vorgesetzte einen oder mehrere von diesen Fehlern begeht.

Fehler 1: "Was, dafür willst du ein Lob?!"

So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 FehlerKein Mensch erwartet einen Luftballon und einen Scheck von 2.000 Euro, nur weil eine Aufgabe gut erledigt wurde. Ist die Aufgabe Teil des Jobs und der tagtäglichen Arbeit, kräht da sowieso kein Hahn danach. Hat man aber einen bestimmten Meilenstein erreicht oder etwas schneller abgeschlossen als gedacht, dem Unternehmen Geld gespart oder eine eigene Idee toll umgesetzt, dann ist hier auch mal ein "Danke" und "Gut gemacht" angebracht.

Ein ehrliches Lob motiviert hier oft genauso oder mehr als ein Bonus. Wenn jemand dauerhaft extremes Engagement zeigt, ist aber durchaus auch ein Bonus angebracht (in Verbindung mit einem Lob natürlich!)

Fehler 2: TEAM = "Toll, einer alleine macht's!"

So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 FehlerBei solchen Teams, ist der Frust vorprogrammiert. Als Vorgesetzter muss man erkennen, wann ein Team funktioniert und wann nicht - und ggf. einschreiten. Entweder - wie oben beschrieben - ist das ganze Team faul und es gibt einen "Dummen", der die Arbeit von 10 macht. Dann ist es doch dieser eine, den man als stärkstes Pferd im Team behalten will.

Dieser wird aber bald gehen, denn lange schaut man sich so ein Verhalten nicht an. Oder einer lässt die Arbeit schleifen, schiebt alles vor sich her und die anderen sehen das. Schnell haben andere das Verhalten angenommen, denn der Chef hat es ja durchgehen lassen und die echt motivierten, sind auch bald weg.

In einem solche trägen Team ist wahrscheinlich auch keine berufliche Herausforderung zu sehen - schwupps ist der Top-Mitarbeiter weg. Schade. Wenn man die unmotivierten Mitarbeiter übrigens genauso behandelt wie die Hochmotivierten, stellt sich wohl oder übel irgendwann sowieso die Denke ein:

"Egal wieviel Herzblut ich hineinstecke, es wird doch nie wert geschätzt".

Und ratet mal wie lange so jemand noch im Unternehmen bleibt.

Fehler 3: "Hä?! Und welchen Sinn hat das Ganze?!"

So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 FehlerKeinen! Der Arbeitsalltag ist voll von seltsamen Regeln:

  • Kein Homeoffice, weil da arbeitet man ja nichts.
  • Pflanzen über 60 cm im Büro? Erlaubt der Hausmeister nicht.
  • Einen Sitzball? Da ist man ja nicht versichert!
  • Musik hören im Büro? Lenkt ab!
  • Internet an den PCs der Buchhaltung? Braucht doch kein Mensch.

Wer auf solche Dinge wert legt und solche Regeln aufstellt, darf sich nicht wundern, wenn motivierte und kreative Mitarbeiter das Weite suchen.

Fehler 4: "Das große Ganze ist für dich nicht relevant! Mach deinen Job!"

So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 FehlerMotivierte Mitarbeiter möchten wissen, wohin die Reise geht.

  • Welche Ziele verfolgen wir abseits der kleineren Meilensteine?
  • Wieso lohnt es sich heute in den sauren Apfel zu beißen?
  • Was erreichen wir am Ende des Jahres?

Nur wer weiß was das Ziel ist, kann auch dazu beisteuern, dass das Team es erreicht. Mitarbeiter, die sich gerne einbringen und ihre Arbeit wertschätzen, möchten auch verstehen wieso sie bestimmte Dinge tun. Nichts ist schlimmer, als zu denken, dass man sinnlose Arbeit verrichtet. Wem täglich kleine Arbeitshappen gegeben werden, kann nicht langfristig planen – geschweige denn selbständig arbeiten. Für die Stempelkandidaten vom Anfang des Textes mag das eine wunderbare Arbeitsumgebung sein, nicht aber für deine selbstbestimmten Top-Mitarbeiter.

Fehler 5: "Erst die Arbeit dann das Vergnügen!"

So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 FehlerWer Pause macht, arbeitet nichts. Das ist Quatsch! Vielleicht kann diese Annahme gelten für die Stempel-Akrobaten, die strikt nach Vorschrift arbeiten. Für die selbstbestimmten Top-Mitarbeiter gilt dies aber in keinem Fall. Pausen sind für die Kreativität genauso wichtig wie die Arbeitszeit selbst.

Die strikte Trennung von Arbeitszeit und Spaß deutet ja schon an, dass Arbeit keinen Spaß machen kann. Aber wo wären wir denn da? Die Top-Mitarbeiter sind eben die, die Spaß an ihrem Job haben und diesen auch behalten möchten. So kann ein Kicker, ein Lounge-Zimmer oder eine Spiele-Konsole zu einer geringeren Mitarbeiter-Fluktation beitragen. Und dort wo man Spaß hat, bleibt man auch länger - nicht nur am Abend, sondern auch als Job-Station im Lebenslauf.

Fehler 6: "Wir haben keine Zeit für solchen Quatsch!"

So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 FehlerDie Besten der Besten brauchen ihren Raum, um sich zu entfalten. Sie wollen eigene Ideen umsetzen und auch mal scheitern dürfen. Sie wollen sich weiterentwickeln und neue Wege gehen. Sie wollen für das Projekt brennen. Sie wollen auch persönliche Projekte umsetzen und lernen so in ihrem eigentlichen Job dazu. Sie saugen kreative Aufgaben geradezu auf.

Solche Mitarbeiter müssen die Möglichkeit haben, „out of the box“ zu denken und zu arbeiten. Vorgesetzte, die dies nicht verstehen oder selbst ganz anders gepolt sind, treten ihnen deshalb immer wieder auf die Leine. Mitarbeiter, die so gebremst werden oder gar noch Ärger ernten, sind schnell weg.

Fazit: Neue Ideen von alten Mitarbeitern

So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 FehlerDie tollen Mitarbeiter sind auch die um die man sich kümmern muss. Manchmal sind sie anstrengender als die Stempel-Fetischisten und Bürostuhl-Akrobaten. Sie sind es aber die dein Unternehmen voranbringen und mit Ideen die Richtung weisen. Wer sich als Chef auf solche Mitarbeiter einlässt, wird es nicht bereuen. Und wer ihnen ein bisschen Interesse und Dank vermittelt, kann sich über stetig neue Ideen von alten Mitarbeitern freuen - die noch viel viel länger dem Unternehmen treu bleiben.

Was fehlt noch auf der Liste, die Mitarbeiter vergrault?

  • Was hat dich bei deinem letzten Job veranlasst zu gehen?
  • Was sind die schlimmsten Dinge, die ein Chef falsch machen kann?

Unser Buchtipp passend zum Thema:

"Führen mit Hirn - Mitarbeiter begeistern und Unternehmenserfolg steigern"

So vergraulen Chefs ihre besten Mitarbeiter: 6 Fehler

Motivierte Mitarbeiter, die effektiv arbeiten und das Unternehmen wachsen lassen - dieser Zustand ist keine Selbstverständlichkeit! Sieben Faktoren, die eine ausschlaggebende Rolle spielen, wie man es als Chef schafft Mitarbeiter zu begeistern, werden vorgestellt.

Gebundene Ausgabe: 34,00 €
eBook: 28,99 €

Hier ansehen!

 

(Bild: © Campus Verlag)