Unternehmenserfolg Step 3: Visionen & Strategien entwickeln

Veröffentlicht am 24. Februar 2016 in der Kategorie Management & People Skills von

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Ohne Unternehmensstrategie ist Erfolg eher ein Zufallsprodukt als ein geplantes Ereignis. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie Sie in vier Schritten eine Erfolgsstrategie für Ihr Unternehmen entwickeln.

Während wir uns im letzten Beitrag um Ihre Einstellung als Unternehmer gekümmert haben, wenden wir uns nun Ihrem Unternehmen zu.

In mittelständischen Unternehmen, in denen die Inhaber oft selbst noch operativ tätig sind, kommt die Strategie in vielen Fällen zu kurz. Zum einen sind komplexe Strategiekonzepte kaum umsetzbar, zum anderen ist der gefühlte Einfluss auf den Markt verschwindend gering.

Jedoch gibt es unter den Strategiekonzepten auch einige Hidden Champions, die auf anderen Grundannahmen basieren und einfacher sind. Eines dieser Konzepte nennt sich SmC. Dies steht für "Strategy meets Coaching" und stellt den Unternehmer in den Fokus.

Grundgedanken der SmC

"Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen"
- Augustinus -

Wer Spaß an dem hat, was er tut, der wird es intensiver, nachhaltiger und länger machen. Bei der Entwicklung einer erfolgreichen Unternehmensstrategie wird diese Tatsache meist vernachlässigt. Das SmC-Konzept hingegen beginnt mit der Unternehmervision.

Entsprechend dieser Sichtweise entfernen wir uns vom klassischen Strategieansatz der BWL, der die Gewinnmaximierung als oberstes Gebot hat. Gewinn ergibt sich aus zufriedenen Kunden, Wachstum aus positiven Referenzen. Folgende drei Grundsätze prägen daher das SmC-Konzept:

1. Kunde vor Profit

Unternehmen gibt es nicht, weil sie so toll sind, sondern weil sie ein Bedürfnis des Kunden befriedigen.

2. Emotion vor Marketing

Eine Vision muss emotional berühren, nicht das Produkt leerer Marketingphrasen sein.

3. Spezialist vor Alleskönner

"Ich habe keine Angst vor dem, der einmal 10.000 Kicks geübt hat, aber vor dem, der einen Kick 10.000 mal geübt hat." 
- Bruce Lee - 

1. Schritt: Überlegen Sie, was Ihnen wichtig ist

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Es ist Ihr Unternehmen. Sie können nicht kündigen, wenn Ihnen das Umfeld nicht mehr gefällt. Daher sollten Sie sich im Klaren sein, was Sie brauchen, um sich wohl zu fühlen. Richten Sie Ihr Unternehmen konsequent nach diesen Wohlfühlkriterien aus.

Tipp: Nehmen Sie sich einmal im Monat Zeit und beschäftigen Sie sich mit Ihrer Vision, mit Ihren Wünschen und Werten.

Ordnen Sie Ihre Werte

"In unserem Unternehmen gelten alte Werte"

"Unserer Familie sind Werte sehr wichtig"

Solche Floskeln hört man an allen Ecken. Unternehmen schreiben Unternehmenswerte auf ihre Internetseite. Schaut man jedoch hinter die Kulissen, sieht man oft, dass die Präsentation nach außen nicht annähernd dem innen entspricht.

Sie sollten sich über ihre Werte klar werden.

Werte können Bodenständigkeit, Zugehörigkeit, Spaß, Treue, Ehrlichkeit, Erfolg, Loyalität, Offenheit, Fairness, Sparsamkeit, uvm. sein.

1. Notieren Sie alle Werte, die Ihnen wichtig sind. Nicht kognitiv, also darüber nachdenken, sondern so, wie die Werte spontan in den Sinn kommen. Sie werden überrascht sein, welche Werte auf diese Weise ans Tageslicht kommen.

2. Gönnen Sie sich fünf Minuten Pause, holen sich einen Kaffee oder schauen zum Fenster hinaus.

3. Erstellen Sie nun eine Hierarchie, indem Sie zwei Werte miteinander vergleichen und überlegen, welcher der beiden Werte Ihnen wichtiger ist. Dann nehmen Sie einen dritten hinzu und schauen, wie der im Vergleich zu den beiden anderen einzuordnen ist. Und so weiter...

4. Gönnen Sie sich erneut eine Pause.

5. Schauen Sie nun nochmals auf die Liste und spüren Sie, ob Sie sich mit dieser Liste wohl fühlen. Bitte nicht kognitiv darüber nachdenken!

2. Schritt: Finden Sie Ihre Traumkunden

Vielleicht sind Ihnen Werte nun bewusster als vorher. Machen Sie sich jetzt einmal Gedanken, welche Kunden zu Ihren Werten passen würden. Nehmen Sie bitte Ihre bestehenden Kunden nicht als Referenz, sondern seien Sie kreativ.

Es geht darum Kunden zu finden, die so ticken wie Sie.

"Gleich und gleich gesellt sich gerne!"

Für diesen Schritt können Sie verschiedenste Kreativitätstechniken anwenden. Vielleicht nutzen Sie bereits die Walt Disney Technik, falls nicht dann sollten Sie es einmal versuchen!

3. Schritt: Finden Sie das größte Bedürfnis Ihrer Kunden

Welchen Sinn macht es, günstige Preise anzubieten, wenn der Kunde 100% Liefertermintreue benötigt?unternehmenserfolg-teil-3

Lernen Sie ihren Kunden kennen. Da Sie es mit Ihren Wunschkunden zu tun haben, wird Ihnen die Kontaktaufnahme leicht fallen. Geben Sie sich nicht mit einer oberflächlichen Verbindung  zufrieden. Die wahren Bedürfnisse werden Sie erst erfahren, wenn Sie einen persönlichen Kontakt aufgebaut haben.

Sie wissen, was Ihnen wichtig ist.

Sie haben Ihre passenden Kunden gefunden.

Sie kennen deren größtes Bedürfnis.

Überlegen Sie sich nun einmal, was Sie tun müssen, um dieses Bedürfnis zu decken.

Diese Idee könnte Ihre Vision sein.

Können Sie sich mit dieser Vision anfreunden?

4. Schritt: Vision prüfen mit der Dilts Pyramide

Eine Vision ist ohne Struktur nur ein sehr detaillierter Traum. Es ist also erforderlich, aus Ihrer Vision einen handfesten Plan zu machen.

Hierfür lässt sich die Dilts Pyramide gut nutzen. Sie ist ein Coachingformat, welches von Robert Dilts entwickelt wurde. In den sechs Ebenen Umwelt, Verhalten, Fähigkeiten, Werte, Identität und Vision können Sie Ihre Vision kritisch hinterfragen.

Tipp: Notieren Sie sich die Begriffe auf Moderationskarten und legen Sie diese in der korrekten Reihenfolge auf den Boden. Stellen Sie sich während der Durchführung auf diese Karten und konzentrieren Sie sich nur auf den zugehörigen Begriff.

1. Versetzen Sie sich gedanklich in die Zukunft, zu einem Zeitpunkt, wenn Ihre Vision erfüllt ist. Stellen Sie sich nun auf die erste Karte »Umwelt« und stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Wo werde ich mich befinden, wenn ich meine Vision erfüllt habe?
  • Wer wird sich zu dieser Zeit in meinem Umfeld bewegen?

2. Gehen Sie nun eine Karte weiter auf »Verhalten«

  • Was werden Sie konkret tun?
  • Was können Außenstehende beobachten?

3. »Fähigkeiten«

  • Welche (neuen) Fähigkeiten haben Sie zu diesem Zeitpunkt?
  • Wie führen Sie Ihre Tätigkeit nun aus?

4. »Werte, Glaubenssätze«

  • Wie haben sich Ihre Werte verändert?
  • Welche Werte sind Ihnen inzwischen wichtig?
  • Warum tun Sie dies?

5. »Identität«

  • Wer sind Sie?
  • Was würden Sie über jemanden denken, der dasselbe tut?

6. »Vision«

  • In wie weit nimmt Ihr Tun Einfluss auf andere Menschen?

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Haben Sie auch die Fragen zur Vision erfolgreich beantwortet, dann wenden Sie sich um 180° und blicken auf Ihre Pyramide. Stellen Sie sich nun noch einmal in allen Details Ihre erreichte Vision vor.

  • Was hören oder sehen Sie?
  • Wie fühlen Sie sich?
  • Was können Sie riechen oder schmecken?

Haben Sie eine klare Vorstellung von Ihrer Vision? Dann blicken Sie jetzt auf die einzelnen Bereiche der Dilts Pyramide und überlegen Sie sich, welche Dinge Ihnen noch fehlen, um Ihre Vision schon heute zu erreichen.

Durch diese Art der Fragestellung konkretisieren Sie Ihr Ziel. Sie stellen fest, an welchen Stellen noch »blinde Flecken« zu finden sind. Also wo es noch Unklarheiten gibt.

Die Anwendung der Dilts Pyramide benötigt keine zwei Stunden. Sie wird Ihr Ziel aber in einer Form schärfen wie kein anderes Werkzeug, und ganz nebenbei ergibt sich eine Strategie.

Vermissen Sie Ihr Stärkenprofil?

In klassischen Strategiekonzepten ist das Stärkenprofil des eigenen Unternehmens immer ein wichtiger Bestandteil (Bsp. SWOT-Analyse). Wenn Sie sich jedoch mit gescheiterten Unternehmen beschäftigen, ist genau dies bei vielen das Problem. Nur als Beispiel: Blackberry als Vorreiter der mobilen E-Mail-Anwendungen hatte den Fokus auf seinen Stärken und nicht auf den Kundenbedürfnissen. So wurde eine Stärke dann recht schnell zu einer Schwäche.

Bleiben Sie stets in engem Kontakt mit Ihren Kunden, erkennen Sie Veränderungen in deren größtem Bedürfnis und korrigieren Sie Ihre Strategie.

Wie Sie diese Strategie erfolgreich im Unternehmen etablieren, erfahren Sie im nächsten Artikel.

(Einzelbildnachweise: Vision, Fernrohr © shutterstock.com