Small Talk: Reden Sie noch oder hören Sie schon zu?

Veröffentlicht am 5. Oktober 2015 in der Kategorie Management & People Skills von

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Small Talk: Reden Sie noch oder hören Sie schon zu?Über welche Themen man beim Small Talk mit Fremden sprechen kann und welche Themen man besser meiden sollte ist für viele Menschen eine zentrale Frage. Doch das vermeintlich richtige Thema macht allein noch keinen guten Small Talk aus. Ob ein Gespräch als angenehm oder unangenehm wahrgenommen wird, hängt von weitaus mehr ab.

Gerade beim Small Talk ist es wichtig, den kurzen Moment wirkungsvoll zu nutzen und als ein angenehmer Zeitgenosse in Erinnerung zu bleiben. Deshalb lohnt es sich, darüber nachzudenken, was einen angenehmen Gesprächspartner ausmacht.

Gute Umgangsformen erschöpfen sich heute für viele Menschen in dem korrekten Gebrauch von Messer, Gabel und Trinkgefäß und in der richtigen Reihenfolge des gegenseitigen Vorstellens. Dabei wird übersehen, dass das Wort Konversation bedeutet, ein Gespräch nach den Regeln der aktuellen Etikette zu führen, bei dem natürlich ebenfalls Umgangsformen zu beachten sind.

Hier ist das gefragt, was wir unter dem Begriff EQ – Emotionale Intelligenz – verstehen, die Fähigkeit, sich in den anderen hineinzuversetzen und seine Gefühle und Bedürfnisse im Blick zu behalten und so dem Gesprächspartner Achtsamkeit und Wertschätzung entgegen zu bringen.

Sind Sie ein angenehmer Gesprächspartner?

Es ist daher sinnvoll, bei nächster Gelegenheit das eigene Verhalten selbstkritisch zu beobachten:

  • Interessiert es Sie, was die anderen sagen oder möchten Sie lieber Anekdoten aus Ihrem eigenen Leben zum Besten geben? Was haben Sie davon? Die Geschichten kennen Sie doch schon und erzählen Sie nicht zum ersten Mal. Oder hören Sie sie immer wieder gern?
  • Lassen Sie andere ausreden oder unterbrechen Sie Ihre Gesprächspartner? Sie empfinden es bestimmt auch als störend, wenn Sie bereits nach dem ersten Stichwort eines Satzes unterbrochen werden.
  • Schauen Sie die Menschen an, wenn Sie mit ihnen sprechen? Das ist sinnvoll, denn dann merken Sie an deren Körpersprache, ob man Ihnen noch zuhört oder ob Sie thematisch bereits auf ein Nebengleis geraten sind, auf dem nur noch Sie selbst Spaß an Ihrem Vortrag haben.
  • Achten Sie in einer Gruppe immer darauf, ob alle Anwesenden sich am Gespräch beteiligen können und wollen oder sprechen Sie gern über Ihre Lieblingsthemen und einige müssen dann einfach mal zuhören?
  • Oder gehören Sie auch zu den Witzeerzählern? Das kann für eine kurze Zeit tatsächlich lustig sein. Häufig animiert es aber andere der Runde, ebenfalls nur noch Witze zu erzählen und sich dabei gegenseitig zu übertreffen. Sie vergeben somit die Gelegenheit das Zusammentreffen für den Austausch von Informationen zu nutzen.

So geht richtig guter Small Talk!

Eine wichtige Voraussetzung für einen guten Small Talk ist demnach, dem Gesprächspartner Wertschätzung und Achtsamkeit entgegen zu bringen. Widerstehen Sie außerdem der Versuchung sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, hören Sie stattdessen zu und lassen Sie auch andere reden.

Wenn Sie dann Themen wählen, die Sie mit Ihrem Gesprächspartner gemeinsam haben, wie

  • das Wetter,
  • die Räumlichkeiten,
  • das Programm der Veranstaltung,
  • das Buffet,
  • die Anreise,
  • den Bezug zum Gastgeber

und im weiteren Verlauf des Gesprächs über Hobbies, Sport, Beruf, kulturelle Ereignisse, den Urlaub oder generell das aktuelle Tagesgeschehen reden, sind Sie auf dem richtigen Weg.

Ein wichtiger Grundsatz ist auch, sich in einer positiven Art und Weise zu äußern. Denn theoretisch kann jedes Thema auch zum Tabuthema werden: Sie können über das Wetter reden aber auch darüber jammern.

Sie kennen die Einstellungen und Überzeugungen Ihres Gegenübers noch nicht. Deshalb bergen Themen, die Werte, Moralvorstellungen oder religiöse und politische Überzeugungen betreffen, Konfliktpotential. Ein Small Talk ist keine Debattier- oder Diskussionsrunde. Vielmehr geht es darum, Gemeinsamkeiten zwischen den Beteiligten zu finden.

Zeigen Sie also etwas Fingerspitzengefühl beim Umgang mit Ihren Gesprächspartnern, dann werden Sie als ein angenehmer Zeitgenosse, der zuhören kann und auch mal andere reden lässt, in Erinnerung bleiben.

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