Darum sind Frauen die besseren Führungskräfte!

Veröffentlicht am 26. August 2015 in der Kategorie Management & People Skills von

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5 Erfolgsprinzipien, die Frauen zu den besseren Führungskräften machen!

Dass sie es sind, zog sich als roter Faden durch alle Unternehmenspräsentationen der „global female leaders conference" in Berlin. 250 Frauen von allen Kontinenten, darunter unter anderem

  • Petra Winter, Chefredakteurin der Madame,
  • Simone Menne, CFO der Lufthansa AG,
  • Dina Dublon, Aufsichtsratsmitglied von Microsoft, PepsiCo Inc., Deutsche Bank und Accenture PLC, USA und
  • Xiao Xue, Chefredakteurin der Elle, China,

hatten zwei Tage Gelegenheit, sich über ihre Arbeit auszutauschen.

Unternehmen mit mindestens einem weiblichen Vorstandsmitglied 2005 und 2010 haben einer Analyse von Ernst & Young zufolge die besseren Kennziffern, insbesondere

  • einen Umsatz von 64 Prozent gegenüber 44 Prozent und
  • einen Gewinn von 89 Prozent statt 67 Prozent.

Besonders wertvoll scheinen Führungsfrauen in Unternehmen mit Frauenanteil zu sein. Wie kommt das?

Ist es der Charme der Frauen, oder ihre Umgangskultur, die hinter ihrem Erfolg stehen?

Sind Frauen fleißiger oder ehrgeiziger oder ist es vielleicht die Angst vor ihrer schlechten Laune, die ihre Unternehmen antreibt?

Was zeichnet den Erfolg von Unternehmerinnen aus?

Und gibt es vielleicht sogar etwas, was sie weltweit gemeinsam richtig machen?

Die Erfolgsformel hat etwas mit der wichtigsten Ressource in Unternehmen zu tun und das ist der Mensch.

Diese 5 Erfolgsprinzipien bringen Frauen in die Führungsarbeit ein:

1. Optimismus: Mit positivem Blick in die Zukunft sehen

Als Teil des psychologischen Kapitals von Unternehmen ist Optimismus eine bekannte und vielen vertraute Ressource. Optimismus ist die Überzeugung, in der Zukunft positive Dinge zu erleben und – dies ist besonders wichtig – selbst dafür etwas tun zu können.

Ein positiver Kreislauf - für den wir selbst verantwortlich sind!

Optimisten gehen ein Problem aktiv an, versuchen es zu lösen und stellen dabei fest, dass sie selbst Einfluss haben. Das führt zu weiteren optimistischen Erwartungen bei den nächsten Herausforderungen und so zu einem positiven Kreislauf.

Die Lebenseinstellung wird aktiver, Krisen erscheinen weniger bedrohlich und dadurch kann ich tatsächlich besser denken und handeln. Ein positiver Kreislauf, den wir selbst in Gang setzen können.

Unternehmerinnen bewerten die eigenen unternehmerischen Perspektiven optimistischer als männliche Entscheider im Mittelstand:

  • 51 Prozent sagen, die Entwicklung des eigenen Unternehmens „wird besser“,
  • bei den Unternehmern in mittelständischen Unternehmen hingegen sind es 35 Prozent

wie der Verband Deutscher Unternehmerinnen in einer Studie 2013 ermittelte.

2. Förderung: Stillstand ist Rückschritt

Die Unternehmerinnenumfrage 2013 des Verbandes Deutscher Unternehmerinnen zeigte, dass die wichtigste Maßnahme zur Mitarbeiterbindung für 65 Prozent der Befragten Weiterbildungsmaßnahmen sind. Wer ständig weiter lernt muss sich keine Sorgen machen, mitzukommen. So stellen Unternehmerinnen die Zukunft des Unternehmens und der Einzelpersonen sicher.

Geld scheint für Frauen weniger wichtig zu sein

Monitäre Anreize spielen im Unterschied zu männlichen Führungskräften bei Frauen eine untergeordnete Rolle. Alle Studien zum Glück zeigen, dass die immateriellen Glücksbringer die materiellen deutlich abhängen. Vor allem in Sachen nachhaltiges Glück.

Frauen wollen Entwicklung, Männer materiellen Wohlstand

Anke Plagnol von der Universität Cambridge und Richard Easterlin von der Universität von Südkalifornien haben zwei Faktoren für Geschlechtsunterschiede beim Glück herausgefunden: Finanzen und Beziehungen.

Männer haben hier als junge Erwachsene einen Rückstand. In Sachen Finanzen nicht tatsächlich, aber gefühlt. In den Zwanzigern fühlen sie sich deutlich weniger wohl als die Frauen. Sie sind Single und am Anfang der Karriere und meinen, sich zu wenig leisten zu können. Den Vorsprung verlieren die Frauen ab 34. Dann sind Männer mit der familiären Situation zufriedener und können sich mehr leisten.

Hier könnte die Erklärung liegen. Denn Frauen sprechen auf materiellen Wohlstand als Glücksbringer weniger an. Auf Entwicklungsmöglichkeiten aber schon. Nach einer Umfrage des Institutes für Demoskopie Allensbach sagen immer mehr Frauen (nämlich 2010 35 Prozent gegenüber 27 Prozent in 2000)

„Ich gehe voll in meinem Beruf auf und arbeite hart dafür“

und

„Erfolg im Beruf ist wichtig“

(63 Prozent in 2000 und 71 Prozent in 2010).

3. Gesundheit: Durch Empathie produktive & zufriedene Mitarbeiter

Die wichtigste Managementanforderung der Zukunft ist, dass es Menschen gut gehen muss, damit sie leisten können was von ihnen erwartet wird. Führungsmerkmale, die die Gesundheit fördern, sind

  • Mitbestimmung,
  • Wertschätzung,
  • Unterstützung und
  • Anerkennung –

das hat Ulrike Stilijanow im Stressreport 2012 dargelegt. Mitarbeiter, die auf diese Weise bestärkt werden, leiden weniger an körperlichen Beschwerden. Menschen, die sich wohl fühlen, sind die beste Reklame für das Unternehmen. Sie sind produktiver, kreativer, gesünder und haben eine größere Bindung an den Arbeitgeber.

Können sich weibliche Führungskräfte besser in die Mitarbeiter hineinversetzen?

Nadine Pieck von der Leibnitz Universität Hannover hat die Führungskraft als Gesundheitsfaktor untersucht und festgestellt, dass das Führungsverhalten weiblicher Führungskräfte von Mitarbeitern als gesundheits- und entwicklungsförderlicher eingeschätzt wird als das der Männer. Ihnen gelingt es auch besser, sich in Frauen und Männer hineinzuversetzen. Managerinnen sind außerdem in der Lage, die Belastungen für Frauen durch den Spagat zwischen Beruf und Familie angemessen wahrzunehmen.

4. Stärkenfokus: Charakter & Psyche im Vordergrund

Engagiert, leistungs- und lernfähig bis ins hohe Alter zu sein, das ist in unserer Anstrengungskultur kaum zu schaffen. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel von der Überforderung hin zu den Stärken, die jeder Mensch zeit- und ortsunabhängig zur Verfügung hat, die sich nicht abnutzen, wohl aber durch Einsatz wachsen und deren Anwendung angenehm und leicht ist.

Erst seit den 1950er Jahren beschäftigt sich die Wirtschaftswissenschaft mit dem „Humankapital“ als ökonomische Ressource. Zunächst waren damit vor allem die Ausbildung und das Wissen der Mitarbeiter gemeint. Heute sind es

  • Charaktereigenschaften,
  • Talente,
  • Gesundheit und
  • geistige Haltung,

die im Mittelpunkt psychologischer oder auch soziologischer Betrachtungen stehen. Seit der Jahrtausendwende arbeitet die Positive Psychologie, die sich als Wissenschaft eines gelingenden Lebens versteht, daran, inwiefern Charakterstärken wirtschaftlich nutzbringend sind. Fred Luthans erklärte

  • Hoffnung,
  • Selbstwirksamkeit,
  • Resilienz und
  • Optimismus

zum größten psychologischen Kapital für die Arbeit.

In Studien wurde mehrfach nachgewiesen, dass sich tatsächlich in beeindruckender Weise Arbeitszufriedenheit, Servicequalität, Gesundheit, Engagement, Einzel- und Teamleistungen verbessern, wenn auf psychische Faktoren Wert gelegt wird. Dabei steigt nicht nur die Produktivität, sondern auch die Verbundenheit mit dem Unternehmen.

5. Selbstachtsamkeit: Bewusst & gesund Leben

Jede Medaille hat zwei Seiten und bei Managerinnen heißt diese, die Gesundheit ist in Gefahr. In der Stressstudie der Technikerkrankenkasse 2013 klagen

  • 63 Prozent der Frauen und
  • nur 52 Prozent der Männer über Stressbelastungen.

Beim Dauerdruck ist es knapp ein Viertel der Frauen, bei den Männern nicht einmal ein Fünftel.

In der SHAPE-Studie wurden Manager beider Geschlechter untersucht und festgestellt, dass männlichen Manager tendenziell weniger über körperliche Beschwerden als der Durchschnittsmann berichteten. Weibliche Führungskräfte jedoch signifikant häufiger über körperlichen Beschwerden im Verhältnis zum Durchschnitt. Sowohl weibliche als auch männliche Führungskräfte erleben im Verhältnis zum Durchschnitt signifikant häufiger Erschöpfung. Es wird daraus geschlussfolgert, dass Führungsarbeit verstärkt zu

  • Mattigkeit,
  • Schlafdefizit,
  • erhöhtem Schwächegefühl und
  • Erschöpfbarkeit

zu führen scheint.

Allerdings sagen in der TK Stressstudie 52 Prozent der Frauen und nur 43 Prozent der Männer, sie seien sehr zufrieden. Jeder zehnte Mann zweifelt an seinem Leben, bei Frauen sind dies nur 4 Prozent. Es muss also einen Ausgleich geben, für den Frauen erfolgreich sorgen.  Ich gehe davon aus, dass es ein Kaleidoskop an Maßnahmen und Fähigkeiten ist:

  • Ein besserer Kontakt zum Körper und den eigenen Bedürfnissen,
  • konsequent mehr körperliche und geistige Vorsorge,
  • ein tendenziell gesünderer und bewussterer Lebensstil sowie
  • soziale Kontakte und mindestens eine private Unterstützung als Ausgleich.

Fazit: Positive Energie & Spaß im Job leben!

Kommen wir zurück zu der Frage der Erfolgsformel. Sie lautet:

Zuerst der Mensch, dann der Erfolg.

Menschen führen Menschen und sehen sie nicht nur als möglichst gut funktionierende Leistungserbringer. Davon abgesehen sind wir soziale Wesen, die sich aufeinander beziehen und da macht die Mischung von männlicher und weiblicher Energie einfach mehr Spaß und der kommt oft viel zu kurz bei der Arbeit.