Neuer Job, neues Image: Die ersten 100 Tage zählen!

Veröffentlicht am 28. August 2015 in der Kategorie Management & People Skills von

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Neuer Job, neues Image: Die ersten 100 Tage entscheiden!Sie werden bald eine neue Funktion übernehmen? Man hat Ihnen eine neue Verantwortung übertragen? Herzlichen Glückwunsch dazu! Haben Sie sich schon Gedanken darüber gemacht, wie Sie die neue Aufgabe strategisch angehen werden? Hier finden Sie einige Anregungen dazu.

Zwischen altem und neuem Job

Jeder berufliche Wechsel bedeutet einen Abschied von etwas Vertrautem und den Beginn von etwas Neuem. Es sind gemischte Gefühle damit verbunden. Vor allem ist es aber eine neue Chance, nämlich die Möglichkeit, frühere Fehler zu vermeiden und sich in einem neuen Umfeld ein beabsichtigtes Image zu erarbeiten. Daher sollten Sie die Zwischenphase nutzen, einige Überlegungen anzustellen.

Im letzten Job war man in bestimmten Verhaltensmustern gefangen und hat gelegentlich selbst verspürt, dass man in bestimmten Situation anders hätte handeln sollen. Eine ehrliche Selbstanalyse benötigt etwas Zeit, ist aber der Weg zu mehr Erfolg.

  • Was waren die Gemeinsamkeiten in diesen Situationen,
  • gab es ähnliche Auslöser zu dem ungünstigen Verhalten,
  • wie hätte man sich besser verhalten können?

Wenn Sie herausgefunden haben, in welchen anderen Situationen Sie aufgrund welcher Ihrer Stärken souverän reagieren konnten, dann können Sie mental verankern, wie Sie in Zukunft auf erwünschte Weise handeln werden.

Neues Image aufbauen

In der letzten Funktion waren Sie vielleicht nicht immer zufrieden mit dem, was man Ihnen nachgesagt hat. Ihr letzter Vorgesetzter hatte eine Wahrnehmung von Ihnen, die Sie gern anders gesehen hätten. Nun können Sie sich ein neues Image verschaffen.

  • Was möchten Sie, dass die Leute über Sie sagen?
  • Welches Bild soll man von Ihnen bekommen?
  • Welches Verhalten gehört zu diesem Bild?
  • Wie können Sie dieses Verhalten verstärken?

Wichtig ist, dass Sie sich Ihrer Stärken bewusst sind. Genau das alles wird Ihnen wieder helfen, um im neuen Job noch erfolgreicher zu sein.

  • Was waren in der bisherigen Tätigkeit Ihre Erfolgsfaktoren?
  • Welche Ihrer Stärken konnten Sie besonders gut einsetzen?
  • Was ist Ihnen besonders gut gelungen?
  • Wozu haben Sie positives Feedback erhalten?
  • Was hat man an Ihnen geschätzt?

Die ersten einhundert Tage

Die berühmten ersten einhundert Tage sind entscheidend für den weiteren Verlauf in der neuen Funktion. Das Umfeld hat ein besonderes Augenmerk auf den Neuen und bildet sich rasch ein bleibendes Urteil.

Umgekehrt sieht man als Neuer noch vieles aus einer distanzierteren Position und erkennt starke und schwache Punkte leichter als diejenigen, die mit allem schon lange vertraut sind. So sollten die ersten einhundert Tage besonders genutzt werden. Man kann sie in drei Phasen einteilen:

1. Kennenlernen und Bestandsaufnahme
2. Analyse
3. Erste Aktionen und Maßnahmen

Kennenlernen und Bestandsaufnahme

Geben Sie allen die Möglichkeit Sie kennenzulernen und lernen auch Sie die neuen Kollegen und Mitarbeiter erst einmal kennen. Erzählen Sie, was Ihnen wichtig ist. Bauen Sie Vertrauen auf. Hören Sie gut zu, wenn Ihnen die anderen sagen, wie sie denken und was sie machen. Zeigen Sie Wertschätzung und, dass Ihnen alles sinnvoll erscheint. Bringen Sie in Erfahrung, was Ihr neuer Vorgesetzter von Ihnen erwartet.

  • Was möchte er: dass Sie es beibehalten oder verändern?
  • Was erzählen Ihnen die neuen Kollegen und Mitarbeiter?
  • Was finden sie gut, und was sollte anders laufen?

Aber seien Sie auf der Hut. Es gibt unter den Kollegen und Mitarbeitern den einen oder anderen, der mit Ihrem Vorgänger entweder eine besonders gute oder schlechte Beziehung hatte. Nun möchten sie entweder sich gleich die alte Position wieder sichern oder eine bessere Beziehung schaffen. Versuchen Sie das richtig einzuschätzen, denn in beiden Fällen kann Ihr Vorgänger falsch gehandelt haben.

Analyse der Situation

Ziehen Sie keine voreiligen Schlüsse. Es kommt nie gut an, wenn der Neue schon in den ersten Tagen äußert, was er alles nicht gut findet. Machen Sie sich ein Bild über die Erfolgsfaktoren Ihrer neuen Organisationseinheit bzw. Abteilung.

  • Welches Budget steht zur Verfügung?
  • Welche Prozessschritte binden die höchsten Kosten?
  • Erscheinen Ihnen alle Prozessschritte erforderlich und plausibel?
  • Wer sind die wichtigsten Prozesspartner, die für die Qualität der Ergebnisse entscheidend sind?
  • Wer beurteilt die Ergebnisse?
  • Welche Erwartungen gibt es an die Abteilung?
  • Wie zufrieden sind die Mitarbeiter?
  • Sind alle Mitarbeiter ihren Stärken entsprechend am richtigen Platz?

Während Sie weitere Informationen gewinnen, können Sie nach dem ersten Monat schon für sich anfangen, erste Schlussfolgerungen abzuleiten. Vielleicht hat Ihr Vorgänger monatlich einen detaillierten Leistungsbericht erstellen lassen, der viel Aufwand bedeutet hat und den Sie in dieser ausführlichen Form nicht benötigen. Finden Sie heraus, ob dieser Bericht bisher für Ihren neuen Vorgesetzten wichtig gewesen ist oder ob er sonst einen Sinn erfüllt. Wenn nicht, steht er auf Ihrer Liste der ersten Maßnahmen, die Sie im dritten Monat umsetzen werden.

So kommen ganz sicher noch weitere Punkte auf Ihre Liste, wie zum Beispiel Routinebesprechungen, Informationsflüsse und Entscheidungsabläufe, die Sie effizienter gestalten möchten. Ein bestimmter Prozessschritt könnte vielleicht durch ein entsprechendes IT-Tool automatisch ablaufen. Eventuell sind auch einzelne Aufgaben nicht stärkenorientiert zugeordnet und entsprechende Mitarbeiter nicht optimal eingesetzt.

Erste Aktionen und Maßnahmen

Nun können Sie im dritten Monat die ersten Maßnahmen umsetzen. Stimmen Sie sich zuvor mit Ihrem Vorgesetzten ab. Er weiß, wie es bei Ihrem Vorgänger gelaufen ist und kann Maßnahmen aus übergeordneter Sicht einschätzen. Evtl. sind bei Personalmaßnahmen noch die Personalabteilung und der Betriebsrat mit einzubeziehen. Besprechen Sie Personalmaßnahmen zunächst mit den Betroffenen unter vier Augen. Geben Sie Ihre Maßnahmen persönlich vor Mitarbeitern bekannt. Erläutern und begründen Sie Ihre Entscheidungen, damit man nachvollziehen kann, wie Sie denken. Nehmen Sie wahr, ob diese Maßnahmen erleichtert oder besorgt aufgenommen werden. Wie ist die Reaktion darauf? Ihre ersten Aktivitäten werden von Ihren Mitarbeitern mit großer Aufmerksamkeit registriert und man leitet daraus Ihr zukünftiges Verhalten ab.

Fazit: Nutzen Sie Ihre Chance!

Eine neue Verantwortung ist eine große Chance. Diese Chance kann genutzt werden, wenn vor dem Wechsel eine selbstkritische Rückschau erfolgt und daraus persönliche Ziele für den neuen Job abgeleitet werden. In den ersten einhundert Tagen werden die Weichen für die Zukunft gestellt: Vorgesetzte, Kollegen und Mitarbeiter haben individuelle Erwartungen und prüfen in dieser Zeit, in wie weit der „Neue“ ihnen entspricht. Daraus entsteht entweder Vertrauen oder Enttäuschung.