Videobewerbungen auf dem Vormarsch – So wird man eingestellt!

Veröffentlicht am 13. März 2015 in der Kategorie Management & People Skills von

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Videobewerbungen auf dem Vormarsch – So wird man eingestellt!

Elke Zuchowski vom Nachrichtenmagazin Focus bestätigt diese titelgebende Tendenz. Seit ungefähr einem dreiviertel Jahr werden immer häufiger Videobewerbungen versendet. Ein professionelles Bewerbungsvideo wird durch viele Faktoren charakterisiert. Zuchowski selbst arbeitet bei „Focus Campus“ als Tutorin und stellt die wichtigsten Kriterien vor.

Was zeichnet ein gutes Bewerbungsvideo aus und wie sollten Personaler und Unternehmen generell mit dieser neuen Art der Bewerbung umgehen? Diese Fragen sind noch nicht einheitlich erörtert worden, da sich der Trend noch nicht nachhaltig durchgesetzt hat.

Was Unternehmer bei einer Bewerbung erwarten sollten!

Gerade bei Bewerbungen dürfen Unternehmer durchaus penibel sein, denn besonders im Marketing- und Sales-Bereich ist es notwendig, dass der Bewerber einen positiven Eindruck hinterlässt. Bei einer Videobewerbung können sich Personaler direkt ein Bild des Bewerbers machen. Dennoch gibt es für Unternehmer wie für Bewerber diverse Dinge zu beachten, besonders da diese Bewerbungsform noch keinen einheitlichen Standards unterworfen ist.

Die grundlegenden Dinge, die Personaler bei ihrer Entscheidung berücksichtigen sollten, haben sich jedoch auch bei einer Videobewerbung nicht geändert. Entsprechend können die Ausschreibungen für eine Stelle auch auf klassische Art und Weise erfolgen, wie folgende Praxisbeispiele für den Bereich Verkauf und Marketing verdeutlichen.

Bei einer Bewerbung im Verkaufsbereich ist es zum Beispiel für Unternehmer ratsam, auf den Besuch verschiedener Fortbildungsseminare zu achten. Machen Bewerber durch zusätzliche Weiterbildungen auf sich aufmerksam, sagt das Einiges über deren Kompetenz aus. Ein offenes und selbstbewusstes Auftreten sind ebenfalls notwendig. Hier ist eine Videobewerbung von Vorteil, da sich der Personaler bereits vor dem Gespräch über das Auftreten der Person ein Bild machen kann.

Auch ausgefallene Situationen können Personaler über die Persönlichkeit eines Bewerbers informieren. Stressinterviews sind eine Möglichkeit diese Qualitäten zu testen. Überzeugt ein Bewerbungsschreiben oder ein Video nicht auf den ersten Blick, so ist mit dem Kandidaten umso kritischer umzugehen.

Ein weiterer Punkt sind die Gehaltsverhandlungen. Im Marketing und Vertrieb ist es ratsam sich an den durchschnittlichen Gehältern zu orientieren. Ein zu hohes Gehalt könnte sich betriebswirtschaftlich negativ auf das Unternehmen auswirken, ein zu niedriges hingegen negativ auf die Motivation des Angestellten. Hier gilt es den Durchschnitt zu wählen, damit beide Seiten von dem Abkommen profitieren.

Kriterien, die einen professionellen Videolebenslauf auszeichnen

Besonders bezüglich der neuen Form der Videobewerbung sind einige Dinge zu beachten, um herauszufinden, ob ein Kandidat geeignet ist oder nicht. Neben der allgemeinen Qualität des Videos sind auch die Form des Videos und die Professionalität ein Indikator für die Motivation des Bewerbers.

Videoqualität

Dieser entscheidende Faktor sagt bereits Einiges über den Bewerber aus. Wurde das Video professionell hergestellt oder nicht? Ein professionelles Video zeugt von Interesse, denn falls der Bewerber etwas Geld investiert hat, um seine Bewerbung zu erstellen, können Personaler davon ausgehen, dass die Person wirkliches Interesse an der ausgeschrieben Stelle hat.

Hier ist auch die Individualität des Videos zu nennen. Es ist ratsam, darauf zu achten, dass im Video auf das Unternehmen eingegangen wird. Andernfalls liegt die Vermutung nahe, dass die gleiche Bewerbung auch an weitere Unternehmen versendet wurde. Am Videoschnitt und der generellen Aufmachung können Personaler bereits früh erkennen, ob Geld investiert wurde oder nicht.

Ein hochwertiges Produkt überzeugt Personaler, während bei einem selbstgedrehten oder unprofessionell erscheinenden Video von einer Einladung zu einem Interview abgeraten wird.

Form des Videos

Hier gibt es verschiedene Varianten. Beispielsweise die Erzählform, in welcher der Bewerber von seinen Eigenschaften erzählt und sich selbst darstellt. Ein Interview hingegen ist ein Video in Dialogform. Hier ist wichtig, dass der Kandidat Fragen zu

  • seiner Motivation,
  • seinen Karrierevorstellungen und
  • seiner persönlichen Eignung beantwortet.

Besonders der dritte Punkt ist relevant, da Personaler an dieser Stelle erörtern können, ob ein Kandidat passend erscheint oder nicht. Des Weiteren sind Hinweise zu den „Soft- und Hardskills“ von Belang. Barney Stinson aus der beliebten Serie "How I Met Your Mother" hat da seine ganz eigene Version eines Bewerbungsvideos gemacht:

Worauf Unternehmer achten sollten

Es gibt einige Dinge, auf die Unternehmer bei dem Auftreten des Bewerbers achten sollten. Wie drückt sich der Bewerber aus und welchen Eindruck erweckt sein äußeres Erscheinungsbild? Hat er eine angemessene und flüssige Aussprache und wirkt er im Video sicher und souverän?

Diese Faktoren, die nichts über die eigentliche Qualität des Videos, wohl aber über die des Bewerbers aussagen, sind ebenfalls Indikatoren, um Rückschlüsse auf die Eignung des Bewerbers zu ziehen.

Aussprache und Text

Es spricht nichts dagegen, wenn sich Bewerber Notizen machen, um einen flüssigen Text zu präsentieren. Das reine Ablesen eines Textes sollte hingegen vermieden werden. Gerade im Marketing- und Sales-Bereich zeugt das von fehlender Spontanität und schlechter Artikulation.

Hintergrund und Nebengeräusche

Es sollte ein neutraler Hintergrund gewählt werden. Außerdem sind alle Geräuschquellen zu vermeiden, denn andernfalls kann keine gute Akustik gewährleistet werden.

Äußeres Erscheinungsbild

Das Outfit muss zu dem angebotenen Beruf passen. Während bei einem modernen Start-Up-Unternehmen die Kleidung etwas leger sein kann, sollten Personaler großer Marketingunternehmen auf Anzug mit Krawatte Wert legen.

Sicherheit

Souveränität und die Sicherheit des Bewerbers können in einem Video besser transportiert werden als in einer Bewerbungsmappe. Mitarbeiter der Personalabteilung können hier bereits erkennen, ob ein Kandidat sicher auftritt.

Selbstbewusstsein kann auch über die richtige Körpersprache vermittelt werden. Der Blick sollte auf die Kamera gerichtet sein, andernfalls erweckt dies einen schüchternen Eindruck.