Kreativ Arbeiten und Entwickeln: Tipps zur Ideenfindung!

Veröffentlicht am 28. Januar 2015 in der Kategorie Management & People Skills von

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Kreativ Arbeiten und Entwickeln: Tipps zur Ideenfindung!Gute Ideen und eine gelungene Umsetzung sind es, die ein Unternehmen erfolgreich machen und von der Masse abheben. Allerdings entstehen diese keineswegs einfach nebenbei, vielmehr sind sie das Resultat langer Überlegungen, Abwägungen und Planungen.

Doch was, wenn der eine, besondere Gedanke einfach nicht kommen will und die Muse für das kreative Denken offenbar gerade beschäftigt ist? In einem solchen Fall bieten sich verschiedene Techniken an, die Kreativität und Denkvermögen anregen und so effektiv zur Ideenfindung beitragen.

So funktioniert die Ideenfindung

Die Ideenfindung ist im Grunde stets ein strukturierter Prozess, bei dem gezielt Ideen entwickelt werden, wobei oftmals auf verschiedene Techniken zurückgegriffen wird. Demnach bezeichnet die Ideenentwicklung also das systematische Vorgehen bei der Ideenfindung.

Zum Einsatz kommen dabei sogenannte Kreativitätstechniken, die einerseits die Fantasie anregen, andererseits aber auch die eigene Kreativität fördern und das Denken in die gewünschte Richtung lenken. Eine grundlegende Unterscheidung findet dabei zwischen intuitiven, recherchierenden und diskursiven Methoden statt.

Intuitive Methoden zur Ideenfindung

Diese Methoden unterstützen die gute Idee beziehungsweise einen guten Einfall. In der Regel werden intuitive Methoden durch Gespräche und kritische Diskussionen angeregt, wodurch Anregungen, Verbesserungen und neue Lösungen entstehen. Die Idee selbst entsteht allerdings mehr oder weniger unterbewusst, sodass Herkunft und Entstehung nicht immer direkt nachvollziehbar sind.

Beachtet werden muss hierbei jedoch, dass der richtige Einfall niemals erzwungen werden kann. Mitunter werden neue Wege außerdem nicht erkannt, denn für den Einzelnen bestehen stets Fixierungen und Konventionen, die ihn dabei behindern. Neue Technologien und Verfahren können außerdem aufgrund der mangelnden Informationen nicht ins Bewusstsein der Personen eindringen, hierfür wird weitere Recherche benötigt.

Recherchierende Methoden zur Ideenfindung

Im Mittelpunkt dieser Methoden steht vornehmlich die

  • Informationsbeschaffung,
  • Aufbereitung und
  • Auswertung

selbiger. Zum Einsatz kommen dabei vor allem Fachbücher und -zeitschriften, aber auch Patente, Normen oder Studien sind wichtige Hilfsmittel. Allerdings werden die recherchierenden Methoden zur Ideenfindung dadurch beschränkt, dass sie sich nur auf bekannte Lösungsansätze stützen. Die Recherche ist daher eher eine weitere Stütze, die auf den intuitiven und diskursiven Methoden aufbaut.

Diskursive Methoden zur Ideenfindung

Bei der diskursiven Vorgehensweise lassen sich meist in verhältnismäßig kurzer Zeit recht viele Ideen sammeln, der Prozess der Lösungssuche wird dabei systematisch und bewusst in einzelnen, logisch fortschreitenden Schritten fortgeführt.

Die dazugehörenden Methoden beschreiben ein Problem daher sehr vollständig, da es analytisch in kleinste Einheiten unterteilt wird. Diskursive Methoden schließen sich meist an die intuitiven Methoden an und sind ein logischer nächster Schritt.

Die Methoden der Ideenfindung

Die Anzahl an intuitiven und diskursiven Methoden ist groß, wenngleich einige Varianten sehr viel öfter verwendet werden als andere. Im Folgenden sollen sowohl die bekannteren als auch einige der unbekannteren Vertreter etwas näher erläutert werden.

methoden-der-ideenfindung

Intuitive Methoden

1. Bionik

Die Bionik beschäftigt sich mit den Prinzipien von Natur, Tierwelt und Technik und der innovativen Umsetzung in technische Lösungen. Biologische Verhaltensmuster und Eigenschaften sollen zu diesem Zweck auf technische Problemstellungen übertragen werden, um die Ideenfindung anzuregen. Gerade Naturwissenschaftler und Ingenieure, aber auch andere Disziplinen können hier ideal zusammenarbeiten.

2. Bisoziation

Die Bisoziation versucht, geistige Routinen zu durchbrechen und verknüpft dafür Begriffe, Bilder oder Vorstellungen aus vielen unterschiedlichen Bezügen. Zunächst wird dafür ein Problem als Fragestellung formuliert, dann wird ein Bild ausgewählt und damit verknüpft.

Die genauere Betrachtung soll die Inspiration anregen, sodass alle Gedanken dazu notiert und im Nachhinein auf ihr Ideenpotenzial und ihre Umsetzung geprüft werden.

3. Analogiemethode

Bei der Analogiemethode wird das aktuelle Projekt mit ähnlichen, bereits abgeschlossenen Projekten verglichen. Der Grundgedanke ist also, dass es Lösungen zu ähnlichen Aufgaben bereits gibt – dann findet eine Abweichungsanalyse statt, bei der Gemeinsamkeiten und Unterschiede festgestellt werden.

Anhand dessen können Aufwand und Produktivität gemessen werden. Die Basis dieser Methode stellen demnach abgeschlossene Projekte dar. Außerdem muss eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden sein, andere Projekte sind nicht geeignet.

4. Galeriemethode

Bei dieser Methode handelt es sich um eine Kombination aus Einzel- und Gruppenarbeit. Die Ergebnisse der Teilnehmer werden dabei für alle sichtbar in einer Galerie aufgehängt. Besonders gut geeignet ist diese Methode, um Profis und Laien zum gemeinsamen Austausch zu bewegen und so einerseits ungeeignete Ansätze auszuschließen und andererseits neue Ideen im Sinne einer Kompromissfindung hinzuzufügen.

Gerade bei gestalterischen Problemen ist diese Methode zu empfehlen, da sie die präsentierten Lösungen direkt anschaulich darstellt und diese sich sinnvoll anordnen lassen.

5. Inspirationslotto

Diese Methode wird mit zwei Gruppen durchgeführt, welche jeweils als Team fungieren. Zusätzlich gibt es einen Moderator, welcher Begriffe wahllos in den Raum wirft, ganz egal aus welchem Bereich. Die Teams werden daraufhin innerhalb einer vorgegebenen Zeit eine Marketingstrategie entwickeln und vorstellen.

Die Methode ist insofern nützlich, da sie aufzeigt, dass selbst wenn scheinbar nichts mehr geht, immer noch kreative Ideen fließen können. Gleichzeitig wird außerdem eine heitere Stimmung erzeugt, was der Ideenfindung ebenfalls guttut.

Diskursive Methoden

1. Funktionsanalyse

Die Funktionsanalyse formuliert ein Problem erst funktional, sodass Zweck und Wirkung deutlich werden. Dann werden zu einer formulierten Aufgabenstellung Funktionen ermittelt und in eine Tabelle übertragen. Für diese Einzelfunktionen wiederum werden nun möglichst viele bekannte und denkbare Ausprägungen gesammelt.

2. Kraftfeldanalyse

Bei dieser Problemstrukturierungstechnik wechseln sich Einzel- und Gruppenarbeit ab, damit verborgene Wünsche und zugrunde liegende Bedürfnisse ermittelt werden. Zum Einsatz kommen dafür Fragebögen, die einzeln beantwortet werden. Die Ergebnisse werden gesammelt und erst in kleineren Gruppen weiter aufgegliedert und schließlich in einer einzigen großen Gruppe miteinander diskutiert.

3. Progressive Abstraktion

Um die Kerndefinition eines Problems zu finden, werden die übergeordneten Zusammenhänge systematisch aufgedeckt und dann für eine bessere Problemauffassung genutzt. So wird die Suche nach weiter reichenden Lösungen angeregt. Häufig zum Einsatz kommt die progressive Abstraktion beispielsweise bei Produktkonzepten.

4. Ursachen-Wirkungs-Diagramm

Bei dem Ursachen-Wirkungs-Diagramm wird ein Flussdiagramm verwendet, an dessen Kopfende das zu lösende Problem eingetragen wird. In die vier Hauptarme kommen die Begriffe Mensch, Maschine, Methode und Material. In jedem Bereich werden nun Problemursachen gesammelt und in dem Diagramm visualisiert.

5. Problemlösungsbaum

Um Alternativen für die Lösung einer Problemstellung möglichst ganzheitlich zu erfassen, wird der Problemlösungsbaum verwendet. Eine Baumstruktur mit sich immer wieder verzweigenden Ästen ist das Ergebnis, wobei jede Verzweigung nach bestimmten Kriterien erfolgt.

Die ersten Verzweigungen stellen dabei die elementaren Aufgliederungen und Hauptkriterien dar, während die weiteren Folgeverzweigungen weniger entscheidende Unterschiede zwischen den Alternativen aufzeigen.

Fazit: gute Ideen brauchen Zeit

Auf der Suche nach der einen, zündenden Geschäftsidee sollten am besten verschiedene unterschiedliche Techniken angewandt werden, sodass alle Teilnehmer ihre Stärken ausspielen können beziehungsweise diese sogar erst entdecken. Dabei ist es jedoch entscheidend, dass die Beteiligten zu keinem Zeitpunkt unter Druck gesetzt werden – denn gute Ideen können und sollten nur unter positiven Einflüssen entstehen.

Dementsprechend müssen Unternehmer sich womöglich aber auch mit dem Gedanken anfreunden, dass die Ideenfindung manchmal Monate und im Einzelfall sogar Jahre in Anspruch nehmen kann.