Unzufrieden im Job? 10 Dinge, die Sie ändern können!

Veröffentlicht am 17. September 2014 in der Kategorie Management & People Skills von

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Unzufrieden im Job? 10 Dinge, die Sie ändern können!Schon als Kinder haben wir gelernt: Arbeit ist mit Mühe verbunden und nicht mit Spaß. Ob in der Schule, im Studium oder im Job: Stets scheint Erfolg mit Leiden einher zu gehen. Stress ist Teil unserer „Anstrengungskultur“ geworden. Und weil wir uns so abrackern müssen, ist uns die Leichtigkeit und Lebensfreude beim Arbeiten gründlich abhandengekommen.

Erst kommt die Arbeit, dann das Vergnügen!

Selbstverständlich tragen wir nicht allein die Schuld an diesem Dilemma: Dynamisierung und Digitalisierung haben ihren Beitrag zu unserer Misere geleistet. Sie haben unsere Arbeitsbedingungen verändert. Neue Herausforderungen wurden an uns gestellt. Die Welt scheint sich immer schneller zu drehen – und wir uns mit ihr. Mit Sorge betrachten viele Menschen die wachsenden Anforderungen und fragen sich zu Recht, wie sie den Erwartungen ihrer Arbeitgeber und ihrer Kunden auch in Zukunft gerecht werden können.

Eines steht fest: Jammern hilft nicht. Nur die Erkenntnis, dass wir einiges von dem, was uns belastet, selbst steuern können. Die TK-Stressstudie aus dem Jahr 2013 zeigt zwar, dass unsere Arbeitsbedingungen die „Hauptschuld“ an unserem Stress tragen. Doch bereits auf Platz 2 folgen die eigenen Ansprüche an uns selbst, die uns Stress bereiten. Wir hetzen uns ab, um vermeintliche Ideale zu erreichen – seien diese nun materiell oder ideell.

Zeit für einen Perspektivwechsel

Stress ist heute schon fast zu einem Statussymbol geworden. Stress bestätigt uns, dass wir wichtig, dass wir unentbehrlich sind. Stress dokumentiert uns, dass ohne uns nichts läuft. Wir sind immer erreichbar. Wir verausgaben uns ständig. Und brennen dabei aus. Höchste Zeit zum Umdenken. Erlauben wir uns eine neue Haltung.

Die Positive Psychologie, eine noch junge Forschungsrichtung der Psychologie, hilft uns dabei. Dabei arbeitet sie nicht unbedingt mit neuen Methoden, sie verlagert nur den Fokus. Statt psychischer Probleme und Schwächen nimmt die Positive Psychologie die Dinge in den Blick, die Menschen glücklich und unser Leben lebenswert machen.

Der erste Schritt zu mehr Arbeitslust statt Arbeitslast liegt demnach in der Erkenntnis, dass wir unsere Haltung verändern müssen. Arbeit hindert uns nicht am Leben, sie ist ein (auch zeitlich gesehen) wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Das Konzept Work-Life-Balance greift darum zu kurz: Wir müssen in unserem Tun wieder Freude, Genuss und Erfüllung finden und sollten unsere Arbeit nicht länger von unserem Leben abgrenzen.

Experten sind überzeugt: Haben wir unsere Perspektive verändert, ist der Weg von Arbeitsfrust zu Arbeitslust gar nicht mehr weit. Es gibt wirksame Strategien für mehr Wohlbefinden, die wir leicht umsetzen können. Ständige Vergleiche gehören nicht dazu. Dem Kollegen mit dem neuen Geschäftswagen muss es nicht besser gehen als uns. Und sind wir mal ehrlich: Früher war nicht wirklich alles besser, nur anders. Die Arbeit zu genießen mag eine Kunst sein, aber eine, die wir erlernen können.

So erreichen Sie mehr Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft im Job

Mitarbeiter, die sich wohlfühlen, sind produktiver und leistungsfähiger als solche, die sich nicht wohlfühlen. Nach aktuellen Studien selbst dann, wenn sie an der eigentlichen Tätigkeit gar keinen großen Spaß haben. Mitarbeiter, die sich wohlfühlen, sind aber auch die beste Werbung für ein Unternehmen. Es liegt also im Interesse beider Seiten, dass es den Menschen im Unternehmen gut geht. Hier kommt die beste Praxis für Genuss bei der Arbeit:

1. Machen Sie etwas Sinnvolles!

Die Gallup-Gruppe um Tom Rath hat in weltweiten Studien herausgefunden, dass es fünf Arten von Wohlbefinden gibt:

  • Tätigkeitswohlbefinden,
  • soziales Wohlbefinden,
  • finanzielles Wohlbefinden,
  • physisches Wohlbefinden und
  • Gemeinschaftswohlbefinden.

Die Tätigkeit hat doppelt so großen Einfluss auf unser Gesamtwohlbefinden wie alle anderen.
Die größte Ausschüttung des Wohlfühlbotenstoffes Dopamin bekommen Sie, wenn Sie sich so in Ihre Arbeit vertiefen, dass Sie die Zeit vergessen. Schalten Sie dazu vorübergehend alle Störquellen aus und leiten Sie das Telefon um.

2. Sind Sie ein Spaß-Arbeiter oder ein Broterwerb-Arbeiter?

In der TK-Stressstudie 2013 konnte Unzufrieden im Job? 10 Dinge, die Sie ändern können!nachgewiesen werden, dass „Spaßarbeiter“ gegenüber „Broterwerbarbeitern“ weniger erschöpft sind, nämlich jeder vierte statt jeder zweite, und sie sind weniger depressiv, 7 im Vergleich zu 23 %.

Konzentrieren Sie sich wieder einmal darauf, warum Sie diesen Job ausgewählt haben. Sie helfen gern Menschen, schreiben gern Pressemitteilungen oder lieben es mit Zahlen zu spielen? Denken Sie darüber auf dem Weg zur Arbeit nach.

3. Nutzen Sie die Genussformel 3:1

Barbara Fredrickson hat sich mit der Frage beschäftigt, in welchem Verhältnis positive zu negativen Momenten stehen müssen. Dadurch, dass negative Gefühle bei weitem stärker wirken als positive, braucht es ein 3:1 von Positivem zu Negativem. Auf einmal Ärgern darf sozusagen drei Mal Freuen kommen. Dies klingt anstrengender als es ist, denn unser Leben ist ja voll von schönen Dingen, wir schätzen sie nur nicht.

Sie haben den lang ersehnten Auftrag nicht bekommen? Sehen Sie mindestens drei Vorteile. Zum Beispiel,

  • dass Sie mehr Luft haben die anderen mit guter Qualität zu erledigen,
  • dass Sie den Projektmanager, den Sie nicht mochten, nicht mehr treffen müssen oder
  • Sie mal wieder pünktlich nach Hause kommen.

4. Schalten Sie mal ab!

Unzufrieden im Job? 10 Dinge, die Sie ändern können!Der Frage, ob das Thema Erreichbarkeit ein Krankmacher ist, ging der DAK Gesundheitsreport 2012 nach und befragte dazu 3000 Erwachsene. 78,9% der Befragten stimmten der Aussage zu „Mein Arbeitgeber akzeptiert, wenn ich außerhalb der Arbeitszeit nicht erreichbar bin“. Raus aus dem selbst gemachten Druck.

Schalten Sie das Handy beim Essen, in Meetings und vor allem nachts aus. Lesen Sie nie früh als erstes oder abends als letztes berufliche Mails. Nie. Ihre Arbeit ist Teil Ihres Lebens und nicht umgekehrt.

5. Fragen Sie sich: Was ist heute toll an meinem Job?

Überprüfen Sie IhreUnzufrieden im Job? 10 Dinge, die Sie ändern können! Einstellungen. Sind Sie dankbar, dass Sie diese Arbeit haben? Freuen Sie sich, dass Sie dort interessante Menschen treffen? Überall wartet das Wohlbefinden auf uns – wenn wir es treffen wollen und sehen können. Denn um etwas wahrzunehmen, müssen wir es kennen oder erwarten, sonst sehen wir es nicht.

Beginnen Sie gleich morgens mit einigen guten Gedanken an den Tag:

  • An ein Geschäftsessen im Lieblingslokal,
  • die Klimaanlage, die wieder funktioniert,
  • die Kollegin, die aus dem Urlaub wieder kommt.

6. Sagen Sie "Nein" zur Negativität!

Unzufrieden im Job? 10 Dinge, die Sie ändern können!Die Kollegin grüßt nicht, der Kunde ruft nicht zurück? Schluss mit den Spekulationen über die Ursachen. Sie rauben gute Energie. Bleiben Sie neutral. Was sind wirklich Tatsachen und wo gehen Phantasie und Bewertungen mit Ihnen durch?

Wenn Ihr Kunde auch nach einer Woche nicht angerufen hat, dann tun Sie es doch einfach. Eventuell freut er sich sogar, dass Sie ihm Arbeit abnehmen. Beschäftigen Sie sich erst mit dem Gespräch, wenn Sie anrufen und stoppen Sie jede negative Überlegung in Vorfeld.

7. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken!

Wer seine Stärken bei der Arbeit nutzt, ist 6 mal häufiger engagiert und hat 40 Stunden Spaß. Wer die eigenen Stärken nicht nutzt, brennt schon nach 20 Stunden aus. Egal wie anstrengend die Arbeit ist.

Ermitteln Sie Ihre Stärken und wählen Sie Ihren Liebling, z.B. Neugier oder Optimismus. Tragen Sie sie als Wochenmotto in Ihren Kalender ein und beobachten Sie, was sich verändert.

8. Lachen Sie den Stress weg!

Sarah Pressman hat erforscht, Unzufrieden im Job? 10 Dinge, die Sie ändern können!dass Lächeln, selbst wenn uns nicht danach ist, zur Stressreduktion und Glücksgefühlen führt. Dies gilt auch für das so genannte „unechte“ Lächeln, bei dem nur der Mund, nicht die Augen, lachen.

Das wichtigste Lächeln ist das erste Lächeln des Tages: An Sie. Wenn Sie in den Spiegel schauen heißt es als erstes Lächeln, auch wenn Ihnen nicht danach zu Mute ist. Sie sind da. Das zählt.

9. Ändern Sie, was Sie stört

Die Tür quietscht, das Auto ist schmutzig, der Schreibtisch steht ungünstig? Die Haarfarbe ist nicht mehr aktuell und die Kleidung ist zu klein geworden. Worauf warten Sie? Jetzt ist der Zeitpunkt sich von unnützen, unsinnigen oder unpraktischen Dingen zu befreien, die sonst immer wieder Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Wohlbefinden kosten.

Rufen Sie selbst den Hausmeister an damit er sich der Tür annimmt statt zu warten, bis jemand sich zuständig fühlt.

10. Kommen Sie gut gelaunt nach Hause!

Geben Sie die Illusion auf, wir könnten Arbeit und Privatleben trennen. Sorgen Sie lieber dafür, dass Sie in einem guten Zustand nach Hause kommen.

Gehen Sie am besten einige Schritte zu Fuß, weil das Stresshormon Cortisol durch Bewegung abgebaut wird und Sie dann mit guten Nerven ins Kinderzimmer schauen. Hören Sie im Auto oder in der Küche eine Entspannungs-CD. Wenn Sie gute Laune mit nach Hause bringen, kommt diese von dort auch zur Arbeit zurück.

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