Lernen Führungskraft zu werden – Kolumne „Junge Manager“

Veröffentlicht am 21. August 2014 in der Kategorie Management & People Skills von

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Lernen Führungskraft zu werden - Kolumne "Junge Manager"Schneller, höher, weiter - Einfach erfolgreich sein!

Es ist schon so. Oft stehen gerade die „jüngeren“ Manager in Sandwich–Positionen. Die Erwartungshaltung der obersten Führungsspitze ist sehr hoch. Die zur Verfügung stehenden Mitarbeiter mit mehr oder weniger hohen Qualifikationen sollen „eingenordet“ werden. Für die ersten hundert Tage wird gerne die Zeit gegeben, sich einzurichten. Aber dann müssen Lösungsvorschläge und Verbesserungsansätze auf dem Tisch liegen. Und das alles muss natürlich dafür geeignet sein, mehr Umsatz, höhere Erträge Kosteneinsparungen und mehr Effizienz zu erreichen, eben: messbare Ergebnisse, bitteschön…

„Das Gras wächst auch dann nicht schneller, wenn man daran zieht!“

Blöder Spruch, könnte man denken, schließlich würde niemand auf die Idee kommen, am Gras zu ziehen. Dem Wachstum in den Unternehmen und dem persönlichen „Heranwachsen“ von Führungskräften wird allerdings zu oft mit unangemessener Ungeduld begegnet.

Stress abbauen? Fehlanzeige!

Der extreme Druck der kollektiven Leistungsmühle ist längst übergeschwappt. Nie reicht es - es geht immer noch besser, schneller und weiter. Bisweilen ist es unter Jungmanagern sogar geradezu schick, hypergestresst durchs Leben zu hetzen, extrem unter Druck zu stehen, Unzufriedenheit und Verbissenheit vor sich her zu tragen.

Steigen Sie doch mal frühmorgens in einen Flieger zu einer der europäischen Metropolen und beobachten Sie aufmerksam die Gesichter einiger Diplomatenkoffer- und Anzugträger, die bis zur letzten Minute an ihren Smartphones hängen, um bereits unmittelbar nach der Landung eiligst wieder „online“ zu sein. Will heißen: „Ich bin ja sooo wichtig und ich hab es immer sooo eilig!!“

Entwickelt sich professionelle Führung durch solche oder ähnliche Verhaltensmuster schneller oder besser? Eher das Gegenteil dürfte der Fall sein. Der gesamte Fluss der Führungsaktivitäten gerät ins Stocken und führt zu wenig zielführenden Verkrampfungen. Kreativität wir durch Aktionismus ersetzt und die natürliche Freude und Begeisterung an Wachstum und Fortschritt geht verloren. Mitunter entstehen mürrische Unlust und Frust über das entstandene Vakuum.

Management nach Plan - Klappt dieses System?

Führung lässt sich nun mal nicht eifrig und schnell wie mit einer mathematischen Gleichung berechnen. Und Perfektionisten haben es mit ihren hohen Ansprüchen an sich selbst besonders schwer. Manager der mittleren Führungsebene, die sich vornehmlich damit beschäftigen, die Maßgaben „von oben“ hektisch zu erfüllen, um gleichzeitig den Erwartungen der untergebenen Mitarbeiter zu entsprechen, befinden sich oft in einer Zwickmühle.

Die vorgegebenen unternehmerischen Ziele und die damit verbundenen Termine und Verbindlichkeiten sind Gesetz. Die Führungskraft hat das umzusetzen, egal, ob sie sich damit identifizieren kann oder nicht. Das ist die landläufig gängige Praxis, der etwa nicht?

Dieses System funktioniert aber immer dann nicht, wenn der zuständige Manager oder Vorgesetzte es versäumt, sich selbst über

  • die Sinnhaftigkeit,
  • Realisierungsmöglichkeit und
  • Beeinflussbarkeit

der gesetzten Ziele im Klaren zu sein. Wer lediglich damit beschäftigt ist, seinen Informations- und Machtvorsprung gegenüber seinen Untergebenen mit Verlautbarungen zu zelebrieren, wird nicht in der Lage sein, die Anlagen und Fähigkeiten seiner Mitarbeiter zu fördern und für die gesetzten Ziele voll auszuschöpfen.

Was macht einen guten Führungsstil aus?

Auch geht es hier um aktives Zuhören als Führungsqualität. Um einen empathischen Führungsstil

  • ohne Hektik,
  • Unsicherheit,
  • Angst oder
  • gar Sanktionen.

Es geht um Wertschöpfung durch Wertschätzung und eine ausreichend offene Kommunikation.

Gut informierte Mitarbeiter, die Wertschätzung für ihre Leistungen „erleben“, sind erfahrungsgemäß gerne bereit, sich für die gesetzten Ziele mit ganzer Kraft einzusetzen. Auch so gesehen kommt der Schub und die Nahrung von unten und niemand muss oben ungeduldig „am Gras“ ziehen, um seine Ziele zu erreichen.

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