Erfolgreiche Unternehmer (Teil I): Zeitmanagement verbessern

Veröffentlicht am 12. August 2014 in der Kategorie Management & People Skills von

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Erfolgreiche Unternehmer (Teil I): Zeitmanagement verbessernViele Unternehmer fragen sich, warum sie gefühlt isoliert vor sich hin ackern, permanent unter Zeitmangel leiden und warum entweder der Erfolg ausbleibt oder sie trotz guter Ergebnisse keine Erfüllung finden.

Selbst, wenn sie am Jahresende ein schwarzes Plus schreiben, haben sie den Eindruck, dass Aufwand und Ertrag nicht im bestmöglichen Verhältnis stehen, und ein Bauchgefühl meldet sich:

Viele spüren, dass sie zu sehr ins Tagesgeschäft eingebunden sind und dass sie dringend mehr an ihrer Strategie und Positionierung, an ihren Kooperationen und anderen Unternehmeraufgaben arbeiten sollten. Gegen dieses schlechte Gewissen können sie etwas tun. In jedem Unternehmen gibt es drei Rollen:

  • die Fachkraft,
  • den Manager und
  • den Unternehmer.

In den meisten Fällen beginnt ein Gründer als Tausendsassa, der alles macht. Er ist zugleich Fachkraft und hilft erfolgreich, das Tageschgeschäft zu stemmen, agiert als cleverer Manager, der das Personal und die Prozesse organisiert, und stellt als Unternehmer strategische Überlegungen an.

3 Rollen prägen Ihr Unternehmen

1. Die Fachkräfte

Stellen Sie sich vor, Sie leiten eine Dschungelexpedition. Sie benötigen Leute, die mit ihren Macheten den Weg frei räumen. Das sind Ihre die Fachkräfte.

2. Die Manager

Sicher haben Sie auch Teilnehmer angeheuert, die die Arbeit einteilen, so dass niemand zu sehr ermüdet, aber trotzdem alle vorwärts kommen. Diese Personen überprüfen auch, ob einzelne Fachkräfte effektiver sind und warum dies so ist. Sie tragen ebenso Sorge, dass jeder seine beste Leistung bringt und kümmern sich darum, dass die Fachkräfte durch Weiterbildung alles lernen, was sie wissen müssen. Das sind die Manager.

3. Der Unternehmer

Und dann gibt es noch einen, der oft oben im Baum sitzt, der den Überblick hat und festlegt, dass die Expedition überhaupt im richtigen Dschungelgebiet unterwegs ist. Das ist der Unternehmer. Das sind Sie.

Wichtig!

Sie können nicht zur gleichen Zeit den Weg frei hacken, die Arbeit einteilen und auf dem Baum sitzen. Denn diese Arbeiten unterscheiden sich

  • durch den Anlass,
  • durch das Ziel,
  • durch das, was eigentlich als Arbeit verstanden wird,
  • durch die Arbeitsweise und
  • durch das Ergebnis.

Hinzu kommt, dass sich diese Tätigkeiten auch in Teilen widersprechen. Was dem einen als Arbeit erscheint, sieht für den anderen nicht immer so aus. Was für den einen wichtig ist, hat für den anderen keine Bedeutung. Dem Machetenschwinger ist die freie Sicht im Baum völlig gleichgültig. Er hat konkrete Herausforderungen am Boden zu bewältigen. Sie als Safarileiter benötigen diesen Überblick aber dringend. Sonst schicken Sie Ihre Leute ins Verderben – und sich selbst gleich mit.

Welche Rolle wollen Sie übernehmen?

Bis zu einer gewissen Unternehmensgröße funktioniert die Dreifachbelastung durch die Rollen auch und muss vielfach so sein. Aber für jedes erfolgreiche Unternehmen kommt irgendwann der Punkt, an dem der Inhaber nicht mehr alles zugleich tun kann. Zu groß ist die Gefahr, sich zu überlasten, sich zu verzetteln und vor allem, den strategischen Weitblick zu verlieren. Branchenabhängig beginnt diese Phase zwischen fünf und dreißig Mitarbeitern.

Zeit sich selbst zu überprüfen – Hand aufs Herz: Wenn auch Sie zu den Unternehmern gehören, die glauben, im Alltagsgeschehen unersetzlich zu sein, möchte ich Ihnen sagen, dass Ihre Arbeiten auch gut ausgebildete und eingewiesene Fachkräfte erledigen können. Für deren Einweisung, Weiterbildung und Kontrolle müssen Sie ebenfalls nicht zuständig sein (obwohl Sie natürlich ein waches Auge darauf haben sollten).

Den Sprung schaffen: Von der Fachkraft zum Unternehmer

Wenn Sie über 60 Stunden in der Woche IN und nicht AN Ihrem Unternehmen arbeiten, obwohl Sie genügend gute Mitarbeiter haben, machen Sie etwas verkehrt. Der Unternehmer sollte sich, kurz gesagt, um Folgendes kümmern:

  • die langfristige Vision und den Unternehmenszweck,
  • die Strategie und Positionierung,
  • das Anziehen der richtigen Leute und
  • das Schaffen einer Kultur, damit diese sich wohl fühlen.

Ferner ist er für das Aufräumen und Entschlacken, die Sicherung der Umsetzung (nicht die Umsetzung selbst!) und für die eigene Entwicklung verantwortlich sowie dafür, ein Unternehmen zu schaffen, das ohne ihn funktioniert. Ihr wirkliches Ziel sollten es sein, immer mehr Zeit echten Unternehmeraufgaben zu widmen, da diese Ihr Unternehmen bei fallendem eigenen Zeitaufwand wirklich voranbringen. In meinen Seminaren zeigt es sich immer wieder: Die Unternehmer im Hamsterrad machen vielleicht 5-15 Prozent dieser spezifischen Aufgaben. Die erfolgreichen Unternehmer reservieren sich mindestens 50 Prozent ihrer Zeit für die Arbeit AM Unternehmen.

Bestandsaufnahme: für weniger Arbeit & mehr Durchschlagskraft

Als ersten Schritt empfehle ich Ihnen, eine Bestandsaufnahme zu machen und sich ein realistisches Ziel zu setzen. Um herauszubekommen, wie viel Ihrer Zeit Unternehmerzeit ist, erstellen Sie eine Liste mit drei Spalten und schätzen Ihren monatlichen Zeitaufwand. In die erste tragen Sie ein, was Sie tun, in die zweite dessen Dauer. Die dritte Rubrik erfasst, ob es sich dabei um

  • Unternehmerzeit (U),
  • Facharbeiterzeit (F) oder
  • Managerzeit (M) handelt.

Führen Sie anschließend die gleiche Liste über sechs Wochen tagesgenau und nehmen Sie sich vor, weniger zu arbeiten, weil Sie vorwiegend wertvolle Unternehmerarbeit machen. Sie werden sehen: Was Sie messen, tun Sie auch. Die tägliche Aufzeichnung hilft bei Ihrer Bewusstwerdung. Nehmen Sie sich vor, wo Sie in sechs Wochen sein möchten und arbeiten Sie darauf hin. Wenn Sie es sehr ernst meinen und noch mehr erreichen wollen, nehmen Sie sich jeden Tag eine Verbesserung vor.

Es wäre an dieser Stelle unklug, Ihnen genaue Vorgaben zu machen. Dazu sind alle Unternehmen, auch Ihres und meines, zu individuell. Sie können aber sicher sein: Je länger Sie mit der Tabelle arbeiten, desto klarer wird Ihnen, was Sie wann am und vorübergehend noch im Unternehmen tun müssen.

Wenn Sie die richtigen Schlüsse ziehen und konsequent umsetzen, werden Sie am Ende nicht mehr 60 Stunden, sondern viel weniger arbeiten. Aber Sie werden mehr Unternehmerarbeit machen, insgesamt viel effektiver sein und deutlich mehr schöpferische Freude erleben. 140805 Stundenplan Unternehmer

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