Optimismus muss man lernen wie eine Fremdsprache, sonst funktioniert er nicht!

Veröffentlicht am 7. Mai 2013 in der Kategorie Management & People Skills von

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Optimismus muss man lernen wie eine Fremdsprache, sonst funktioniert er nicht!Optimismus gehört zu den beliebtesten Eigenschaften, die wir uns wünschen. Optimismus macht das Leben nicht nur angenehmer, sondern auch erfolgreicher und gesünder. Optimismus wurde von der Wissenschaft als eine der wichtigsten Tugenden und als elementarer Baustein für unser Wohlbefinden erforscht. Ist Optimismus naturgegeben oder erlernbar?

Beides. In der Glücksforschung geht man davon aus, dass etwa zu 50% unsere Anlagen bestimmen, wie wohl für uns fühlen, nur zu 10 % die Lebensumstände. Und immerhin 40 % liegen in unserer Hand. Also wie wir die Dinge sehen und vor allem – OB wir sie sehen.

Sprechen Sie optimistisch?

Der Vergleich mit Sprachen kann als Modell dienen: Die Fähigkeit, Sprachen zu erlernen, ist angeboren. Ob es uns leichter oder schwerer fällt, auch. Je früher wir damit beginnen, umso leichter haben wir es später, denn wir trainieren unser Gehirn. Genauso ist es mit dem Optimismus. Wir müssen zunächst die Kategorie Optimismus erst einmal lernen. Denn nur das, was im Gehirn angelegt wurde, kann von uns erkannt werden. Sonst erleben wir es gar nicht. So wie Sie japanisch nicht verstehen und nicht einmal erkennen, wenn Sie es nicht gelernt haben.

Hier ist die erste Hürde, die es zu nehmen gilt. Hilfreich ist, sich mit optimistischen Menschen zu umgeben, optimistische Gedanken zu lesen und so die Kategorie des Optimismus zu entwickeln. Halten wir uns mehr und mehr fern von Menschen, Zeitungen, Fernsehen, wenn negative Informationen, Missmut und Zweifel verbreitet werden. Je mehr wir davon hören, umso normaler ist es für uns, und am Ende glauben wir gar, so ist die Realität. Weit gefehlt. Wir filtern genau das, was zu unseren Erwartungen und Erfahrungen passt.

Der nächste Schritt ist zu lernen, den Optimismus im eigenen Leben anzuwenden, immer mehr Raum dafür zu schaffen. So wie bei einer Fremdsprache immer wieder geübt, gefestigt, in verschiedenen Kontexten angewendet wird, braucht auch der Optimismus Pflege durch Anwendung. So werden im Gehirn neuronale Vernetzungen geschaffen, die es wiederum leichter machen, optimistisch zu sein. Das Gehirn verändert seine Form genau danach, was wir häufig tun und denken und am meisten danach, was uns dabei noch begeistert. Da dürfte es der Optimismus sogar leichter haben als manche Fremdsprache, denn optimistisch sein fühlt sich einfach gut an.

Der letzte Schritt ist das Schaffen von Erfolgserlebnissen und dadurch die Festigung optimistischer Einstellungen. Es wird eine Aufwärtsspirale des Wohlbefindens geschaffen, die andere anstecken kann, die Arbeit und Leben leichter und erfolgreicher macht: Wer sich wohl fühlt, engagiert sich von ganz allein, denn der hat etwas abzugeben aus vollen Batterien. Wer sich wohl fühlt und optimistisch ist, ist ohne Anstrengung zu Höchstleistungen fähig, weil gute Emotionen das Denkhirn zu Bestform führen.

In 11 Schritten zum Optimisten werden

Falls Sie Feuer gefangen haben und loslegen wollen, kommen hier gleich noch einige praktische Tipps für Ihren Alltag.

1. Konzentrieren Sie sich auf Stärken, Ihre und die der anderen.

Schreiben Sie fünf Stärken und fünf gute Eigenschaften auf und setzten Sie sie bewusst ein.

2. Leben Sie dankbar

Wenn Sie drei Monate lang täglich abends drei Dinge notieren, wofür Sie an diesem Tag dankbar sind, können Sie Ihr Wohlbefinden messbar verbessern.

3. Sehen Sie Erfolge und von sich und anderen

Beginnen Sie Teambesprechungen, das Abendessen oder die Reflektion über den Tag mit Gelungenem, mit Erfolgen.

4. Denken Sie das, was Sie erleben wollen

Unsere Gedanken bestimmen, was wir tun und wie wir uns fühlen. Stellen Sie sich den optimalen Ausgang der Dinge ganz genau vor und wiederholen Sie dies so oft Sie können.

5. Entdecken Sie ein Optimismusmotto

Es gibt immer Augenblicke, wo etwas schief oder anders als erwartet läuft. Dafür brauchen Sie eine Aufmunterung wie „Das wird schon“ „Es geht am Ende alles gut“.

6. Erteilen Sie sich ein Grübelverbot

Konstruktive Auseinandersetzungen mit einem Problem sind hilfreich. Destruktives Wiederholen negativer Gedanken nicht. Sobald Sie dies feststellen, holen Sie Ihr Grübelverbot hervor.

7. Nutzen Sie die Kraft der sich selbst erfüllenden Prophezeiungen

Arbeiten Sie regelmäßig mit guten Gedanken. Bauen Sie sich einfache Sätze aus optimistischen Absichten, die Sie so häufig wie möglich wiederholen. Etwa „Ich bekomme Unterstützung und nehme sie an“ oder „Ich stecke meine Kunden mit meinem Optimismus an“.

8. Lassen Sie sich nicht alles von sich gefallen

Unser Gehirn ist ein wenig außer Kontrolle geraten und macht manchmal mit uns, was es will. Dann sind wir übellaunig oder sehen keine Lösungen und befassen uns mit destruktiven Gedanken. Optimismus braucht geistige Disziplin.

9. Entwickeln Sie ein flexibles Weltbild

Für Optimisten ist die Welt voller Chancen. Bei Rückschlägen suchen sie nach der nächsten Chance statt Fehler als Bestätigung mangelnder eigener Fähigkeiten zu sehen.

10. Sorgen Sie gut für sich

Je besser es Ihnen geht, umso leichter sind gute Zustände wie Optimismus. Nehmen Sie sich jede Woche drei kleine Dinge vor, die Sie sich erfüllen können und erfüllen Sie sich diese. Das kann ein Abend mit einem guten Buch sein oder einfach einmal die Gleitzeit zu nutzen und eine halbe Stunde später anzufangen.

11. Sorgen Sie noch besser für sich

Erlauben Sie sich, dass es Ihnen immer und überall gut gehen darf. Nur dann hat Stress keine Chance, Ihr Denkhirn ist in Hochform und findet die gerade in schwierigen Momenten die so wichtigen guten Lösungen.

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